Windows 11 plötzlich voll: So finden Sie die 500-GB-Systemdatei

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 12. Juli 2026, zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2026

Ein Laufwerk, das über Nacht fast komplett belegt ist, hat meist eine klare Ursache. Oft steckt dahinter nicht eine einzelne Datei, sondern ein Mix aus Update-Resten, Schattenkopien, Protokollen, temporären Daten oder einem aufgeblähten Systemordner. Entscheidend ist, dass Sie in einer sinnvollen Reihenfolge vorgehen und nicht sofort große Ordner löschen.

Am schnellsten kommen Sie ans Ziel, wenn Sie zuerst den belegten Speicher eingrenzen, dann die größten Systembereiche prüfen und erst danach aufräumen. So sehen Sie, ob Windows selbst den Platz belegt, ob ein Programm auffällig wächst oder ob Wiederherstellungspunkte und Update-Dateien den Speicher füllen.

Speicherbelegung zuerst richtig einordnen

Öffnen Sie die Einstellungen und wechseln Sie zu System > Speicher. Dort sehen Sie, welche Bereiche den Platz auf der Festplatte beanspruchen. Dieser Überblick ist die Grundlage, weil er sofort zeigt, ob Apps, temporäre Dateien, andere Benutzerkonten oder Systemdateien den Ausschlag geben.

Wenn die Anzeige bereits stark abweicht oder die Größe eines Bereichs unplausibel wirkt, hilft ein kurzer Neustart. Danach aktualisiert Windows die Speicherwerte oft präziser. Prüfen Sie außerdem, ob auf dem Systemlaufwerk wirklich noch wenige Gigabyte frei sind oder ob nur die Anzeige durch zwischengespeicherte Daten verzerrt wurde.

Die größten Systembereiche aufspüren

In vielen Fällen liegt der Platzverlust in einem dieser Bereiche:

  • Windows-Update-Reste und temporäre Installationsdateien
  • Wiederherstellungspunkte und Schattenkopien
  • Ruhezustandsdatei und Auslagerungsdatei
  • Protokolle, Absturzabbilder und Diagnosedaten
  • Programme mit hohem Cache-Bedarf

Für die Suche lohnt sich der Blick in den Datei-Explorer mit aktivierter Anzeige ausgeblendeter Elemente. So erkennen Sie Ordner wie C:WindowsSoftwareDistribution, C:WindowsTemp oder C:UsersIhrNameAppData besser. Löschen Sie dort jedoch nichts blind, sondern prüfen Sie erst, ob es sich um temporäre Daten handelt.

Speicherbereinigung in Windows nutzen

Die eingebaute Datenträgerbereinigung bleibt auch unter Windows 11 hilfreich. Öffnen Sie das Startmenü, suchen Sie nach Datenträgerbereinigung und starten Sie das Werkzeug mit Administratorrechten. Wählen Sie das Systemlaufwerk aus und lassen Sie danach die Systemdateien einbeziehen.

Besonders wichtig sind diese Punkte:

  • Windows-Update-Bereinigung für alte Installationsreste
  • Temporäre Dateien für zwischengespeicherte Daten
  • Miniaturansichten für Bildvorschauen
  • Fehlerberichte und Protokolldateien
  • Vorherige Windows-Installationen, falls ein Upgrade durchgeführt wurde

Gerade der Punkt mit vorherigen Installationen kann sehr viel Speicher freigeben. Er sollte aber nur entfernt werden, wenn Sie die alte Windows-Version sicher nicht mehr benötigen und keine Rückkehr auf einen früheren Stand planen.

Wiederherstellungspunkte und Schattenkopien prüfen

Ein unterschätzter Speicherfresser sind Wiederherstellungspunkte. Windows kann dafür große Bereiche reservieren, vor allem auf SSDs mit wenig Gesamtkapazität. Öffnen Sie die Systemeigenschaften und wechseln Sie zu Computerschutz. Dort sehen Sie, wie viel Speicher für den Schutz reserviert ist und ob alte Punkte viel Platz blockieren.

Anleitung
1Eine administrative Eingabeaufforderung öffnen.
2DISM /Online /Cleanup-Image /AnalyzeComponentStore eingeben.
3Die Ausgabe prüfen, insbesondere Hinweise auf bereinigbare Komponenten.
4Bei Bedarf anschließend DISM /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup ausführen.

Wenn der Schutzbereich ungewöhnlich groß ist, reduzieren Sie die Nutzung vorsichtig. Löschen Sie aber nicht den gesamten Schutz, nur um kurzfristig Platz zu gewinnen. Ein sinnvoller Mittelweg ist besser: alte Punkte entfernen, aber die Wiederherstellung weiter aktiv lassen.

Ruhezustandsdatei und Auslagerung verstehen

Die Ruhezustandsdatei hiberfil.sys kann mehrere Gigabyte groß sein. Sie wird für den Ruhezustand und teilweise auch für Schnellstartfunktionen verwendet. Wer den Ruhezustand nicht nutzt, kann darüber Platz gewinnen. Das geschieht über die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und dem Befehl zum Deaktivieren des Ruhezustands.

Die Auslagerungsdatei pagefile.sys sollte dagegen nicht ohne Grund entfernt werden. Sie unterstützt Windows bei knappem Arbeitsspeicher und bei Lastspitzen. Wenn sie ungewöhnlich groß ist, ist oft eher ein Blick auf den RAM-Bedarf sinnvoll als ein vorschnelles Abschalten.

Update-Ordner und temporäre Installationsreste bereinigen

Wenn ein Update hängen geblieben ist oder mehrfach vorbereitet wurde, sammeln sich im Hintergrund große Reste an. Besonders auffällig sind dann Ordner im Bereich der Update-Komponenten. Hier hilft der Windows-Dienst für die Update-Verwaltung, weil er bei aktiven Vorgängen Dateien blockiert.

Gehen Sie deshalb so vor: Update-Prozess beenden, System neu starten, danach die Speicherbereinigung ausführen. Falls der Platz weiterhin fehlt, prüfen Sie zusätzlich die Ordner für temporäre Installationsdateien und alte Upgrade-Daten. Gerade nach Funktionsupdates bleiben dort oft mehrere Gigabyte zurück.

Ordner mit hoher Änderungstiefe prüfen

Mit dem Explorer allein ist die Suche oft mühsam. Besser ist ein Werkzeug, das den Speicherverbrauch je Ordner sichtbar macht. So erkennen Sie, ob ein einzelnes Verzeichnis plötzlich stark gewachsen ist. Typisch sind große Cache-Ordner von Browsern, Cloud-Diensten, Bildbearbeitung oder Kommunikationsprogrammen.

Wenn Sie einen Ordner finden, der auffällig groß ist, prüfen Sie zuerst seinen Zweck. Cache-Dateien lassen sich meist gefahrlos verkleinern, lokale Projektdaten oder Datenbanken dagegen nicht. Genau dieser Unterschied verhindert, dass Sie wichtige Inhalte versehentlich löschen.

Systemdateien gezielt sichtbar machen

Für die Eingrenzung sind versteckte Elemente wichtig. Aktivieren Sie im Explorer unter Ansicht die Anzeige ausgeblendeter Dateien und Ordner. Anschließend können Sie die typischen Speicherorte kontrollieren, ohne auf Vermutungen angewiesen zu sein.

Hilfreich ist außerdem ein Blick in diese Pfade:

  • C:WindowsTemp für temporäre Systemdateien
  • C:UsersIhrNameAppDataLocalTemp für Benutzer-Temporäres
  • C:WindowsSoftwareDistributionDownload für Update-Reste
  • C:System Volume Information für Wiederherstellung und Schattenkopien

In diesen Bereichen gilt: Nur löschen, wenn Sie den Dateityp verstanden haben. Ein großer Ordner bedeutet nicht automatisch, dass alles darin überflüssig ist.

Wenn der Speicherplatz von einem Programm kommt

Manchmal ist nicht Windows selbst der Auslöser, sondern eine Anwendung mit stark wachsendem Cache oder Datenbestand. Dann lohnt sich der Blick unter Apps > Installierte Apps. Sortieren Sie nach Größe und prüfen Sie, ob ein Programm ungewöhnlich viel Platz benötigt.

Häufig helfen dann diese Schritte:

  • Cache in der Anwendung selbst leeren
  • alte Downloads oder Offline-Dateien entfernen
  • nicht benötigte Sprachpakete löschen
  • Programm aktualisieren, falls ein Speicherfehler bekannt ist
  • bei Bedarf die Anwendung neu installieren

Wenn sich Speicherverbrauch nach jeder Nutzung schnell wieder aufbaut, steckt oft eine Protokollschleife oder ein fehlerhafter Zwischenspeicher dahinter. Dann ist die Neuinstallation häufig sauberer als das manuelle Entfernen einzelner Dateien.

Große Dateien systematisch finden

Für die eigentliche Suche empfiehlt sich ein dreistufiges Vorgehen. Zuerst prüfen Sie die Windows-Speicheranzeige. Danach nutzen Sie ein Analysewerkzeug oder die Größenansicht im Explorer. Zum Schluss vergleichen Sie die größten Ordner mit dem Zeitpunkt, an dem der Speicher knapp wurde.

So erkennen Sie Zusammenhänge schneller. Wurde kurz vor dem Platzproblem ein größeres Update installiert, ist der Verdacht auf Update-Reste naheliegend. Wurden Dateien synchronisiert oder bearbeitet, kann der Cache eines Dienstes die Ursache sein. Wurde das System nach einer längeren Zeit nicht neu gestartet, sammeln sich oft mehrere temporäre Ebenen gleichzeitig an.

Was Sie besser nicht löschen sollten

Nicht jeder große Systemordner ist ungefährlich. Verzichten Sie auf manuelles Löschen in Bereichen, die direkt zum Betrieb gehören, wenn Sie den Zweck nicht sicher kennen. Dazu zählen Treiberordner, Installationskomponenten und geschützte Windows-Verzeichnisse.

Auch bei Backups, Wiederherstellung und Synchronisationsdaten ist Vorsicht sinnvoll. Ein zu schneller Klick auf Löschen kann den Speicher zwar sofort freigeben, aber wichtige Rückfalloptionen entfernen. Prüfen Sie deshalb immer zuerst, ob eine integrierte Bereinigungsfunktion vorhanden ist.

Wenn die Anzeige trotz Bereinigung falsch bleibt

Es kommt vor, dass Windows den freien Speicher nicht sofort korrekt anzeigt. Dann helfen ein Neustart, die erneute Anzeige im Explorer und eine frische Prüfung in der Speicherverwaltung. Falls die Differenz weiterhin bestehen bleibt, kann ein Dateisystemcheck sinnvoll sein.

Ein beschädigter Eintrag in der Zuordnungstabelle oder ein abgebrochener Schreibvorgang kann dazu führen, dass belegter Platz falsch berechnet wird. In diesem Fall sollten Sie die Platte prüfen, bevor Sie weiter löschen. So trennen Sie echte Belegung von einer fehlerhaften Anzeige.

Vorbeugen, damit das Laufwerk nicht wieder vollläuft

Nach dem Aufräumen lohnt sich ein kurzer Blick auf die laufenden Speicherquellen. Aktivieren Sie Speicheroptimierung, kontrollieren Sie die Größe der Wiederherstellungspunkte und halten Sie große Programme aktuell. Viele Anwendungen reduzieren ihren Cache erst nach einer neuen Version spürbar.

Zusätzlich hilft es, Downloads, Videos und Projekte nicht dauerhaft auf dem Systemlaufwerk zu sammeln. Wenn die SSD ohnehin klein ist, sollten persönliche Daten besser auf ein zweites Laufwerk oder ein externes Medium ausgelagert werden. So bleibt genug Reserve für Windows, Updates und kurzfristige Arbeitsdateien.

Wenn Sie Speicherprobleme künftig schneller einordnen möchten, prüfen Sie regelmäßig die größten Ordner, die Update-Komponenten und die Wiederherstellungseinstellungen. Genau dort entstehen die meisten Überraschungen.

NTFS-Metadaten und Dateisystemfehler prüfen

Bevor Sie einzelne Ordner oder Dateien verdächtigen, lohnt sich der Blick auf das Dateisystem selbst. Gerade bei großen Abweichungen zwischen angezeigtem und tatsächlich belegtem Speicher steckt die Ursache nicht selten in beschädigten NTFS-Strukturen, inkonsistenten Zuordnungen oder fehlerhaften Dateiverweisen. Dann meldet Windows eine ungewöhnlich hohe Belegung, obwohl auf dem Laufwerk scheinbar keine passenden Daten zu sehen sind.

Öffnen Sie dafür eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und prüfen Sie das Laufwerk mit chkdsk. Bei Systemlaufwerken ist ein gründlicher Scan sinnvoll, weil sich versteckte Inkonsistenzen oft nur dort zeigen. Der klassische Ablauf sieht so aus:

  • Startmenü öffnen und cmd eingeben.
  • Eingabeaufforderung mit Rechtsklick als Administrator starten.
  • chkdsk C: /f ausführen, um Fehler zu suchen und zu beheben.
  • Bei hartnäckigen Problemen zusätzlich chkdsk C: /f /r nutzen, um auch defekte Sektoren mit einzubeziehen.

Nach einem Neustart kann die Prüfung direkt vor dem Laden von Windows laufen. Das ist normal und oft notwendig, damit gesperrte Bereiche untersucht werden können. Tritt anschließend eine deutlich realistischere Speicheranzeige auf, lag das Problem eher im Dateisystem als in einer einzelnen Datei.

Komponentenstore und WinSxS aufräumen

Ein weiterer Speicherfresser sitzt tief im System und wird in der Oberfläche häufig falsch eingeschätzt: der Komponentenstore. Darin sammelt Windows Dateien für Updates, Rollback-Funktionen und austauschbare Systemkomponenten. Der Ordner WinSxS wirkt oft dramatisch groß, doch die Anzeige enthält auch Verweise und doppelt genutzte Bestandteile. Trotzdem kann dort mit der Zeit viel ungenutzter Ballast entstehen.

Für eine saubere Analyse verwenden Sie die Wartungsbefehle von DISM. Das ist deutlich sicherer als ein manuelles Löschen im Systemverzeichnis. Gehen Sie so vor:

  1. Eine administrative Eingabeaufforderung öffnen.
  2. DISM /Online /Cleanup-Image /AnalyzeComponentStore eingeben.
  3. Die Ausgabe prüfen, insbesondere Hinweise auf bereinigbare Komponenten.
  4. Bei Bedarf anschließend DISM /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup ausführen.

Wer besonders gründlich vorgehen will, kann zusätzlich ältere Update-Versionen entfernen, allerdings nur, wenn kein kurzfristiger Rollback mehr gebraucht wird. In vielen Fällen senkt schon die reguläre Komponentenbereinigung den belegten Platz spürbar. Danach empfiehlt sich ein Neustart und eine erneute Kontrolle über die Datenträgerverwaltung oder einen Explorer-Scan.

Verborgene Belege im Benutzerprofil identifizieren

Neben dem System selbst kann auch das Benutzerprofil überraschend viel Platz binden. Dort sammeln sich Protokolle, Cache-Daten, Offline-Inhalte, installierte Komponenten von Programmen und synchronisierte Arbeitskopien. Das ist besonders relevant, wenn mehrere Konten auf demselben Rechner arbeiten oder wenn Anwendungen über Jahre hinweg immer mehr Daten in AppData, Downloads oder Projektordnern ablegen.

Hilfreich ist eine strukturierte Prüfung der typischen Speicherorte im Profil. Nicht jeder Ordner ist auf den ersten Blick sichtbar, und manche Pfade wachsen unbemerkt, weil Anwendungen sie automatisch befüllen. Achten Sie vor allem auf diese Bereiche:

  • C:UsersNameDownloads für Installationsdateien, Archive und Medienreste
  • C:UsersNameAppDataLocal für Cache, temporäre Programme und Offline-Daten
  • C:UsersNameAppDataRoaming für anwendungsbezogene Profile und Synchronisation
  • C:UsersNameDocuments für lokale Arbeitsstände, Exporte und Sicherungskopien
  • C:UsersNameVideos, Bilder und Desktop für große Medien- oder Projektdateien

Für diese Prüfung eignet sich der Explorer nur bedingt, weil er große Baumstrukturen oft träge anzeigt. Effektiver sind Größenansichten nach Ordnern oder ein Speicheranalysewerkzeug, das Unterordner direkt aufschlüsselt. So erkennen Sie schnell, ob nicht ein einzelnes Projektverzeichnis oder ein lokaler Cache den größten Anteil verursacht.

Reinigung mit System statt mit Einzelaktionen

Eine einmalige Löschaktion reicht selten aus, wenn der Speicherbedarf bereits stark angewachsen ist. Sinnvoller ist ein Ablauf, der Systemreste, Profilbereiche und Anwendungsdaten in einer Reihenfolge bearbeitet. Dadurch vermeiden Sie Doppelarbeit und sehen schneller, welche Maßnahme tatsächlich Wirkung zeigt.

Bewährt hat sich dieses Vorgehen:

  1. Systemlaufwerk mit Bordmitteln prüfen und Fehler ausschließen.
  2. Temporäre Daten und Update-Reste entfernen.
  3. Komponentenstore bereinigen.
  4. Große Benutzerordner kontrollieren.
  5. Programmdaten und Caches von Anwendungen auswerten.
  6. Nach jeder Stufe die freie Kapazität neu messen.

So erkennen Sie auch, ob der belegte Platz real sinkt oder ob nur eine Anzeige veraltet war. Bei sehr großen Differenzen lohnt sich eine Messung vor und nach jedem Schritt, damit Sie die Wirkung der jeweiligen Maßnahme sauber zuordnen können. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Ursachen gleichzeitig vorliegen.

Wann eine Neuindizierung oder ein Neustart hilft

Manchmal ist die Datenträgerbelegung bereits bereinigt, aber Windows zeigt weiterhin alte Werte an. Das passiert etwa nach umfangreichen Verschiebungen, nach Abstürzen von Explorer oder Indexdienst oder nach Reparaturen am Dateisystem. In solchen Fällen muss nicht der Speicher selbst, sondern die Anzeigeebene neu aufgebaut werden.

Ein sauberer Neustart ist der erste Schritt. Wenn das nicht reicht, können Sie den Suchindex neu erstellen. Das betrifft zwar nicht die eigentliche Belegung, verbessert aber die Konsistenz vieler Oberflächelemente. Den Index finden Sie über die klassische Systemsteuerung unter den Indizierungsoptionen. Dort können Sie den Speicherort einsehen und die Neuindizierung anstoßen.

Zusätzlich hilft es, den Explorer-Prozess neu zu starten. Öffnen Sie dazu den Task-Manager, markieren Sie Windows-Explorer und wählen Sie Neu starten. Danach lädt die Dateiansicht erneut und veraltete Ordnerinformationen verschwinden häufig. Erst wenn nach diesen Schritten immer noch eine unrealistische Belegung angezeigt wird, sollten Sie tiefer in Dateisystem, Schattenkopien oder versteckte Installationsreste einsteigen.

FAQ

Wie erkenne ich, ob die belegte Kapazität wirklich von Windows selbst kommt?

Ein erster Hinweis ist die Größenverteilung in den Windows-Speichereinstellungen. Dort sehen Sie, ob „System und reserviert“, „Temporäre Dateien“, „Apps“ oder „Andere“ auffällig groß sind. Ergänzend hilft die Datenträgeransicht in der Eingabeaufforderung oder ein Analysewerkzeug, das Ordnergrößen sauber aufschlüsselt.

Warum kann ein Ordner im Explorer klein wirken, aber trotzdem viel Platz verbrauchen?

Der Explorer zeigt nur sichtbare Inhalte des gerade geöffneten Ordners. Versteckte Dateien, geschützte Systemobjekte, Wiederherstellungspunkte oder Inhalte in Unterordnern werden dabei leicht übersehen. Erst eine vollständige Analyse über die Datenträgerstruktur zeigt die tatsächliche Belegung.

Welche Windows-Einstellungen sollte ich zuerst prüfen?

Öffnen Sie die Einstellungen und gehen Sie zu System, dann zu Speicher. Dort sind die Speicherbereiche nach Typ sortiert, und Sie sehen sofort, welcher Bereich ungewöhnlich groß ist. Auch die Optionen für Temporäre Dateien, Speicheroptimierung und OneDrive-Synchronisierung gehören zu den wichtigsten Anlaufstellen.

Wie finde ich die größte Datei auf dem Laufwerk zuverlässig?

Am besten sortieren Sie im Datei-Explorer nach Größe und blenden versteckte Elemente ein. Noch zuverlässiger ist ein Tool, das auch Systemordner und geschützte Bereiche mit einbezieht. So erkennen Sie Dateien, die im normalen Explorer kaum auffallen, aber sehr viel Platz belegen.

Welche Rolle spielen Schattenkopien und Wiederherstellungspunkte?

Beide Funktionen können viele Gigabyte belegen, ohne dass das auf den ersten Blick sichtbar ist. In den Systemeigenschaften unter Computerschutz lässt sich prüfen, wie viel Speicher dafür reserviert ist. Wer dort zu hohe Werte findet, kann den belegten Anteil begrenzen oder alte Punkte entfernen.

Kann die Ruhezustandsdatei so groß werden, dass sie den Platzbedarf stark erhöht?

Ja, vor allem auf Systemen mit viel Arbeitsspeicher kann die Datei mehrere Gigabyte groß sein. Sie lässt sich über eine administrative Eingabeaufforderung deaktivieren oder in ihrer Funktion anpassen. Danach wird der Speicherplatz meist direkt freigegeben.

Wo finde ich alte Update-Reste, die nicht automatisch verschwinden?

Am einfachsten über die Datenträgerbereinigung beziehungsweise die Speicherbereinigung in Windows. Dort können alte Windows-Installationsreste, Update-Protokolle und temporäre Installationsdateien markiert werden. Nach dem Entfernen sollte der Ordner Windows.old nur noch dann vorhanden sein, wenn ein Upgrade sehr frisch ist.

Was mache ich, wenn ein Programm ungewöhnlich viel Platz beansprucht?

Dann sollten Sie im Installationsverzeichnis, im Benutzerprofil und in den Anwendungsdaten nach großen Cache-, Backup- oder Exportordnern suchen. Manche Programme legen Kopien, Offline-Daten oder lokale Datenbanken an, die schnell wachsen. Deinstallieren allein reicht dann oft nicht, weil Reste im Profil bestehen bleiben.

Wie gehe ich vor, wenn Speicher nur scheinbar verschwindet?

In solchen Fällen lohnt sich ein Blick auf die Datenträgerprüfung und auf die Anzeige der belegten Cluster. Auch fehlerhafte Zählungen durch den Explorer, Reparse Points oder stark verzweigte Ordnerstrukturen können die Anzeige verfälschen. Nach einem Neustart und einer erneuten Analyse ist die Lage häufig klarer.

Welche Dateien sollte ich niemals vorschnell löschen?

Systemordner, Registry-Hives, Treiberdateien und Inhalte in geschützten Verzeichnissen sollten nur mit einem klaren Verständnis ihrer Funktion verändert werden. Auch unscheinbare Dateien in WinSxS oder im Komponentenstore sind nicht einfach entbehrlich. Wer hier unsicher ist, arbeitet besser mit Bordmitteln zum Bereinigen statt mit der Löschfunktion des Explorers.

Wie verhindere ich, dass das Laufwerk bald wieder knapp wird?

Regelmäßige Kontrolle der Speicherübersicht hilft, große Zuwächse früh zu sehen. Zusätzlich sind Speicheroptimierung, automatische Bereinigung temporärer Dateien und ein sparsamer Umgang mit lokalen Downloads sinnvoll. Auch große Projekte, Backups und Caches sollten nach Möglichkeit auf ein zweites Laufwerk ausgelagert werden.

Fazit

Ein plötzlich voll meldendes Systemlaufwerk lässt sich meist auf wenige große Speicherblöcke zurückführen, die Windows nicht immer sofort sichtbar macht. Wer Speicherübersicht, Wiederherstellung, Update-Reste, Ruhezustand und große Benutzerdaten nacheinander prüft, findet die Ursache in der Regel ohne Umwege. Danach lässt sich gezielt bereinigen, statt blind Ordner zu löschen.

Checkliste
  • Windows-Update-Reste und temporäre Installationsdateien
  • Wiederherstellungspunkte und Schattenkopien
  • Ruhezustandsdatei und Auslagerungsdatei
  • Protokolle, Absturzabbilder und Diagnosedaten
  • Programme mit hohem Cache-Bedarf

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