Wenn im Geräte-Manager unter den Eigenschaften eines Geräts die Meldung „Gerät nicht migriert“ steht, sorgt das oft für Verunsicherung. Viele denken sofort an einen Defekt, dabei bedeutet diese Meldung lediglich, dass Windows die Treibereinstellungen oder Registry-Zuweisungen beim Update nicht korrekt übernehmen konnte. Das lässt sich in den meisten Fällen leicht beheben – und dein Gerät funktioniert danach wieder wie gewohnt.
Der Hinweis „Gerät nicht migriert“ erscheint häufig nach einem Windows-Upgrade, einem größeren Update oder nach dem Anschluss neuer Hardware. Besonders betroffen sind USB-Geräte, Audioadapter, Grafikkarten oder externe Laufwerke.
Was bedeutet „Gerät nicht migriert“ genau?
Unter „Migration“ versteht Windows den Vorgang, bei dem Treiberinformationen, Gerätepfade und Berechtigungen von einer alten Systemversion in die neue übernommen werden.
Wenn das fehlschlägt, meldet Windows: „Gerät nicht migriert“.
Das heißt also:
- Windows konnte das Gerät nicht korrekt in die neue Systemkonfiguration übernehmen.
- Die bisherige Treiber- oder Registry-Zuordnung wurde verworfen.
- Das Gerät läuft eventuell mit einem generischen Treiber – oder gar nicht.
Kurz gesagt: Das System erkennt die Hardware, kann sie aber nicht sauber einbinden.
Typische Ursachen für den Fehler
- Treiberinkompatibilität nach einem Windows-Update
- Falsche oder beschädigte INF-Dateien
- Registry-Fehler bei der Geräteinstallation
- USB-Port- oder Mainboard-Treiberprobleme
- Alte System-Backups oder Wiederherstellungspunkte mit veralteten Treibern
- Hardwaredefekte bei wiederkehrenden Problemen
Der Fehler betrifft nicht nur alte Geräte – auch neue Hardware kann betroffen sein, wenn Windows sie mit einem falschen Treiber anspricht.
So findest du heraus, ob dein Gerät betroffen ist
- Öffne den Geräte-Manager (Rechtsklick auf Start > Geräte-Manager).
- Suche das betroffene Gerät – oft markiert mit einem gelben Dreieck.
- Rechtsklick → Eigenschaften → Reiter Ereignisse.
- Dort findest du Einträge wie „Gerät nicht migriert“ oder „Migration fehlgeschlagen“.
Wenn daneben der Status „Gerät funktioniert einwandfrei“ steht, besteht kein akuter Handlungsbedarf. Wenn aber das Gerät ausfällt oder nicht erkannt wird, solltest du handeln.
Schritt 1: Treiber neu installieren
In den meisten Fällen hilft es, den Treiber zu deinstallieren und neu zu installieren:
- Öffne den Geräte-Manager.
- Rechtsklick auf das betroffene Gerät → Gerät deinstallieren.
- Starte den PC neu.
- Windows installiert automatisch den passenden Treiber neu.
Alternativ kannst du den Treiber direkt von der Herstellerseite laden (z. B. Intel, Realtek, AMD, Nvidia, Logitech usw.) und manuell installieren.
Schritt 2: Generische Treiber durch Originale ersetzen
Manchmal verwendet Windows nach Updates generische Treiber, die nicht perfekt passen.
So erkennst du das:
- In den Geräteeigenschaften steht unter Treiberanbieter z. B. „Microsoft“.
- Besser ist der Originalanbieter wie Realtek, Intel oder AMD.
Lade den passenden Originaltreiber von der Herstellerseite herunter und installiere ihn manuell – das behebt den Migrationsfehler in den meisten Fällen sofort.
Schritt 3: USB-Gerät an anderem Port testen
Wenn das Problem bei USB-Geräten auftritt (z. B. Maus, Drucker, Audiointerface), hilft oft schon ein anderer Anschluss:
- Schließe das Gerät an einen anderen USB-Port an.
- Bei Desktop-PCs: teste vordere und hintere Ports.
- Verwende nach Möglichkeit kein USB-Hub, sondern direkt das Mainboard.
Dadurch erstellt Windows einen neuen Gerätepfad – der Migrationsfehler verschwindet meist.
Schritt 4: Mainboard- und Chipsatztreiber aktualisieren
Veraltete Chipsatztreiber sind eine häufige Ursache für Gerätefehler.
- Lade die aktuellen Treiber von der Website deines Mainboard- oder Notebook-Herstellers herunter.
- Besonders wichtig: Intel Chipset Software, AMD Chipset Driver oder ASMedia USB-Treiber.
- Nach der Installation starte den PC neu.
Damit werden alle Systemgeräte neu erkannt und korrekt migriert.
Schritt 5: Systemdateien prüfen und reparieren
Falls die Migration wegen beschädigter Systemdateien scheitert, helfen die Windows-eigenen Reparaturtools:
- Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator.
- Führe aus:
sfc /scannow→ prüft und repariert beschädigte Systemdateien. - Danach:
DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth→ stellt die Windows-Komponentenintegrität wieder her.
Starte anschließend neu und überprüfe, ob der Fehler verschwunden ist.
Schritt 6: Gerät entfernen und neu erkennen lassen
Wenn Windows die Migration wiederholt verweigert:
- Trenne das Gerät.
- Öffne den Geräte-Manager.
- Aktiviere oben im Menü „Ausgeblendete Geräte anzeigen“.
- Lösche alte, ausgegraute Einträge des Geräts.
- Stecke es erneut an.
Windows behandelt das Gerät jetzt wie neu – inklusive frischer Treiberinstallation.
Schritt 7: Registry prüfen (nur erfahrene Nutzer)
Wenn du tiefer nachforschen willst:
- Öffne den Registrierungs-Editor (regedit).
- Gehe zu
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\ - Suche dort nach deinem Gerät (z. B. „USB\VID_“ oder „PCI\VEN_“).
- Prüfe die Einträge Capabilities, ConfigFlags oder DeviceDesc auf Unstimmigkeiten.
Ändere hier jedoch nichts ohne Sicherung – fehlerhafte Änderungen können das System beschädigen.
Wenn du den Registry-Zweig löschst und das Gerät danach neu anschließt, wird die gesamte Konfiguration automatisch neu erstellt.
Schritt 8: BIOS/UEFI-Einstellungen prüfen
Nach größeren Windows- oder Firmware-Updates kann es passieren, dass bestimmte Geräte (z. B. Onboard-Sound oder LAN) im BIOS deaktiviert sind.
- Starte den PC und öffne das BIOS/UEFI (meist mit Entf oder F2).
- Prüfe, ob Onboard Devices, USB Controller oder Audio Controller aktiviert sind.
- Speichere die Änderungen und starte neu.
Danach sollte die Migration beim Start erfolgreich durchgeführt werden.
Schritt 9: Systemwiederherstellung nutzen
Wenn der Fehler erst seit einem bestimmten Update besteht, kannst du einfach auf einen früheren Systemzustand zurückgehen:
- Öffne Systemsteuerung > Wiederherstellung > Systemwiederherstellung öffnen.
- Wähle einen Wiederherstellungspunkt vor dem Update.
- Starte das System neu.
Oft ist der Fehler danach komplett verschwunden, da Windows die alte Treiberzuordnung wiederherstellt.
Wann das Problem harmlos ist
Nicht jedes „Gerät nicht migriert“ ist kritisch.
Wenn das Gerät trotzdem funktioniert (z. B. Lautsprecher, Maus, Webcam), kannst du die Meldung ignorieren.
Windows protokolliert die Migration für jedes Gerät – und kleinere Einträge ohne Fehlfunktion sind oft reine Systemhinweise.
Wann du handeln solltest
- Das Gerät wird im Explorer oder Gerätemanager nicht mehr erkannt.
- Es erscheint ein gelbes Dreieck oder der Status „Fehler beim Gerät“.
- Der Treiber lässt sich nicht installieren.
- Nach jedem Neustart wird das Gerät erneut als „neu“ erkannt.
Dann ist eine der oben genannten Maßnahmen notwendig.
Praktische Tipps, um Migrationsfehler zu vermeiden
- Verwende beim Windows-Upgrade immer die neueste Treiberversion.
- Trenne unnötige USB-Geräte während des Updates.
- Führe regelmäßig Treiber-Backups mit Tools wie DriverStore Explorer oder Snappy Driver Installer durch.
- Installiere Treiber manuell vom Hersteller, nicht automatisch über Windows Update.
So reduzierst du die Wahrscheinlichkeit, dass Geräte nach Updates fehlerhaft migriert werden.
Häufig gestellte Fragen zum Migrationsfehler
Was bedeutet „Gerät nicht migriert“?
Windows konnte die Treiber- oder Registry-Zuordnung eines Geräts nicht korrekt übernehmen. Es ist ein Hinweis auf eine fehlgeschlagene Gerätekonfiguration, nicht zwingend ein Defekt.
Wie finde ich heraus, welches Gerät betroffen ist?
Im Geräte-Manager unter Eigenschaften → Ereignisse steht die genaue Hardware-ID. Daran kannst du erkennen, um welches Gerät es sich handelt.
Kann der Fehler Datenverlust verursachen?
Nein. Der Migrationsfehler betrifft nur die Gerätezuordnung, nicht deine Daten. Er kann aber verhindern, dass das Gerät korrekt funktioniert.
Wie behebe ich den Fehler dauerhaft?
Durch Neuinstallation des Originaltreibers, Aktualisierung der Chipsatztreiber oder eine Systemwiederherstellung. In hartnäckigen Fällen hilft das Löschen alter Geräteeinträge.
Tritt der Fehler nach jedem Update auf?
Ja, bei manchen Geräten wiederholt sich das Problem, wenn Windows den Treiber durch einen Standardtreiber ersetzt. Du kannst automatische Treiberupdates deaktivieren.
Ist der Fehler bei externen Laufwerken gefährlich?
Nein, solange das Laufwerk erkannt wird. Wenn es aber nicht mehr angezeigt wird, kann der USB-Controller betroffen sein – Treiber neu installieren hilft.
Kann ich den Eintrag „Gerät nicht migriert“ einfach ignorieren?
Wenn das Gerät funktioniert, ja. Wenn es nicht funktioniert, ist die Migration fehlerhaft und sollte korrigiert werden.
Hilft ein BIOS-Update?
In manchen Fällen, besonders bei älteren Mainboards, kann ein BIOS-Update die Geräteerkennung verbessern und Migrationsfehler beseitigen.
Betrifft das Problem nur Windows 10?
Nein. Auch Windows 11 zeigt diese Meldung, insbesondere nach großen Feature-Updates oder Hardwarewechseln.
Was tun, wenn nach all dem das Gerät weiterhin nicht funktioniert?
Dann liegt wahrscheinlich ein Hardwareproblem vor. Teste das Gerät an einem anderen Computer – wenn es dort auch nicht funktioniert, ist es defekt.
Zusammenfassung
Die Meldung „Gerät nicht migriert“ klingt dramatisch, ist aber meist harmlos. Sie bedeutet lediglich, dass Windows beim Übernehmen der Treiberdaten ein Problem hatte. Mit einfachen Maßnahmen wie Treiberneuinstallation, Chipsatz-Update oder Systemwiederherstellung lässt sich das Problem fast immer beheben. Nur in seltenen Fällen steckt ein Hardwaredefekt dahinter.
Wenn du regelmäßig aktuelle Treiber nutzt und dein System sauber hältst, wirst du den Hinweis „Gerät nicht migriert“ künftig kaum noch sehen – und dein Windows läuft stabil und zuverlässig weiter.





