SSD Alignment überprüfen – Performance-Verlust vermeiden

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 23. März 2026, zuletzt aktualisiert: 23. März 2026

Eine falsch ausgerichtete SSD verursacht oft spürbar langsamere Zugriffszeiten und unnötige Schreibzugriffe. Mit wenigen Prüfungen und Anpassungen lässt sich die Ausrichtung der Partitionen kontrollieren und bei Bedarf sauber korrigieren.

Wer eine SSD optimal nutzen will, sollte sicherstellen, dass die Partitionen an den physikalischen Speichergrenzen der SSD ausgerichtet sind. Das schützt die Lebensdauer des Laufwerks und sorgt dafür, dass die nominelle Geschwindigkeit auch im Alltag ankommt.

Was bedeutet Alignment bei SSDs überhaupt?

Beim Alignment geht es darum, dass logische Blöcke des Dateisystems passend zu den internen Speicherblöcken der SSD angeordnet werden. Stimmen diese Grenzen nicht überein, muss der Controller der SSD für jeden Lese- oder Schreibvorgang unnötig viele Speicherzellen anfassen, was Zeit kostet und die Abnutzung erhöht.

Moderne SSDs arbeiten typischerweise mit 4-Kilobyte-Sektoren und größeren Erase-Blöcken im Bereich einiger Megabyte. Betriebssysteme nutzen ebenfalls 4-Kilobyte-Cluster oder Vielfache davon. Idealerweise beginnt jede Partition deshalb auf einem Vielfachen von 1 MB oder 2048 logischen Sektoren.

Ist eine Partition nicht an diesen Grenzen ausgerichtet, spricht man von einer Fehl-Ausrichtung. Das tritt häufig auf, wenn ein älteres System von einer klassischen Festplatte auf eine SSD geklont wurde oder wenn sehr alte Installationsmedien verwendet wurden.

Typische Symptome bei fehlerhafter Ausrichtung

Einige Leistungsprobleme ähneln anderen Ursachen, etwa vollgelaufenen SSDs oder fehlender TRIM-Unterstützung. Es lohnt sich daher, die Symptome einzuordnen, bevor man vorschnell an Alignment denkt.

Häufig beobachtete Anzeichen sind:

  • Die SSD erreicht bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen (4K) deutlich geringere Werte als in Tests des gleichen Modells üblich.
  • Das System reagiert träge, obwohl genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist und die Auslastung der CPU gering bleibt.
  • Programmstarths und Dateizugriffe wirken ungleichmäßig: mal flott, mal auffällig langsam, ohne erkennbare Hintergrundaktivitäten.
  • Benchmarks zeigen gute sequentielle Transferraten, aber die Werte für kleine Blöcke brechen ein.

Treffen mehrere dieser Punkte zu und sind andere Klassiker wie zu wenig freier Speicherplatz, fehlende Treiber oder ein voller Virenscanner-Planer bereits ausgeschlossen, lohnt ein Blick auf die Ausrichtung der Partitionen.

SSD Alignment unter Windows mit Bordmitteln prüfen

Unter Windows lässt sich die Ausrichtung der Partitionen mit integrierten Werkzeugen recht zuverlässig einschätzen. Dabei spielt vor allem der Startsektor einer Partition eine Rolle.

Ein schneller Weg führt über die Datenträgerverwaltung, liefert aber nur begrenzte Detailtiefe. Präziser wird es mit der Eingabeaufforderung und dem Tool Diskpart.

Über Datenträgerverwaltung einen ersten Eindruck bekommen

Die Datenträgerverwaltung zeigt Partitionen und deren Startposition an, wenn auch nicht immer in fein genug aufgelösten Einheiten. Sie erlaubt aber, alte MBR-Partitionstabellen oder ungewöhnliche Aufteilungen zu erkennen.

Anleitung
1Eingabeaufforderung als Administrator öffnen.
2Den Befehl diskpart ausführen.
3Mit list disk den richtigen Datenträger identifizieren.
4select disk X (X durch die Nummer des SSD-Datenträgers ersetzen).
5list partition aufrufen, um Start-Offsets und Größen zu sehen.

Der Weg dorthin:

  • Rechtsklick auf Startmenü und Datenträgerverwaltung öffnen.
  • Die SSD im unteren Bereich identifizieren (Kapazität, Bezeichnung und Anbindung beachten).
  • Mit einem Rechtsklick auf eine Partition Eigenschaften aufrufen und im Reiter Volumes nachsehen.

Wichtige Hinweise sind dort die Art der Partitionstabelle (MBR oder GPT) und die angezeigten Offsets. Für eine genaue Beurteilung ist jedoch meist Diskpart die bessere Wahl.

Mit Diskpart Startsektoren und Offsets prüfen

Diskpart liefert Informationen zu Startsektoren und Offsets, mit denen sich die Ausrichtung präzise beurteilen lässt. Ausschlaggebend ist, ob der Startsektor durch 2048 teilbar ist oder ob der Offset in Kilobyte sauber durch 4096 teilbar ist.

Eine praxiserprobte Abfolge sieht so aus:

  1. Eingabeaufforderung als Administrator öffnen.
  2. Den Befehl diskpart ausführen.
  3. Mit list disk den richtigen Datenträger identifizieren.
  4. select disk X (X durch die Nummer des SSD-Datenträgers ersetzen).
  5. list partition aufrufen, um Start-Offsets und Größen zu sehen.

Viele Windows-Versionen zeigen in Diskpart den Offset in Kilobyte. Typische Werte sind 1024 KB oder andere Vielfache von 1024 KB. Beginnt eine Partition zum Beispiel bei 1024 KB, ist sie üblicherweise korrekt ausgerichtet, da 1024 KB durch 4096 Bytes ohne Rest teilbar sind.

Wenn die Anzeige in Sektoren erfolgt, lässt sich ein ähnlicher Test anwenden. Ein weit verbreiteter Richtwert lautet: Ist der Startsektor durch 2048 teilbar, passt die Ausrichtung im Normalfall zur 4K-Struktur moderner SSDs.

SSD Alignment mit kostenlosen Tools überprüfen

Viele Anwender bevorzugen ein grafisches Werkzeug, das die Ausrichtung direkt bewertet. Einige kostenlose Programme zeigen an, ob Partitionen ausgerichtet sind oder nicht, und sparen das Rechnen per Hand.

Solche Tools arbeiten häufig mit Ampel- oder Textanzeigen wie „aligned“ und „not aligned“ und nehmen damit die Unsicherheit bei der Interpretation der Offsets.

Typische Funktionen solcher Hilfsprogramme

Die meisten Partitionierungs- und SSD-Werkzeuge mit Alignment-Funktion bieten ähnliche Möglichkeiten. Für die Fehlersuche relevant sind vor allem diese Punkte:

  • Anzeige der physischen und logischen Sektorgrößen (z. B. 512e vs. 4K native).
  • Darstellung der Startposition einer Partition in Sektoren oder Kilobyte.
  • Einfache Bewertung, ob die Partition an 4K- oder 1-MB-Grenzen ausgerichtet ist.
  • Optionen zum nachträglichen Verschieben oder Neu-Ausrichten von Partitionen.

Vor jeder Änderung an Partitionen ist ein vollständiges Backup Pflicht. Beim Verschieben oder Vergrößern einer Partition besteht immer ein Restrisiko für Datenverlust, etwa bei einem Stromausfall oder einem defekten Kabel während des Vorgangs.

Wann ist die Ausrichtung in Ordnung?

Viele Nutzer sind unsicher, welche Startwerte als „gut“ gelten. Entscheidend ist, dass die Grenzen der Partitionen zu den internen Strukturen der SSD passen, vor allem zur logischen Sektorgröße von 4 KB.

Als praxistaugliche Faustregeln haben sich folgende Punkte etabliert:

  • Startoffset der Systempartition bei 1 MB (1024 KB) oder einem Vielfachen davon.
  • Startsektor der Partition bei 2048 oder einem Vielfachen davon.
  • Partitionen, die mit modernen Windows-Versionen (ab Windows 7) frisch angelegt wurden, sind in der Regel korrekt ausgerichtet.

Abweichende Werte deuten nicht automatisch auf ein Problem hin, aber je geringer der Abstand zu diesen Vielfachen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die logischen Cluster mitten in physische Blöcke hineinragen. Genau dieses Überschneiden verursacht den Leistungs- und Verschleiß-Nachteil.

SSD Alignment bei Neuinstallation optimieren

Bei einer Neuinstallation des Betriebssystems lässt sich die Ausrichtung von Anfang an sauber gestalten. Moderne Installationsmedien erledigen das normalerweise automatisch, solange der Datenträger vor der Installation vollständig neu partitioniert wird.

Windows ab Version 7 legt Partitionen standardmäßig an 1-MB-Grenzen an. Voraussetzung ist allerdings, dass der Installationsassistent die Partitionen selbst erstellen darf und nicht eine alte Struktur einfach wiederverwendet wird.

Für eine saubere Einrichtung bietet sich folgender Ablauf an:

  1. Während der Windows-Installation zum Schritt mit der Laufwerksauswahl navigieren.
  2. Alle vorhandenen Partitionen der SSD löschen (vorher Datensicherung erstellen!).
  3. Den nun als „Nicht zugeordneter Speicherplatz“ markierten Bereich auswählen.
  4. Auf Weiter klicken, damit Windows die benötigten Partitionen automatisch anlegt.

Auf diese Weise erzeugt Windows eine Systemreserviert- oder EFI-Partition und die eigentliche Systempartition mit geeigneter Ausrichtung. Zusätzliche Datenpartitionen, die später über die Datenträgerverwaltung erstellt werden, halten sich ebenfalls an passende Startgrenzen.

Bestehende Installation: SSD Alignment nachträglich korrigieren

In vielen Fällen ist das Betriebssystem bereits installiert und ein kompletter Neuaufbau kommt nicht in Frage. Dann stellt sich die Frage, wie sich die Ausrichtung nachträglich verbessern lässt, ohne alles von Grund auf neu zu machen.

Hier gibt es im Wesentlichen zwei Ansätze: Verschieben von Partitionen auf der bestehenden SSD oder Neuaufsetzen mit vorherigem Klonen der Daten.

Partitionen auf der SSD verschieben

Einige Partitionierungsprogramme können Partitionsgrenzen verschieben, um sie an 1-MB-Grenzen auszurichten. Das bedeutet jedoch stets eine umfangreiche Umsortierung der Daten auf der SSD und dauert je nach Datenmenge länger.

Für einen solchen Schritt ist eine Sicherung auf ein anderes Laufwerk unverzichtbar. Ein plötzlicher Abbruch während des Verschiebens kann die Partition unbrauchbar machen.

Geeignet ist dieser Weg vor allem dann, wenn:

  • die Installation viel Zeit gekostet hat (zahlreiche Programme, spezielle Einstellungen) und man sie ungern komplett neu aufsetzt,
  • genügend Platz auf der SSD vorhanden ist, um Partitionen gefahrlos zu verschieben,
  • eine zuverlässige Sicherung aller wichtigen Daten bereits vorliegt.

Neuaufsetzen mit Klonen als Zwischenschritt

Eine andere Strategie besteht darin, das vorhandene System zunächst auf ein temporäres Laufwerk zu klonen, die SSD dann neu zu partitionieren und anschließend die Daten in eine passend ausgerichtete Struktur zurückzubringen.

Das klingt aufwendiger, bringt aber den Vorteil, dass die Partitionstabellen von Grund auf sauber erstellt werden können. Viele Klonwerkzeuge bieten inzwischen Optionen, das Alignment beim Rückspielen anzupassen.

Ein typischer Ablauf könnte so aussehen:

  1. Komplettes Backup der SSD auf ein externes Laufwerk erstellen.
  2. SSD mit einem Partitionierungswerkzeug komplett löschen und neu einrichten (mit ausgerichteten Partitionen).
  3. Systemabbild oder Klon zurückspielen, wobei die Software die Daten in die neuen, korrekt ausgerichteten Partitionen schreibt.
  4. Nach dem ersten Start die Ausrichtung nochmals mit Diskpart oder einem Alignment-Tool prüfen.

Praxisbeispiele aus typischen Alltagssituationen

Theorie ist gut, klarer wird der Nutzen einer sauberen Ausrichtung an greifbaren Situationen. Die folgenden Beispiele orientieren sich an häufigen Konstellationen im Alltag.

Praxisbeispiel 1: Alten Notebook-Datenträger auf SSD geklont

Eine Nutzerin klont die alte 500-GB-Festplatte ihres Notebooks auf eine neue SSD. Nach dem Tausch startet das System zwar, Programme öffnen sich aber nur wenig schneller als zuvor. Ein Benchmark zeigt mittelmäßige Werte bei zufälligen Zugriffen.

Mit Diskpart stellt sie fest, dass die Systempartition bei einem ungeraden Startoffset beginnt, der kein Vielfaches von 1 MB darstellt. Ein Partitionierungsprogramm meldet ebenfalls eine nicht ausgerichtete Partition. Sie entscheidet sich für ein vollständiges Backup und richtet die SSD über die Windows-Installation neu ein, bevor sie ihre Daten wiederherstellt. Danach fallen Programmstarts und Dateizugriffe deutlich schneller aus.

Praxisbeispiel 2: Mehrere kleine Partitionen auf einer SSD

Ein Anwender hat seine SSD in mehrere kleine Bereiche unterteilt: System, Spiele, Daten, Testumgebung. Über die Zeit wurde mit verschiedenen Tools partitioniert, sodass einige Bereiche nicht mehr an den ursprünglichen Startgrenzen liegen.

Bei der Prüfung stellt er fest, dass die Systempartition korrekt ausgerichtet ist, zwei der später angelegten Bereiche jedoch leicht verschoben begonnen haben. Durch gezieltes Verschieben der betroffenen Partitionen auf glatte 1-MB-Grenzen stabilisiert sich die Leistung wieder, und die SSD arbeitet gleichmäßiger.

Praxisbeispiel 3: Neuinstallation auf moderner NVMe-SSD

In einem Desktop-PC wird eine NVMe-SSD eingebaut, auf der Windows frisch installiert werden soll. Der Nutzer löscht im Setup alle vorhandenen Partitionen und lässt den Installer automatisch neue Bereiche anlegen.

Nach Abschluss der Installation prüft er mit Diskpart die Offsets und stellt fest, dass alle Partitionen bei 1-MB-Grenzen beginnen. Die Benchmarks bestätigen hohe Werte bei zufälligen Zugriffen, und im Alltag reagieren Programme schnell, ohne dass an der Ausrichtung noch etwas optimiert werden muss.

Zusammenhang von Alignment, TRIM und Over-Provisioning

Die Ausrichtung einer SSD ist nur ein Baustein im Gesamtbild der Leistung und Haltbarkeit. Ebenso wichtig sind TRIM-Unterstützung und ein gewisser Reservebereich, den der Controller für die Verwaltung freier Blöcke nutzt.

TRIM ist ein Befehl, mit dem das Betriebssystem der SSD mitteilt, welche Datenblöcke nicht mehr benötigt werden. Dadurch kann die SSD im Hintergrund Speicherzellen vorbereiten und Schreibvorgänge effizienter abwickeln. Eine schlechte Ausrichtung kann diese Prozesse ausbremsen, weil mehr Blöcke als nötig angefasst werden müssen.

Over-Provisioning bezeichnet zusätzlichen, nicht sichtbaren Speicherbereich der SSD, den der Controller für Wear-Leveling und interne Pufferfunktionen nutzt. Auch hier hilft es, wenn die Partitionen so angelegt sind, dass die internen Strukturen nicht ungünstig durchschnitten werden.

Typische Fehler und Missverständnisse zum Thema Alignment

Beim Thema Ausrichtung kursieren viele Halbwahrheiten und veraltete Tipps aus den Anfangszeiten der SSDs. Einige davon halten sich hartnäckig und führen zu unnötigen Sorgen oder zu riskanten Aktionen.

Zu den häufigsten Missverständnissen gehören:

  • Die Annahme, jede langsam wirkende SSD sei automatisch falsch ausgerichtet.
  • Der Glaube, dass ein einmal richtig ausgerichteter Datenträger durch normale Nutzung seine Ausrichtung verlieren könne.
  • Die Vorstellung, Alignment sei bei modernen Systemen generell überflüssig geworden.

In der Praxis gilt: Viele aktuelle Systeme richten Partitionen von Haus aus passend aus. Probleme entstehen vor allem dann, wenn ältere Installationsmedien, alte Klonwerkzeuge oder Mischformen aus verschiedenen Partitionierungsprogrammen im Einsatz waren.

Wann lohnt sich eine Korrektur tatsächlich?

Nicht jede minimale Abweichung beim Offset rechtfertigt einen riskanten Eingriff an laufenden Systemen. Entscheidend ist, ob sich in Tests und im Alltag wirklich spürbare Nachteile zeigen.

Eine Korrektur der Ausrichtung ist insbesondere sinnvoll, wenn folgende Punkte zusammentreffen:

  • Deutliche Einbrüche bei zufälligen 4K-Zugriffen im Vergleich zu Herstellerangaben oder unabhängigen Tests.
  • Mehrere Partitionen auf der SSD starten mit Offsets, die klar außerhalb sinnvoller Vielfacher von 1 MB liegen.
  • Andere Ursachen wie zu wenig freier Speicher, fehlende TRIM-Unterstützung, fehlerhafte Treiber oder starke Hintergrundaktivität wurden sorgfältig überprüft.

Wenn nur eine Datenpartition leicht abweicht, die selten viele kleine Dateien verarbeitet, kann man das Risiko und den Aufwand einer korrigierenden Aktion gegen den realen Nutzen abwägen.

So lässt sich Alignment in eine Gesamtstrategie zur SSD-Pflege einbinden

Die Ausrichtung der Partitionen sollte Teil eines größeren Plans für Wartung und Pflege von SSDs sein. Dazu gehören regelmäßige Backups, ausreichend freier Platz, aktuelle Firmware und passende Energieeinstellungen.

Für viele Nutzer hat sich ein Vorgehen etabliert, das in groben Zügen so aussieht:

  • Bei Neuinstallation oder Laufwerkswechsel Partitionen vom Betriebssystem automatisch erstellen lassen.
  • Nach dem Einrichten einmalig mit einem Tool oder Diskpart prüfen, ob die Offsets sinnvoll sind.
  • Danach vor allem auf TRIM, freie Kapazität (mindestens 10–20 % ungenutzt) und aktuelle Treiber achten.
  • Bei auffälligen Leistungseinbrüchen gezielt testen, statt wahllos zu „optimieren“.

Wird die Ausrichtung einmal sauber eingerichtet und bleibt die Partitionierung stabil, braucht sie in der Regel keine fortlaufende Pflege mehr. Die Aufmerksamkeit kann sich dann den anderen Faktoren widmen, die für eine dauerhaft flotte SSD entscheidend sind.

Häufige Fragen zum SSD-Alignment

Wie stark wirkt sich ein falsches Alignment auf die Geschwindigkeit aus?

Die Auswirkungen hängen stark von der Art der Zugriffe ab, bei vielen kleinen Lese- und Schreibvorgängen kann der Unterschied jedoch deutlich spürbar sein. In synthetischen Benchmarks zeigen sich häufig je nach Szenario zweistellige Prozentabweichungen, während reine sequentielle Transfers oft weniger stark betroffen sind.

Kann eine moderne SSD von Werk aus falsch ausgerichtet sein?

Die SSD selbst ist in der Regel nicht das Problem, sondern die Art, wie das Betriebssystem Partitionen auf dem Laufwerk anlegt. Bei sehr alten Installationen oder vor Jahren erstellten Images können noch Offset-Werte existieren, die nicht zu heutigen 4K- und größeren Blöcken passen.

Reicht es aus, nur die Systempartition zu prüfen?

Für die Alltagspraxis ist die System- und Programmpartition am wichtigsten, da von ihr die meisten Zugriffe ausgehen. Sinnvoll ist es jedoch, bei einer Analyse gleich alle Partitionen des Laufwerks zu prüfen, um Inkonsistenzen gar nicht erst zu übersehen.

Wie stelle ich sicher, dass neue Partitionen korrekt ausgerichtet sind?

Aktuelle Versionen von Windows, macOS und gängigen Linux-Distributionen richten neue Partitionen in der Regel automatisch passend zu den internen Blöcken der SSD aus. Wer mit Tools wie Diskpart oder einem Partitionsmanager arbeitet, sollte darauf achten, dass die Option für 1-MB- oder 4K-Ausrichtung aktiviert ist.

Kann eine Korrektur des Alignments Daten beschädigen?

Jede Operation, die Partitionen verschiebt oder deren Startposition verändert, birgt ein gewisses Risiko bei Stromausfall, Absturz oder Bedienfehlern. Deshalb empfiehlt sich vor einer Umstellung der Ausrichtung immer ein vollständiges Backup der wichtigen Daten, selbst wenn das eingesetzte Tool als sicher gilt.

Wie erkenne ich, ob sich eine Korrektur der Ausrichtung überhaupt lohnt?

Wenn Benchmarks deutliche Einbrüche bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen zeigen und die Partitionsoffsets nicht durch 4K oder 1 MB teilbar sind, spricht vieles für eine Optimierung. Bleiben die Messwerte trotz nicht optimaler Startadressen im unkritischen Bereich und gibt es keine gefühlten Einschränkungen im Alltag, kann man den Aufwand abwägen.

Spielt die Ausrichtung auch bei NVMe-SSDs eine Rolle?

NVMe-Laufwerke arbeiten zwar mit einem anderen Protokoll, verwenden intern aber ebenfalls Seiten- und Blockgrößen, zu denen die Partitionen passend liegen sollten. Auch wenn aktuelle Betriebssysteme hier meist sauber arbeiten, lohnt sich ein Blick auf Offset-Werte, besonders bei migrierten oder geklonten Installationen.

Unterscheidet sich das Vorgehen bei Linux vom Vorgehen unter Windows?

Die Werkzeuge sind andere, doch das Prinzip bleibt identisch: Partitionen sollten mit einem Startoffset angelegt werden, der zu den 4K-Grenzen der SSD passt. Unter Linux nutzen viele Anwender Tools wie fdisk, parted oder gparted, die bei richtiger Nutzung ebenfalls sauber ausgerichtete Partitionen erzeugen.

Wie lässt sich Alignment in Wartungsroutinen einbinden?

Nach größeren Umbauten wie Klonvorgängen, dem Verschieben von Partitionen oder dem Wechsel des Controllers kann eine erneute Prüfung sinnvoll sein. Im normalen Alltag genügt es, im Rahmen gelegentlicher Systempflege einen schnellen Check zusammen mit SMART-Daten, TRIM-Status und verfügbarem Speicherplatz durchzuführen.

Kann ein Image-Backup ein korrektes Alignment wieder beschädigen?

Wird ein altes Image mit veralteter Partitionsstruktur auf eine aktuelle SSD zurückgespielt, kann sich die frühere Ausrichtung wieder einschleichen. Nutzt man hingegen ein Backup auf Dateiebene oder setzt beim Rückspielen auf Tools, die Partitionen neu anlegen und anschließend füllen, bleibt die neue, saubere Struktur erhalten.

Beeinflusst die Ausrichtung auch die Lebensdauer der SSD?

Unausgerichtete Partitionen können dazu führen, dass für kleine Änderungen unnötig viele Speicherzellen beschrieben werden, was die Schreiblast erhöht. Eine saubere Struktur unterstützt damit indirekt eine gleichmäßigere Beanspruchung der Flash-Zellen und kann helfen, die verfügbare Schreibleistung über die Jahre stabiler zu halten.

Welche Anzeichen deuten trotz korrektem Alignment auf andere Ursachen hin?

Fällt die Leistung trotz sauberer Offset-Werte deutlich ab, liegen die Ursachen oft bei vollem Laufwerk, fehlendem TRIM, veralteter Firmware oder einem überlasteten Controller. In solchen Fällen helfen gezielte Prüfungen von Treibern, Temperaturentwicklung, Energieeinstellungen und SMART-Werten weiter.

Fazit

Wer die Ausrichtung der Partitionen im Blick behält, legt eine wichtige Grundlage für eine dauerhaft leistungsfähige SSD. Mit den beschriebenen Prüfungen und Anpassungen lassen sich Altlasten aus früheren Systemen aufräumen, ohne sofort alles neu installieren zu müssen. In Kombination mit TRIM, ausreichend freiem Speicherplatz und gelegentlichen Benchmarks entsteht eine robuste Basis für ein schnelles und langlebiges Systemlaufwerk.

Checkliste
  • Die SSD erreicht bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen (4K) deutlich geringere Werte als in Tests des gleichen Modells üblich.
  • Das System reagiert träge, obwohl genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist und die Auslastung der CPU gering bleibt.
  • Programmstarths und Dateizugriffe wirken ungleichmäßig: mal flott, mal auffällig langsam, ohne erkennbare Hintergrundaktivitäten.
  • Benchmarks zeigen gute sequentielle Transferraten, aber die Werte für kleine Blöcke brechen ein.

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