Drucker zeigt falsche Zeichen – Zeichensatz korrigieren

Lesedauer: 17 Min – Beitrag erstellt: 27. März 2026, zuletzt aktualisiert: 27. März 2026

Wenn der Drucker nur Hieroglyphen, Kästchen oder völlig andere Buchstaben ausgibt, liegt das fast immer an einem falschen Zeichensatz oder fehlerhaft interpretierten Druckdaten. In vielen Fällen lässt sich das Problem durch die richtige Treiberwahl, passende Codierung und wenige Einstellungsänderungen vollständig beheben. Häufig ist kein neues Gerät nötig, sondern eine saubere Abstimmung zwischen Programm, Betriebssystem und Drucker.

Typische Symptome sind Umlaute, die zu Sonderzeichen werden, lange Zeilen aus @- und #‑Symbolen oder völlig unlesbare Textblöcke. Entscheidend ist, zuerst einzugrenzen, ob der Fehler nur bei einem Programm, nur auf einem PC oder bei allen Druckaufträgen auftritt. Danach lässt sich Schritt für Schritt prüfen, ob Treiber, Zeichencodierung, Anschlussart oder Druckersprache die Ursache sind.

Die wichtigsten Ursachen für falsche Zeichen beim Drucken

Falsche Zeichen auf dem Papier deuten darauf hin, dass der Drucker die gesendeten Daten nicht so versteht, wie das Programm sie meint. Ursache ist selten der reine Hardwaredefekt, sondern eine Fehlinterpretation der Daten. Meist spielen dabei Treiber, Druckersprache oder Zeichencodierung zusammen.

Typische Ursachen sind:

  • Falscher oder generischer Druckertreiber
  • Unpassende Druckersprache (z. B. PCL statt PostScript oder umgekehrt)
  • Falsche Zeichencodierung im Programm (z. B. ANSI vs. UTF‑8)
  • Druck über alten LPT-/COM-Port oder RAW-Textausgabe
  • Einbetten von Schriftarten nicht aktiv oder fehlerhaft
  • Defekte oder veraltete Firmware im Drucker
  • Beschädigte Druckaufträge oder fehlerhafte Spooler-Einstellungen

Wenn klar ist, ob der Fehler überall oder nur in bestimmten Situationen auftritt, wird die Suche viel zielgerichteter. Tritt er zum Beispiel nur in einem Terminalprogramm oder bei alten Buchhaltungsanwendungen auf, liegt die Ursache fast immer in einer falschen Schrift- oder Codepage-Einstellung. Passiert es bei PDF-Dokumenten, ist eher der Treiber oder das Einbetten von Schriften verdächtig.

Erste Diagnose: Wo treten die falschen Zeichen genau auf?

Bevor Einstellungen geändert werden, lohnt ein kurzer Systemcheck. Ziel ist, eindeutig zuzuordnen, ob das Problem vom Drucker, vom Betriebssystem oder von einer bestimmten Anwendung kommt.

Bewährt hat sich folgender Ablauf:

  1. Einen Testdruck direkt aus dem Betriebssystem starten (z. B. Testseite aus den Druckereigenschaften).
  2. Danach aus einem anderen Programm drucken (z. B. PDF-Reader, Textverarbeitung).
  3. Falls vorhanden, von einem zweiten Rechner auf denselben Drucker drucken.
  4. Zum Vergleich ein anderes Dokument mit einfachen Zeichen (nur Buchstaben/Zahlen) drucken.

Zeigt der Drucker schon bei der Testseite des Systems falsche Zeichen, liegt der Fehler fast sicher beim Treiber, bei der Druckersprache oder bei der Geräteeinstellung. Tritt das Problem nur in einem bestimmten Tool auf, ist die Zeichencodierung oder Schriftkonfiguration dieser Anwendung der wichtigste Ansatzpunkt.

Druckertreiber und Druckersprache richtig wählen

Der Druckertreiber wandelt die Daten eines Programms in eine Sprache um, die das Gerät versteht. Passt der Treiber nicht exakt zum Modell oder ist nur eine sehr generische Variante eingerichtet, kann der Drucker Teile der Steuerbefehle als Zeichen interpretieren und wirre Ausgaben erzeugen.

Moderne Geräte unterstützen häufig mehrere Sprachen, zum Beispiel PCL (Printer Command Language), PostScript oder eine herstellerspezifische Variante. Wird im Treiber eine andere Sprache ausgewählt als im Drucker eingestellt, erscheinen schnell kryptische Zeichenblöcke auf dem Papier, weil Steuerkommandos nicht korrekt erkannt werden.

Unter Windows den passenden Treiber einrichten

Unter Windows ist die richtige Treiberauswahl einer der wichtigsten Schritte, um wieder saubere Zeichen zu drucken. Besonders problematisch sind veraltete Standardtreiber, die beispielsweise über „Gerät wurde erkannt“ automatisch installiert wurden.

Anleitung
1Einen Testdruck direkt aus dem Betriebssystem starten (z. B. Testseite aus den Druckereigenschaften).
2Danach aus einem anderen Programm drucken (z. B. PDF-Reader, Textverarbeitung).
3Falls vorhanden, von einem zweiten Rechner auf denselben Drucker drucken.
4Zum Vergleich ein anderes Dokument mit einfachen Zeichen (nur Buchstaben/Zahlen) drucken.

Ein bewährter Weg unter Windows:

  1. Systemsteuerung oder Einstellungen öffnen und zu „Drucker & Scanner“ wechseln.
  2. Den betroffenen Drucker auswählen und dessen Eigenschaften öffnen.
  3. In den „Erweitert“-Einstellungen prüfen, welcher Treiber genutzt wird.
  4. Falls dort „Universeller Druckertreiber“, „Klasse-Treiber“ oder ein offensichtlich generischer Name steht, den originalen Herstellertreiber installieren.
  5. Nach der Installation sicherstellen, dass der neue Treiber wirklich ausgewählt ist, und eine Testseite ausgeben.

Wenn die Testseite danach sauber aussieht, war der falsche Treiber die Ursache. Treten die merkwürdigen Zeichen weiter auf, muss zusätzlich die eingestellte Druckersprache in den Eigenschaften und im Gerät selbst verglichen werden.

Druckersprache (PCL, PostScript, RAW) abstimmen

Viele Bürogeräte können mehrere Sprachen, wechseln aber nicht immer automatisch passend. In der Druckerkonfiguration des Treibers und im Menü des Geräts gibt es oft Einträge wie „PCL“, „PostScript“, „PDF Direct“ oder „Auto“. Unpassende Kombinationen führen dazu, dass der Drucker Steuerzeichen wörtlich ausgibt.

Typische Lösungswege:

  • Im Druckertreiber die Druckersprache auf den vom Hersteller empfohlenen Modus setzen.
  • Im Menü des Druckers (Bedienfeld) denselben Modus wählen oder auf „Automatisch“ stellen, falls der Hersteller das empfiehlt.
  • Beim Drucken aus sehr alten Programmen testweise von PostScript auf PCL umschalten oder umgekehrt.

Wenn der Wechsel der Druckersprache dazu führt, dass Umlaute und Sonderzeichen korrekt erscheinen, war genau diese Einstellung der Knackpunkt.

Zeichencodierung: ANSI, UTF‑8, OEM-Codepages und Umlaute

Die Zeichencodierung legt fest, wie Buchstaben und Symbole in Zahlen übersetzt werden. Stimmt diese Zuordnung beim Erzeugen und beim Ausdrucken der Datei nicht überein, erscheinen falsche Buchstaben oder wilde Zeichenfolgen. Besonders empfindlich reagieren ältere Programme, Terminal-Emulationen und DOS-Anwendungen.

In vielen Fällen ist die Ursache, dass ein Programm Text im alten 8‑Bit-Zeichensatz erzeugt, der Drucker oder Treiber jedoch UTF‑8 oder Unicode erwartet. Auch unterschiedliche Codepages (zum Beispiel CP437, CP850 oder Windows-1252) können zu Vertauschungen von Umlauten und Sonderzeichen führen.

Falsche Zeichen nur bei bestimmten Programmen

Treten die Probleme lediglich in einem einzelnen Programm auf, steckt dort oft eine falsche Zeichencodierung oder eine unpassende Schriftart hinter dem Verhalten. Moderne Office-Pakete nutzen meist Unicode und sind relativ robust, während spezialisierte Fachsoftware häufig ältere Kodierungen verwendet.

Sinnvolle Schritte in einer solchen Situation:

  • In den Einstellungen des Programms prüfen, ob sich die Textkodierung für Berichte oder Ausdrucke festlegen lässt.
  • Wenn ein Export statt direktem Drucken möglich ist, testweise nach PDF ausgeben und dieses PDF drucken.
  • Eine andere Schriftart im Programm wählen, die Umlaute und Sonderzeichen garantiert enthält (z. B. eine Standard-Systemschrift).
  • Testweise einen einfachen Text mit Umlauten in einem anderen Programm (z. B. Editor oder Textverarbeitung) erstellen und drucken.

Wenn der gleiche Text aus einem anderen Programm normal gedruckt wird, liegt die Ursache nahezu sicher in der Zeichencodierung oder Schriftauswahl der ursprünglichen Anwendung.

Alte DOS- und Terminal-Anwendungen drucken lassen

Gerade in Werkstätten, Archiven oder älteren Buchhaltungsumgebungen laufen noch DOS-Programme oder Terminal-Anwendungen, die auf Matrixdrucker oder alte PCL-Geräte ausgelegt waren. Diese Programme sprechen oft einen festen Zeichensatz und senden Steuerbefehle, mit denen moderne Laser- oder Tintenstrahldrucker kaum etwas anfangen können.

Hier ist etwas mehr Handarbeit nötig, damit die Zeichen wieder stimmen. Die Fehlerbilder reichen von komplett unlesbaren Seiten bis zu falsch dargestellten Umlauten oder Rahmenlinien.

Matrixdrucker mit Codepage einstellen

Viele ältere Nadeldrucker verfügen über DIP-Schalter oder Menüs, mit denen sich die verwendete Codepage festlegen lässt. Stimmt die dort eingestellte Codepage nicht mit der im Programm verwendeten überein, werden Buchstaben und Rahmen falsch gedruckt.

Eine typische Vorgehensweise bei solchen Geräten:

  1. Im Handbuch kontrollieren, welche Codepages der Drucker unterstützt (z. B. PC437, PC850, PC852).
  2. Im Programm oder im Betriebssystem prüfen, welche Codepage für die Ausgabe genutzt wird.
  3. Den Drucker so konfigurieren, dass er dieselbe Codepage verwendet.
  4. Danach einen kurzen Testtext mit Umlauten, ß und Sonderzeichen drucken.

Sobald Codepage und Programmkodierung zusammenpassen, verschwinden die willkürlichen Zeichen und Rahmenlinien werden richtig gezeichnet.

Terminalemulation und serielle/Netzwerk-Anschlüsse

Terminalprogramme senden die Zeichen häufig direkt und umgehen komplexe Druckertreiber. Bei seriellen oder speziellen Netzwerk-Terminals sind daher neben der Zeichencodierung auch Baudrate, Parität und Handshake-Einstellungen relevant. Falsche Übertragungsparameter führen zu Bytes, die beim Drucker anders ankommen als gesendet.

Zur Eingrenzung hilft:

  • In der Terminalemulation prüfen, welche Schrift und Kodierung für die Ausgabe eingestellt ist.
  • Sicherstellen, dass Datenbits, Parität und Stopp-Bits auf beiden Seiten identisch sind.
  • Bei Netzwerk-Terminals die Emulation (z. B. VT100, ANSI) an das Zielsystem anpassen.

Wenn nach Anpassung dieser Parameter die Zeichenfolge stabil und wiederholbar korrekt ist, war die Übertragungs- oder Emulationseinstellung der Auslöser.

PDFs, Office-Dokumente und eingebettete Schriftarten

Bei modernen Druckszenarien spielen eingebettete Schriften eine große Rolle. Wenn eine Schriftart im Dokument verwendet, aber nicht richtig eingebettet oder vom Drucker nicht verstanden wird, ersetzt das System die Schrift. In seltenen Fällen kommt es dabei nicht nur zu einem veränderten Aussehen, sondern auch zu falschen Zeichen.

Besonders PDF-Dokumente sind anfällig, wenn Sonder- oder Unternehmensschriften eingebunden sind, die auf dem Drucker nicht verfügbar oder unvollständig sind. Dann können aus Umlauten Quadrate werden oder Symbole verrutschen.

Probleme mit PDF-Druck eingrenzen

Um herauszufinden, ob ein PDF oder die Druckumgebung schuld ist, helfen ein paar gezielte Schritte:

  1. Ein anderes PDF mit Standard-Schriften (z. B. nur Arial oder Times) drucken.
  2. Das betroffene PDF aus einem anderen PDF-Viewer drucken.
  3. Aus dem PDF eine Bilddatei erzeugen (z. B. über „als Bild drucken“) und diese Datei ausgeben.

Wenn nur ein bestimmtes PDF Probleme macht, liegt die Ursache meistens am Dokument selbst oder an den eingebetteten Fonts. Tritt das Fehlerbild in mehreren unabhängigen PDFs auf, rückt wieder der Druckertreiber in den Fokus.

Office-Dokumente: Schrift ersetzen und testen

Auch Office-Programme können je nach Einstellung Schriften nicht einbetten oder durch Äquivalente ersetzen. In seltenen Fällen entstehen dann Zeichenverschiebungen. Eine pragmatische Methode zur Prüfung besteht darin, das Dokument testweise komplett auf eine gut unterstützte Systemschrift umzustellen.

Ein möglicher Ablauf:

  1. Im Textverarbeitungsprogramm das gesamte Dokument markieren.
  2. Als Schriftart eine Standard-Schrift wählen, etwa Arial oder Calibri.
  3. Das Dokument speichern und erneut drucken.
  4. Optional: Das Dokument als PDF exportieren und diese Datei drucken.

Wenn mit der neuen Schrift alle Zeichen korrekt erscheinen, deutet das stark auf ein Problem mit der ursprünglich verwendeten Schriftart oder deren Einbettung hin.

Netzwerkdrucker, Protokolle und RAW-Druck

Netzwerkdrucker können über unterschiedliche Protokolle angesprochen werden, etwa TCP/IP-Raw, LPR oder IPP. Bei RAW-Druck wird der Datenstrom nahezu unverändert an das Gerät geschickt. Wenn dabei das falsche Protokoll oder ein unpassender Port verwendet wird, kann der Drucker die ankommenden Daten nur schwer interpretieren.

Besonders bei direkten TCP/IP-Raw-Verbindungen erkennt man Fehler oft daran, dass der Drucker Steuerbefehle wie Text behandelt und ganze Seiten mit seltsamen Zeichenfolgen ausgibt.

Druckprotokoll am Netzwerkdrucker prüfen

Praktische Vorgehensweise für Netzwerkgeräte:

  • In den Druckereigenschaften den verwendeten Anschluss kontrollieren (TCP/IP, WSD, LPR etc.).
  • Testweise einen anderen Anschluss-Typ einrichten, den der Hersteller empfiehlt.
  • Den Treiber so konfigurieren, dass er nicht als „RAW-Textdrucker“ fungiert.
  • Eine Testseite drucken und prüfen, ob die Zeichen jetzt korrekt erscheinen.

Wenn ein Wechsel von RAW auf ein herstellerspezifisches Protokoll oder auf IPP dazu führt, dass die Ausgabe wieder lesbar ist, lag der Fehler beim Übertragungsprotokoll oder bei der Art, wie der Datenstrom behandelt wurde.

Druckerspeicher, Firmware und interne Schriftarten

Einige Drucker verwenden interne Schriftarten im eigenen ROM oder Flash-Speicher. Wenn Programme diese Schriften explizit ansprechen, kann eine beschädigte Firmware oder eine fehlerhafte Konfiguration zu falschen Zeichen führen. Das ist eher bei älteren Laser- oder Businessgeräten relevant, kommt aber immer noch vor.

Hinzu kommt, dass wenig Gerätespeicher beim Rendern komplexer Seiten Probleme verursachen kann. In seltenen Fällen zeigt sich das nicht als klassischer Speicherfehler, sondern als wirre Zeichen in bestimmten Bereichen des Ausdrucks.

Firmware-Update und Gerätereset als letzte Option

Ein Update der Firmware kann interne Fehler in der Textverarbeitung des Geräts beheben. Bevor so ein Schritt gegangen wird, sollten jedoch alle rückgängig machbaren Einstellungen (Treiber, Protokoll, Zeichencodierung) geprüft werden. Ein ungünstig unterbrochenes Firmware-Update kann ein Gerät unbenutzbar machen.

Erst wenn die Diagnose darauf hindeutet, dass alle Softwarepfade sauber sind, lohnt sich folgender Weg:

  1. Beim Hersteller nach einer aktuellen Firmware-Version für genau dieses Modell suchen.
  2. Lesen, welche Probleme die neue Firmware laut Changelog behebt.
  3. Firmware nach Anleitung aufspielen, dabei unbedingt auf stabile Stromversorgung achten.
  4. Danach die Geräteeinstellungen prüfen und einen Werksreset in Betracht ziehen, falls weiterhin nur dieser Drucker bei allen Quellen falsche Zeichen ausgibt.

Wenn nach Aktualisierung der internen Software die Zeichen wieder korrekt sind, war ein tiefer liegender Fehler in der Geräteverarbeitung die Ursache.

Druckerspooler, beschädigte Aufträge und Betriebssystem-Probleme

Der Druckerspooler puffert Druckaufträge und leitet sie dann an das Gerät weiter. Wenn hier Daten beschädigt werden oder alte Aufträge hängen bleiben, kann ein ansonsten intakter Drucker auf einmal unlesbare Zeichenfolgen drucken. Das fällt oft dadurch auf, dass ab einem bestimmten Dokument alles durcheinandergerät.

Besonders unter Windows lohnt ein kurzer Blick, wenn die Probleme plötzlich ohne erkennbare Änderung auftreten. In einigen Fällen hilft es bereits, den Spooler-Dienst neu zu starten und alle ausstehenden Aufträge zu löschen.

Druckerspooler unter Windows bereinigen

Ein bewährter Weg, um Spoolerprobleme auszuschließen, besteht aus wenigen Schritten:

  1. Alle Druckaufträge im Druckerwarteschlangen-Fenster abbrechen.
  2. Den Druckspooler-Dienst neu starten (über Diensteverwaltung oder Neustart des Systems).
  3. Den Drucker kurz vom Strom trennen und wieder einschalten.
  4. Eine einfache Testseite aus den Druckereigenschaften ausgeben.

Wenn danach alles wieder lesbar ist und neue Ausdrucke sauber erscheinen, war ein fehlerhafter Auftrag oder ein Spoolerproblem der Auslöser.

Typische Fehlerszenarien aus der Praxis

Die folgenden Beispiele orientieren sich an häufigen Alltagssituationen, in denen Drucker wirre Zeichen erzeugen. Sie helfen, schneller abzuschätzen, in welche Richtung die Lösung geht.

Praxisbeispiel 1: Umlaute werden zu Sonderzeichen

Ein Büro druckt Rechnungen aus einer älteren Warenwirtschaftssoftware. Auf dem Papier werden „ä“, „ö“, „ü“ und „ß“ als seltsame Sonderzeichen angezeigt, während Buchstaben und Zahlen stimmen. PDF-Dokumente aus einem anderen Programm drucken dagegen fehlerfrei.

In dieser Konstellation liegt der Fokus klar auf der Zeichencodierung im Warenwirtschaftssystem und auf der Codepage oder Schrift, die für den Ausdruck definiert ist. Nach Prüfung der Einstellungen stellt sich heraus, dass die Software eine alte DOS-Codepage verwendet, der neue Laserdrucker im Treiber aber mit einer anderen Zuordnung arbeitet. Durch Umstellen der im Programm verwendeten Codepage beziehungsweise durch Konfiguration des Druckers auf dieselbe Codepage erscheinen die Umlaute wieder korrekt.

Praxisbeispiel 2: Nur bei PDF-Ausdrucken wilde Zeichen

Auf einem Abteilungsdrucker erscheinen lediglich bei bestimmten PDF-Dokumenten lange Zeilen voller Symbole und kryptischer Zeichen, während Office-Dateien völlig normal ausgegeben werden. Die betroffenen PDFs enthalten eingebettete Sonder- und Unternehmensschriften.

Bei der Analyse zeigt sich, dass der eingesetzte Treiber ein universeller PCL-Treiber ist, der mit den eingebetteten Fonts dieser PDFs Schwierigkeiten hat. Nach Installation des originalen PostScript-Treibers des Herstellers und Auswahl dieses Treibers für den Drucker werden dieselben PDFs ohne Zeichenfehler ausgegeben. Hier war die Kombination aus Treiber und Schrifteinbettung der entscheidende Punkt.

Praxisbeispiel 3: Terminalprogramm druckt Datenmüll

In einer Lagerhalle läuft ein Terminalprogramm, das Etiketten mit Textzeilen auf einem Netzwerkdrucker ausgeben soll. Statt klarer Artikelnummern und Bezeichnungen druckt das Gerät scheinbar zufällige Zeichenketten. Andere Programme, die denselben Drucker nutzen, haben kein Problem.

Bei der Durchsicht fällt auf, dass die Terminalemulation auf eine andere Zeichencodierung eingestellt ist als das System, auf dem das Terminal läuft. Zusätzlich passt der verwendete Druckerport nicht zur Emulation. Nach Anpassen der Emulation (z. B. auf UTF‑8 oder die erwartete Codepage) und Umkonfigurieren des Ports auf ein passendes Protokoll werden die Etiketten wieder mit korrekt lesbaren Zeichen gedruckt.

Anschlussarten und alte LPT-/COM-Drucker

Viele ältere Druckerseen arbeiten noch an parallelen (LPT) oder seriellen (COM) Schnittstellen. Wird ein solches Gerät über Adapter oder spezielle Karten an moderne Systeme angeschlossen, können sich Übertragungsparameter oder Signale so verändern, dass Zeichen nicht mehr exakt ankommen.

Typische Auffälligkeiten sind abgeschnittene Zeilen, verschobene Steuerzeichen oder zufällig wirkende Symbolreihen bei längeren Ausdrucken. Häufig entstehen diese Effekte, wenn Handshake- oder Paritätseinstellungen nicht übereinstimmen.

Serielle Schnittstellen korrekt einstellen

Bei seriellen Verbindungen gelten immer noch klassische Parameter wie Baudrate, Datenbits, Parität und Stoppbits. Diese Einstellungen müssen an beiden Enden identisch sein, sonst entstehen Bitfehler, die sich direkt in falschen Zeichen niederschlagen.

Hilfreiche Schritte:

  • Im Druckerhandbuch nachsehen, welche seriellen Parameter voreingestellt oder empfohlen sind.
  • Am PC (z. B. in der Gerätesteuerung oder Terminalsoftware) dieselben Werte setzen.
  • Die Schnittstelle mit einem einfachen, kurzen Testtext prüfen.

Wenn erst nach dieser Anpassung lesbarer Text am Drucker ankommt, war die Schnittstellenkonfiguration der Auslöser.

Gute Vorgehensweise für eine systematische Lösung

Ein strukturiertes Vorgehen verkürzt die Suche deutlich. Statt wahllos Einstellungen zu ändern, lohnt es sich, Schritt für Schritt vom Einfachen zum Speziellen zu gehen. So bleibt jederzeit nachvollziehbar, welche Änderung die Verbesserung gebracht hat.

Ein sinnvoller Ablauf, um das Zeichenchaos zu beenden, sieht zusammengefasst so aus:

  1. Prüfen, ob die falschen Zeichen bei allen Programmen oder nur bei einzelnen auftreten.
  2. Die Windows-Testseite oder eine Testseite des Geräts selbst drucken und bewerten.
  3. Den installierten Treiber kontrollieren und möglichst durch den originalen Herstellertreiber ersetzen.
  4. Die im Treiber und im Gerät eingestellte Druckersprache (PCL/PostScript/Auto) abgleichen.
  5. Bei einzelnen Programmen deren Zeichencodierung, Schriftauswahl und Exportoptionen prüfen.
  6. Gesondert testen, ob PDFs und Office-Dokumente sauber drucken.
  7. Spooler und Druckwarteschlange leeren, wenn das Problem plötzlich auftritt.
  8. Bei alten Geräten und Spezialsoftware die Codepage- und Schnittstelleneinstellungen vergleichen.

Wer diese Reihenfolge verfolgt, landet in vielen Fällen schon auf halbem Weg bei der entscheidenden Ursache und muss nicht in Firmware-Updates oder aufwendige Spezialkonfigurationen einsteigen.

Häufige Fragen zum Zeichensatz beim Drucken

Woran erkenne ich, ob ein Zeichensatzproblem oder ein Treiberfehler vorliegt?

Wenn ein Testdruck direkt aus dem Druckermenü sauber aussieht, ein Ausdruck aus bestimmten Programmen aber Sonderzeichen oder Kauderwelsch zeigt, liegt meist ein Zeichensatz- oder Codierungsproblem vor. Treiberfehler machen sich eher dadurch bemerkbar, dass ganze Seiten unlesbare Steuersequenzen enthalten oder der Drucker nur teilweise reagiert.

Warum erscheinen vor allem Umlaute und Sonderzeichen falsch?

Umlaute und Sonderzeichen liegen in vielen Codepages an unterschiedlichen Positionen, weshalb beim Wechsel der Zeichencodierung aus Ä, Ö, Ü oder ß andere Symbole werden. Sobald Treiber, Betriebssystem und Anwendung wieder dieselbe Codierung nutzen, erscheinen diese Zeichen auf den Ausdrucken wieder korrekt.

Wie stelle ich sicher, dass ein Netzwerkdrucker den richtigen Zeichensatz nutzt?

Im Webinterface vieler Netzwerkdrucker lässt sich unter System, Sprache oder Emulation festlegen, ob PCL, PostScript oder eine andere Sprache aktiv ist und welche interne Schrift mit welcher Codepage verwendet wird. Nach einer Änderung sollten Sie den Drucker neu starten und anschließend mit einer Testseite aus dem Betriebssystem prüfen, ob alle Zeichen stimmig erscheinen.

Hilft es, den Drucker auf Werkseinstellungen zurückzusetzen?

Ein Werksreset entfernt fehlerhafte Konfigurationen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, und stellt die Standardzeichensätze und Emulationen wieder her. Danach müssen jedoch Netzwerkeinstellungen und eventuell spezielle Schrift- oder Formulareinstellungen erneut eingerichtet werden.

Was kann ich tun, wenn nur ein einzelnes Programm unlesbare Zeichen druckt?

In diesem Fall sollten Sie die Druckoptionen direkt in diesem Programm prüfen und testweise einen anderen Druckertreiber oder eine PDF-Ausgabe wählen. Häufig hilft es bereits, innerhalb der Anwendung eine andere Schriftart zu verwenden oder eine Option wie „Als Grafik drucken“ zu aktivieren.

Spielt die Schriftart auf dem Rechner für den Ausdruck eine Rolle?

Ja, vor allem wenn der Drucker auf seine eigenen internen Fonts zurückgreift und der Treiber nicht alle Zeichen der verwendeten Schrift korrekt zuordnet. Verwenden Sie nach Möglichkeit weit verbreitete Schriften wie Arial oder Times New Roman oder aktivieren Sie im Treiber das Herunterladen von TrueType-Schriften.

Warum sind Ausdrucke aus sehr alten Programmen oft unleserlich?

Viele ältere Anwendungen orientieren sich an DOS-Codepages oder nutzen direkte Steuersequenzen, die moderne Drucker nicht mehr standardmäßig verstehen. In solchen Fällen helfen angepasste Emulationen, spezielle Treiber oder ein Umweg über eine Terminalemulation, die den Zeichensatz passend umsetzt.

Kann ein Firmware-Update Zeichensatzprobleme wirklich beheben?

Hersteller korrigieren mit neuen Firmware-Versionen oft Fehler bei Zeichensätzen, Druckersprachen oder Speicherverwaltung, was in der Folge auch fehlerhafte Zeichenbilder beseitigen kann. Vor einem Update sollten Sie aber prüfen, ob die Version für Ihr Modell vorgesehen ist und die Hinweise des Herstellers sorgfältig befolgen.

Was mache ich, wenn nur Ausdrucke aus PDF-Dateien Zeichenwirrwarr zeigen?

In diesem Fall sollten Sie im PDF-Viewer testweise die Option zum Drucken als Bild aktivieren und prüfen, ob eingebettete Schriftarten korrekt vorhanden sind. Hilft das, können Sie im Treiber dauerhaft auf Grafikmodus umstellen oder im Erzeugungsprogramm der PDFs auf Standardfonts und vollständige Schrifteinbettung achten.

Wie kann ich testen, ob der Druckerspooler an den falschen Zeichen beteiligt ist?

Wenn nach dem Leeren des Spoolers und einem Neustart des Dienstes alle neu gestarteten Druckaufträge wieder lesbar sind, war der Dienst offenbar in einem fehlerhaften Zustand. Bleibt das Problem bestehen, liegt die Ursache eher bei Treiber, Druckersprache oder der Zeichencodierung einzelner Programme.

Wann lohnt es sich, einen anderen Anschluss oder ein anderes Protokoll zu testen?

Sobald nur ein bestimmter Übertragungsweg solche Zeichenfehler zeigt, etwa ein direkter RAW-Port oder eine serielle Verbindung, kann ein Wechsel auf IPP oder einen Standard-TCP/IP-Port Klarheit bringen. Verschwindet das Problem damit, zeigt dies meist, dass auf dem ursprünglichen Weg Steuerzeichen oder Codierungen verfälscht wurden.

Wie sichere ich funktionierende Einstellungen, wenn der Druck endlich wieder korrekt ist?

Notieren Sie die aktive Druckersprache, die verwendete Schriftart, besondere Treiberoptionen und gegebenenfalls geänderte Netzwerk- oder Terminaleinstellungen, damit Sie diese bei Bedarf schnell rekonstruieren können. Bei manchen Geräten lassen sich Konfigurationen auch als Datei exportieren oder auf einem USB-Stick sichern.

Fazit

Falsch dargestellte Zeichen beim Drucken lassen sich mit einem systematischen Vorgehen aus Treiberkontrolle, Zeichencodierung und Geräteeinstellungen zuverlässig beheben. Wer vom Testdruck am Gerät über die Treiberwahl bis zur Programmkontrolle jeden Schritt prüft, findet die eigentliche Ursache meist rasch. Dokumentierte Einstellungen und aktuelle Firmware sorgen anschließend dafür, dass der Drucker auch langfristig saubere Texte mit korrekten Sonderzeichen ausgibt.

Checkliste
  • Falscher oder generischer Druckertreiber
  • Unpassende Druckersprache (z. B. PCL statt PostScript oder umgekehrt)
  • Falsche Zeichencodierung im Programm (z. B. ANSI vs. UTF‑8)
  • Druck über alten LPT-/COM-Port oder RAW-Textausgabe
  • Einbetten von Schriftarten nicht aktiv oder fehlerhaft
  • Defekte oder veraltete Firmware im Drucker
  • Beschädigte Druckaufträge oder fehlerhafte Spooler-Einstellungen

Deine Bewertung
0,0 0 Stimmen
Klicke auf einen Stern, um zu bewerten.

Unsere Redaktion

Über 15 Jahre Erfahrung mit Windows- und PC-Problemen aller Art. Wir sind Euer Technikratgeber seit 2009.

Mitarbeiter Porträt Martin Keller

Martin Keller

34, Hamburg, gelernter IT-Systemadministrator und Schachfreund. Mag außerdem gerne gutes Bier.

Mitarbeiter Porträt Daniel Cho

Daniel Cho

29, Frankfurt am Main, Data Analyst. Fotografie-begeistert und Stratege durch und durch. Kann alles.

Mitarbeiterin Porträt Sofia Mendes

Sofia Mendes

27, Köln, Projektmanagerin. Workshop-Junkie und Handy-süchtig. Sprachen-Genie mit italienischen Wurzeln.

Mitarbeiter Porträt Tobias Wagner

Tobias Wagner

36, Stuttgart, Softwareentwickler. Digital Native und PC-Freak durch und durch. Spielt perfekt Gitarre.

Mitarbeiter Porträt Enzokuhle Dlamini

Enzokuhle Dlamini

55, Düsseldorf, Personalmanagerin. Liebt ihren Garten genauso wie WordPress. Geboren in Südafrika.

Mitarbeiter Porträt Joachim Freising

Joachim Freising

52, Bergisch-Gladbach, Teamleiter IT. Technik-affin. Hat für jedes Problem eine Lösung parat. Sehr geduldig.

Unsere Redaktion:

Über 15 Jahre Erfahrung mit Windows- und PC-Problemen aller Art. Wir sind Euer Technikratgeber seit 2009.

Mitarbeiter Porträt Martin Keller

Martin Keller

Mitarbeiter Porträt Daniel Cho

Daniel Cho

Mitarbeiterin Porträt Sofia Mendes

Sofia Mendes

Mitarbeiter Porträt Tobias Wagner

Tobias Wagner

Mitarbeiter Porträt Enzokuhle Dlamini

Enzokuhle Dlamini

Mitarbeiter Porträt Joachim Freising

Joachim Freising

Schreibe einen Kommentar