Warum meldet Windows Fehler „Unbekanntes Dateisystem“

Lesedauer: 15 Min – Beitrag erstellt: 20. Juli 2026, zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026

Die Meldung Unbekanntes Dateisystem bedeutet, dass Windows die Struktur eines Datenträgers oder einer Partition nicht zuverlässig lesen kann. Das ist nicht automatisch ein Hinweis auf einen irreparablen Defekt: Häufig fehlen ein passender Treiber, ein Laufwerksbuchstabe oder die erforderliche Unterstützung für ein Dateisystem. Bevor du formatierst oder Reparaturbefehle ausführst, solltest du deshalb klären, ob wichtige Daten auf dem Datenträger liegen und ob das Laufwerk in der Datenträgerverwaltung mit der richtigen Größe angezeigt wird.

Besonders vorsichtig musst du bei externen Festplatten, USB-Sticks, Speicherkarten und verschlüsselten Laufwerken sein. Ein Dateisystem kann nach einem abrupten Abziehen, einem Stromausfall, einem beschädigten Kabel oder einem Defekt des USB-Gehäuses nicht mehr erkannt werden. Die sicherste Reihenfolge lautet: Verbindung prüfen, Anzeige in der Datenträgerverwaltung kontrollieren, Datenträger zunächst nur lesend untersuchen und erst danach eine Datenrettung oder Reparatur einleiten.

Was die Windows-Meldung über den Datenträger aussagt

Ein Datenträger besteht nicht nur aus dem sichtbaren Speicherplatz. Auf den Partitionen liegen Verwaltungsinformationen, die Windows zum Auffinden von Dateien benötigt. Dazu zählen unter anderem die Kennung des Dateisystems, Informationen zur Größe und Zuordnung der Speicherbereiche sowie die Verweise auf Ordner und Dateien. Kann Windows diese Informationen nicht lesen, wird die Partition häufig als RAW, unbekannt oder ohne unterstütztes Dateisystem angezeigt.

Ein solcher Zustand ist von einem komplett nicht erkannten Laufwerk zu unterscheiden. Wird das Gerät in der Datenträgerverwaltung mit Modell und Kapazität angezeigt, erkennt Windows zumindest die Hardware und die Partitionstabelle. Erscheint der Datenträger hingegen überhaupt nicht oder nur mit einer falschen Größe, liegt die Ursache eher bei der Stromversorgung, dem Anschluss, dem Adapter, der Elektronik oder dem Speichermedium selbst.

Auch ein Dateisystem, das Windows nicht unterstützt, kann zu dieser Anzeige führen. Das betrifft beispielsweise Datenträger, die ursprünglich unter Linux, macOS, einem NAS-System oder einer Kamera verwendet wurden. In diesem Fall sind die Daten nicht zwingend beschädigt. Windows kann sie lediglich nicht direkt einbinden.

Erste Prüfung ohne Datenverlust

Beende zunächst alle Programme, die auf den betroffenen Datenträger zugreifen könnten. Ziehe ein externes Laufwerk nicht wiederholt ab und stecke es nicht im laufenden Betrieb an verschiedene Adapter, wenn ungewöhnliche Geräusche, starke Wärmeentwicklung oder wiederholte Verbindungsabbrüche auftreten. Bei einer mechanischen Festplatte können weitere Leseversuche den Zustand verschlechtern.

Prüfe anschließend die einfache Hardwareseite:

  • Verbinde das Laufwerk direkt mit einem USB-Anschluss des Computers und nicht über einen passiven Hub.
  • Verwende bei einer Festplatte mit eigener Stromversorgung das originale oder ein technisch passendes Netzteil.
  • Teste ein anderes Datenkabel, sofern der Anschluss am Laufwerk nicht locker sitzt.
  • Probiere einen zweiten Computer nur dann aus, wenn keine deutlichen Anzeichen eines Hardwaredefekts vorliegen.
  • Bei einer Speicherkarte kontrollierst du den mechanischen Schreibschutz am Adapter.

Öffne danach die Datenträgerverwaltung. Drücke Windows-Taste + X und wähle Datenträgerverwaltung. Alternativ kannst du diskmgmt.msc über das Fenster Ausführen starten. Suche den betroffenen Datenträger anhand seiner Kapazität, nicht nur anhand des Laufwerksbuchstabens.

Notiere, was dort angezeigt wird. Wichtig sind die Bezeichnungen des Datenträgers, der Partition, des Dateisystems, des Laufwerksbuchstabens und des Status. Klicke nicht auf Formatieren, Volume löschen oder Neues einfaches Volume, wenn du die vorhandenen Dateien noch benötigst. Diese Aktionen können die Wiederherstellung erheblich erschweren.

Datenträgerverwaltung richtig auswerten

Anzeige in der DatenträgerverwaltungWahrscheinliche EinordnungVorsichtiger nächster Schritt
Datenträger mit richtiger Größe, Partition als RAWDie Dateisysteminformationen sind beschädigt oder für Windows nicht lesbar.Keine Formatierung; Datenrettung oder Dateisystemanalyse vorbereiten.
Partition ohne LaufwerksbuchstabenDas Dateisystem kann vorhanden sein, ist aber im Explorer nicht eingebunden.Nur bei erkennbarer Partition und gesichertem Zustand einen Buchstaben zuweisen.
Nicht initialisiertDie Partitionsinformationen fehlen oder werden nicht gelesen.Bei wichtigen Daten nicht initialisieren, sondern zuerst analysieren lassen.
Nicht zugeordnetWindows findet keinen gültigen Eintrag für diesen Speicherbereich.Kein neues Volume anlegen, solange Daten benötigt werden.
Richtige Größe, aber Status offlineWindows hat den Datenträger erkannt, bindet ihn aber nicht aktiv ein.Online-Schaltung nur nach Prüfung der Datenlage und Datenträgeridentität.
Falsche Größe oder 0 ByteEin Problem mit Hardware, Adapter, Firmware oder Speicherzellen ist möglich.Kabel, Gehäuse und Stromversorgung prüfen; keine Reparatur erzwingen.

Eine fehlende Laufwerkszuordnung ist der vergleichsweise unkritische Fall. Öffne im Kontextmenü der betreffenden Partition Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern. Gibt es dort bereits ein Dateisystem und wird die Partition mit der erwarteten Größe angezeigt, kannst du einen freien Buchstaben zuweisen. Erscheint danach der Inhalt im Explorer, lag die Ursache nicht in einer beschädigten Dateistruktur.

Wird stattdessen RAW angezeigt, hilft das bloße Zuweisen eines Buchstabens normalerweise nicht. Windows kennt dann zwar die Partition, kann aber die darin abgelegten Dateiverweise nicht interpretieren. Genau an dieser Stelle solltest du keine Formatierung als vermeintlich schnelle Lösung bestätigen.

Unterstützt Windows das verwendete Dateisystem?

Ein Laufwerk kann unter einem anderen Betriebssystem einwandfrei funktionieren und in Windows dennoch als unbekannt erscheinen. Windows unterstützt unter anderem NTFS, exFAT und FAT32 direkt. Andere Dateisysteme, die beispielsweise auf Linux-Systemen, NAS-Geräten oder bestimmten Spezialgeräten verwendet werden, sind nicht automatisch mit vollständigem Schreib- und Lesezugriff verfügbar.

Anleitung
1Trenne das Laufwerk sicher und schließe es direkt, mit einem geprüften Kabel und ausreichender Stromversorgung, erneut an.
2Öffne die Datenträgerverwaltung und notiere Größe, Status, Partitionen, Dateisystemanzeige und Laufwerksbuchstaben.
3Entscheide anhand der Datenlage, ob eine Reparatur, ein Dateisystemtreiber, ein Abbild oder eine professionelle Datenrettung erforderlich ist.
4Nutze DiskPart nur zum Auslesen, solange die Datenträgernummer und die Partition nicht zweifelsfrei zugeordnet sind.
5Prüfe bei einem bekannten und gesicherten Windows-Dateisystem, ob eine reine Prüfung mit CHKDSK sinnvoll ist.

Wenn der Datenträger aus einem NAS, einer Linux-Installation oder einem Mac stammt, frage dich zuerst, wo er zuletzt zuverlässig verwendet wurde. Funktioniert er dort noch, solltest du die Daten über dieses System sichern, bevor du unter Windows zusätzliche Software installierst. Unbekannte Dateisystemtreiber können Schreibzugriffe ermöglichen, verändern aber möglicherweise Metadaten oder erzeugen Kompatibilitätsprobleme.

Bei einem Laufwerk aus einem verschlüsselten System ist zusätzlich zu prüfen, ob die Verschlüsselung geöffnet wurde. Ein BitLocker-Volume kann ohne passende Entsperrung nicht normal verwendet werden. Auch ein Container einer Verschlüsselungssoftware wird von Windows nicht als gewöhnliche Partition erkannt. In solchen Fällen benötigst du das zugehörige Programm, das Kennwort oder den Wiederherstellungsschlüssel. Eine Formatierung würde die verschlüsselten Inhalte nicht zugänglich machen, sondern die vorhandene Struktur zerstören.

Wenn die Partition als RAW erscheint

RAW beschreibt zunächst nur, dass Windows kein verwendbares Dateisystem erkannt hat. Die Ursache kann eine beschädigte Startstruktur, ein unterbrochener Schreibvorgang, ein Fehler in der Partitionstabelle oder ein beginnender Hardwaredefekt sein. Die Bezeichnung sagt nicht, ob einzelne Dateien noch vorhanden sind.

Bei wichtigen Daten sollte der Datenträger möglichst nicht weiter beschrieben werden. Vermeide insbesondere:

  • die Formatierung über den Explorer oder die Datenträgerverwaltung,
  • das Löschen der Partition und das Anlegen eines neuen Volumes,
  • mehrere automatische Reparaturversuche auf dem Originalmedium,
  • die Installation von Datenrettungssoftware auf demselben Datenträger,
  • das Kopieren neuer Dateien auf die betroffene Partition.

Ist das Laufwerk noch stabil erreichbar, kann eine sektorweise Kopie auf einen anderen Datenträger sinnvoll sein. Dabei wird nicht auf der beschädigten Partition gearbeitet, sondern zunächst ein Abbild erstellt. Das Zielmedium muss mindestens die erforderliche Kapazität besitzen. Bei Lesefehlern sollte ein Verfahren verwendet werden, das problematische Bereiche protokolliert und später erneut versucht, statt das Laufwerk dauerhaft zu belasten.

Eine grafische Datenrettungssoftware kann Dateien finden, obwohl Windows kein Dateisystem mehr einbindet. Prüfe vor dem Start, ob das Programm ein Abbild unterstützt und ob die wiederhergestellten Daten auf einem anderen Laufwerk gespeichert werden können. Bei sehr wichtigen Daten, klickenden Festplatten, fehlender Laufwerkserkennung oder stark schwankender Kapazität ist ein professioneller Datenrettungsdienst die sicherere Wahl.

Prüfung mit DiskPart: nur auslesen

DiskPart ist ein integriertes Windows-Werkzeug zur Verwaltung von Datenträgern. Schon ein falscher Lösch- oder Formatierungsbefehl kann Partitionen unbrauchbar machen. Für die erste Prüfung verwendest du deshalb ausschließlich Befehle, die Informationen anzeigen.

Öffne die Eingabeaufforderung oder Windows PowerShell mit Administratorrechten und starte DiskPart:

diskpart

Zeige anschließend die erkannten Datenträger an:

list disk

Vergleiche die angezeigte Größe mit dem realen Laufwerk. Wähle keinen Datenträger aus, solange du die Nummer nicht sicher zuordnen kannst. Für eine gezielte Anzeige der Partitionen muss der passende Datenträger ausgewählt werden. Dieser Schritt verändert normalerweise noch keine Daten, eine falsche Auswahl kann aber bei späteren Befehlen gefährlich werden.

select disk X

X ist ein Platzhalter für die tatsächliche Datenträgernummer. Prüfe danach die Partitionen:

list partition

Du kannst zusätzlich die Volumes anzeigen lassen:

list volume

Beende DiskPart mit:

exit

Die Ergebnisse helfen bei der Einordnung: Wird die Kapazität korrekt erkannt, ist die Hardware zumindest grundsätzlich ansprechbar. Fehlt das Volume, wird eine ungewöhnliche Größe angezeigt oder bricht die Ausgabe mit Fehlern ab, solltest du keine Befehle wie clean, convert oder format verwenden. Diese Befehle beseitigen nicht die eigentliche Ursache, sondern können vorhandene Strukturen überschreiben.

Warum CHKDSK nicht immer die richtige erste Lösung ist

Der Befehl chkdsk kann ein unterstütztes Dateisystem prüfen und bestimmte logische Fehler korrigieren. Er ist jedoch kein universelles Werkzeug für RAW-Partitionen und keine Datenrettung. Wenn Windows das Dateisystem nicht identifizieren kann, lässt sich der Befehl häufig nicht sinnvoll ausführen. Bei einem Laufwerk mit wichtigen Daten können Reparaturänderungen außerdem die spätere Wiederherstellung erschweren.

Ein typischer Prüfaufruf für ein bekanntes NTFS- oder FAT-Volume enthält den Laufwerksbuchstaben. Verwende ihn nur, wenn dieser Buchstabe tatsächlich der betroffenen Partition zugeordnet ist und du die Risiken verstanden hast:

chkdsk X: /scan

X: steht für den echten Laufwerksbuchstaben. Der Parameter /scan ist für eine Onlineprüfung gedacht und repariert nicht automatisch jeden Fehler. Bei einer RAW-Anzeige, einer unklaren Partition oder wertvollen Dateien solltest du nicht einfach auf Varianten mit Reparaturparametern wechseln. Sichere zunächst die Daten oder arbeite mit einem Abbild.

Erhältst du eine Meldung, dass der Typ des Dateisystems RAW ist oder CHKDSK für diesen Datenträger nicht verfügbar ist, bestätigt das die fehlende Dateisystemerkennung. Es ist dann kein Hinweis darauf, dass eine wiederholte Ausführung das Problem lösen wird.

Treiber, USB-Gehäuse und Energieversorgung prüfen

Wenn der Datenträger auf einem anderen Computer funktioniert, liegt die Ursache eher an Windows, dem USB-Treiber, dem Anschluss oder dem Gehäuse. Öffne den Geräte-Manager über das Kontextmenü der Windows-Taste und kontrolliere die Bereiche für Laufwerke sowie USB-Controller. Ein Warnsymbol weist auf ein erkanntes, aber fehlerhaft eingebundenes Gerät hin.

Ein Neustart kann einen blockierten USB-Controller neu initialisieren. Entferne das Laufwerk vorher über Hardware sicher entfernen, sofern Windows diese Funktion anbietet. Bei einem wiederkehrenden Fehler kannst du im Geräte-Manager den Eintrag des betroffenen USB-Geräts deinstallieren und Windows anschließend neu starten. Dies entfernt nicht die Dateien auf dem Datenträger, verändert aber die lokale Treiberzuordnung. Nutze diesen Schritt nur, wenn das Laufwerk an einem anderen Anschluss zuverlässig funktioniert und keine Anzeichen eines physischen Defekts vorliegen.

Bei einer Festplatte in einem USB-Gehäuse kann der SATA-zu-USB-Adapter ausfallen, während die Festplatte selbst noch lesbar ist. Ein anderes Gehäuse oder ein passender direkter Anschluss kann die Ursache eingrenzen. Öffne ein Gehäuse jedoch nicht, solange dadurch Garantie, Dichtung oder die Datensicherheit gefährdet werden. Bei einem einzelnen externen Laufwerk mit wichtigen Daten ist der Gang zu einem Fachbetrieb oft sicherer als eine improvisierte Zerlegung.

Partitionstabelle, Bootlaufwerk und Spezialfälle

Wird das Problem beim Start des PCs angezeigt, ist zunächst zu unterscheiden, ob Windows selbst nicht startet oder ob ein zusätzliches Laufwerk nach dem Start als unbekannt erscheint. Für das Systemlaufwerk gelten andere Risiken als für einen externen Datenträger. Änderungen an der Partitionstabelle oder der Startkonfiguration können dazu führen, dass Windows nicht mehr bootet.

Bei einem internen Laufwerk mit mehreren Installationen, dynamischen Datenträgern oder aktivem BitLocker solltest du keine pauschale Reparaturanleitung verwenden. Notiere die vorhandenen Partitionen und sichere den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, bevor du an Start- oder Partitionsstrukturen arbeitest. Wenn das Laufwerk im UEFI, aber nicht in Windows erscheint, können zusätzlich Controller-, Storage- oder Firmwareeinstellungen beteiligt sein. Ändere BIOS- oder UEFI-Optionen nur, wenn du die bisherige Einstellung dokumentiert hast.

Ein beschädigter USB-Stick oder eine Speicherkarte wird manchmal noch mit einer plausiblen Kapazität erkannt, verliert aber bei jedem Zugriff die Verbindung. Das spricht eher für Verschleiß oder einen Elektronikfehler als für ein reines Windows-Problem. Bei austauschbaren Speichermedien solltest du die Schreibschutzposition prüfen und danach möglichst sofort ein Abbild oder eine Sicherung erstellen.

Wann eine Formatierung vertretbar ist

Formatieren ist nur dann sinnvoll, wenn du die vorhandenen Daten nicht mehr benötigst oder sie bereits vollständig an einem anderen Ort gesichert hast. Zusätzlich muss die Hardware stabil erkannt werden und die gewünschte Nutzung feststehen. Für einen Datenträger, der zwischen Windows-PCs und anderen Geräten verwendet wird, kommen häufig exFAT oder FAT32 infrage; für ein internes Windows-Laufwerk ist NTFS üblich. Die passende Wahl hängt von Dateigrößen, Zielgeräten und deren Unterstützung ab.

Eine Schnellformatierung entfernt vor allem die Dateisystemstrukturen, während die Speicherbereiche nicht vollständig überschrieben werden. Das kann die spätere Wiederherstellung beeinflussen, ist aber kein Ersatz für eine sichere Löschung. Wenn der Datenträger bereits während der Formatierung Fehler meldet, ungewöhnlich langsam wird oder die Verbindung verliert, brich den Vorgang ab. Ein Formatierungsfehler ist häufig ein Warnsignal für Hardwareprobleme.

Nach einer erfolgreichen Formatierung solltest du den Datenträger auswerfen, erneut anschließen und eine kleine Testdatei kopieren. Prüfe anschließend, ob die Datei geöffnet und wieder gelöscht werden kann. Bei einer Festplatte ist es außerdem sinnvoll, den Zustand mit dem vom Hersteller vorgesehenen Diagnosewerkzeug zu kontrollieren. Ein neues Dateisystem allein beweist nicht, dass das Medium dauerhaft zuverlässig arbeitet.

Geordnete Vorgehensweise für die Fehlersuche

  1. Trenne das Laufwerk sicher und schließe es direkt, mit einem geprüften Kabel und ausreichender Stromversorgung, erneut an.
  2. Öffne die Datenträgerverwaltung und notiere Größe, Status, Partitionen, Dateisystemanzeige und Laufwerksbuchstaben.
  3. Entscheide anhand der Datenlage, ob eine Reparatur, ein Dateisystemtreiber, ein Abbild oder eine professionelle Datenrettung erforderlich ist.
  4. Nutze DiskPart nur zum Auslesen, solange die Datenträgernummer und die Partition nicht zweifelsfrei zugeordnet sind.
  5. Prüfe bei einem bekannten und gesicherten Windows-Dateisystem, ob eine reine Prüfung mit CHKDSK sinnvoll ist.
  6. Teste bei Bedarf Kabel, Anschluss, USB-Gehäuse oder einen zweiten Computer, ohne das Medium unnötig zu beschreiben.
  7. Formatiere erst nach einer bestätigten Datensicherung oder wenn der Inhalt nachweislich nicht mehr benötigt wird.

Wenn die Anzeige nach diesen Prüfungen unverändert bleibt, die Kapazität schwankt oder das Laufwerk Geräusche macht, solltest du weitere Selbsthilfe beenden. Bei geschäftlichen Daten, Familienfotos, verschlüsselten Volumes oder nur einer einzigen vorhandenen Kopie ist ein Datenrettungsdienst die angemessene Eskalationsstufe. Bei einem noch bestehenden Garantieanspruch sollte der Hersteller oder Händler eingeschaltet werden, bevor das Gehäuse geöffnet oder ein fremder Controller verwendet wird.

Häufige Fragen zum unbekannten Dateisystem unter Windows

Warum wird eine externe Festplatte nach dem Anschließen als RAW angezeigt?

RAW bedeutet, dass Windows die vorhandene Dateisystemstruktur nicht zuverlässig interpretieren kann. Ursache können beschädigte Verwaltungsdaten, ein instabiles USB-Gehäuse, ein Stromproblem oder ein Dateisystem sein, das Windows nicht unterstützt. Wenn die Dateien wichtig sind, solltest du weder formatieren noch ein neues Volume anlegen.

Kann ein fehlender Laufwerksbuchstabe die Meldung „Unbekanntes Dateisystem“ auslösen?

Ein fehlender Laufwerksbuchstabe verhindert zunächst nur, dass die Partition im Explorer erscheint. Wird in der Datenträgerverwaltung jedoch ein bekanntes Dateisystem und die erwartete Größe angezeigt, kann das Zuweisen eines freien Buchstabens ausreichen. Bei RAW, „Nicht initialisiert“ oder „Nicht zugeordnet“ behebt diese Maßnahme die eigentliche Ursache normalerweise nicht.

Was bedeutet „Nicht initialisiert“ bei einem Datenträger mit wichtigen Dateien?

Windows kann in diesem Zustand keine gültige Partitionsstruktur verwenden oder auslesen. Klicke nicht auf „Datenträger initialisieren“, wenn die vorhandenen Daten benötigt werden, weil dadurch die Analyse der ursprünglichen Struktur erschwert werden kann. Prüfe stattdessen Kabel, Gehäuse und Stromversorgung und lasse den Datenträger gegebenenfalls mit geeigneten Datenrettungswerkzeugen untersuchen.

Wie erkenne ich, ob Windows das Dateisystem einfach nicht unterstützt?

Wenn das Laufwerk auf dem ursprünglichen Linux-, macOS-, NAS- oder Kamerasystem weiterhin lesbar ist, liegt eher ein Kompatibilitätsproblem als ein Defekt vor. Sichere die Daten möglichst über dieses System und installiere unter Windows keinen unbekannten Dateisystemtreiber ohne vertrauenswürdige Quelle und Rückweg. Schreibzugriffe durch zusätzliche Treiber können Metadaten verändern und eine spätere Wiederherstellung erschweren.

Kann BitLocker dazu führen, dass Windows ein unbekanntes Dateisystem meldet?

Ein gesperrtes BitLocker-Volume lässt sich nicht wie ein normales geöffnetes Laufwerk verwenden und kann in bestimmten Situationen unzugänglich erscheinen. Entsperre es mit dem zugehörigen Kennwort oder Wiederherstellungsschlüssel über die dafür vorgesehene Windows-Funktion, sofern das Volume korrekt erkannt wird. Fehlt der Wiederherstellungsschlüssel, solltest du keine Formatierung oder Partitionsreparatur versuchen.

Ist CHKDSK bei der Anzeige „Unbekanntes Dateisystem“ eine sichere Lösung?

CHKDSK ist nur für ein von Windows erkennbares Dateisystem gedacht und sollte bei RAW oder unbekannten Strukturen nicht pauschal ausgeführt werden. Ein Reparaturdurchlauf kann Dateisysteminformationen verändern, weshalb bei ungesicherten wichtigen Daten zunächst eine Analyse oder ein sektorweises Abbild sinnvoller sein kann. Erst wenn Dateisystem, Datenträger und Partition eindeutig feststehen, lässt sich die Prüfung verantwortungsvoll bewerten.

Was soll ich tun, wenn das Laufwerk in der Datenträgerverwaltung mit 0 Byte erscheint?

Eine Anzeige mit 0 Byte oder stark schwankender Kapazität spricht eher für ein Problem mit Stromversorgung, USB-Adapter, Gehäuse, Firmware oder dem Speichermedium selbst. Teste höchstens noch einen passenden direkten Anschluss und ein geprüftes Kabel, ohne das Laufwerk wiederholt zu verbinden. Bei wichtigen Daten ist anschließend professionelle Datenrettung meist sicherer als Formatieren oder weitere Reparaturversuche.

Kann ein USB-Gehäuse die Ursache für das unbekannte Dateisystem sein?

Ja, der USB-SATA- oder USB-NVMe-Adapter kann die Kommunikation mit dem Datenträger stören, obwohl die eigentliche Platte noch intakt ist. Ein kompatibles Ersatzgehäuse oder ein direkter Anschluss kann den Fehler eingrenzen, sollte aber nur ohne auffällige Geräusche, starke Wärme oder häufige Abbrüche getestet werden. Bei verschlüsselten oder ungewöhnlich strukturierten Laufwerken darf ein Adapterwechsel die Datenzugriffsart nicht unbedacht verändern.

Wann sollte ich die Selbsthilfe abbrechen und einen Datenrettungsdienst einschalten?

Beende weitere Versuche, wenn die Kapazität falsch angezeigt wird, das Laufwerk klickt, sehr heiß wird, ständig die Verbindung verliert oder wichtige Daten nur noch an diesem Ort liegen. Das gilt besonders für verschlüsselte Volumes, geschäftliche Unterlagen und Datenträger mit mechanischem Schaden. Jede zusätzliche Schreibaktion, Formatierung oder Reparatur kann die Chancen einer späteren Wiederherstellung verschlechtern.

Checkliste
  • Verbinde das Laufwerk direkt mit einem USB-Anschluss des Computers und nicht über einen passiven Hub.
  • Verwende bei einer Festplatte mit eigener Stromversorgung das originale oder ein technisch passendes Netzteil.
  • Teste ein anderes Datenkabel, sofern der Anschluss am Laufwerk nicht locker sitzt.
  • Probiere einen zweiten Computer nur dann aus, wenn keine deutlichen Anzeichen eines Hardwaredefekts vorliegen.
  • Bei einer Speicherkarte kontrollierst du den mechanischen Schreibschutz am Adapter.

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