Für die Windows-Druckerfreigabe gibt es in der Registry keinen einzelnen Schalter namens Printer Sharing. Die Freigabe selbst richtest du über die Druckereigenschaften ein; Registry-Werte steuern nur bestimmte Sicherheits- und Richtlinienaspekte. Taucht bei der Verbindung zu einem freigegebenen Drucker der Fehler 0x0000011b auf, ist häufig die RPC-Authentifizierung zwischen Druckserver und Client beteiligt. Ändere dann nicht wahllos Point-and-Print-Werte, sondern prüfe zuerst Freigabe, Netzwerk, Dienste und Firewall und bearbeite die Registry erst nach einer Sicherung.
Besonders wichtig ist die Rollenverteilung: Der PC, an dem der Drucker installiert und freigegeben ist, ist der Druckserver beziehungsweise Host. Der andere Rechner ist der Client. Ein Registry-Wert am falschen Gerät bleibt wirkungslos oder verändert unnötig dessen Sicherheitsverhalten.
Welche Einstellung gehört zur Druckerfreigabe und welche zur Registry?
Die eigentliche Freigabe wird am Host in der klassischen Druckerverwaltung aktiviert. Unter Windows 10 und Windows 11 erreichst du sie zuverlässig über die Systemsteuerung:
- Öffne die Systemsteuerung.
- Wechsle zu Hardware und Sound und anschließend zu Geräte und Drucker.
- Öffne die Druckereigenschaften des betroffenen Druckers. Je nach Ansicht musst du den Drucker mit der rechten Maustaste anklicken oder zuerst auswählen.
- Öffne die Registerkarte Freigabe.
- Aktiviere Drucker freigeben und vergib einen kurzen, eindeutigen Freigabenamen.
Fehlt die Registerkarte oder lässt sich die Freigabe nicht aktivieren, ist eine Registry-Änderung normalerweise nicht der erste Lösungsweg. Prüfe stattdessen, ob du mit Administratorrechten arbeitest, der Drucker vollständig installiert ist und der Dienst Druckwarteschlange läuft.
Registry-Einträge werden erst bei speziellen Fehlerbildern relevant. Dazu gehören insbesondere RPC-Verbindungsfehler wie 0x0000011b sowie administrativ vorgegebene Point-and-Print-Richtlinien. Diese Fälle dürfen nicht miteinander vermischt werden: Der RPC-Wert beeinflusst die Kommunikation mit dem Druckserver, während Point and Print die Treiberinstallation und die Verbindung zu Druckservern regelt.
Vor dem Eingriff den tatsächlichen Fehler eingrenzen
Versuche auf dem Client zunächst, den Host und die Freigabe getrennt zu erreichen. Öffne mit Windows-Taste + R den Ausführen-Dialog und gib den UNC-Pfad zum Host ein, beispielsweise \DRUCK-PC. Ersetze DRUCK-PC durch den Computernamen des Rechners, der den Drucker freigibt.
| Beobachtung | Wahrscheinlicher Bereich | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Der Host ist nicht erreichbar | Netzwerkerkennung, Firewall, Name oder Erreichbarkeit | Netzwerkprofil und Freigabeeinstellungen prüfen |
| Der Host öffnet sich, der Drucker fehlt | Freigabe am Host nicht aktiv oder falscher Freigabename | Registerkarte Freigabe kontrollieren |
Der Drucker ist sichtbar, die Verbindung endet mit 0x0000011b | RPC-Sicherheitsanforderungen oder abweichender Systemstand | Beide PCs aktualisieren, danach RPC-Wert untersuchen |
| Windows verlangt Administratorrechte oder lehnt einen Treiber ab | Point-and-Print-Richtlinie oder Treiberpaket | Treiber und Richtlinien prüfen, RPC-Wert nicht verändern |
| Der Auftrag bleibt in der Warteschlange | Druckwarteschlange, Treiber oder Host nicht verfügbar | Dienststatus und Warteschlange am Host untersuchen |
Prüfe außerdem, ob das aktive Netzwerk auf beiden privaten Rechnern als Privat eingestuft ist. In einem öffentlichen Netzwerk sollten Datei- und Druckerfreigaben nicht pauschal geöffnet werden. Die passenden Freigabeoptionen findest du in der Systemsteuerung unter Netzwerk und Internet, Netzwerk- und Freigabecenter und Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern. Aktiviere im privaten Profil die Netzwerkerkennung sowie die Datei- und Druckerfreigabe.
Den RPC-Wert für Fehler 0x0000011b richtig finden
Der bekannte Registry-Wert für dieses Fehlerbild heißt RpcAuthnLevelPrivacyEnabled. Er befindet sich auf dem Computer, der den Drucker freigibt, unter folgendem Schlüssel:
HKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMCurrentControlSetControlPrint
Der Wert ist kein allgemeiner Ein-/Aus-Schalter für die Druckerfreigabe. Er betrifft das RPC-Sicherheitsverhalten des Druckservers. Ein Wert von 0 wird häufig als Kompatibilitätsmaßnahme eingesetzt, senkt aber den Schutz der Druckkommunikation. Deshalb ist diese Änderung nur dann vertretbar, wenn der Fehler 0x0000011b tatsächlich vorliegt, beide Rechner einen geprüften Update-Stand besitzen und keine sicherere Korrektur über identische Systemstände oder passende Treiber möglich ist.
Vorhandenen Wert auslesen
Öffne auf dem Host eine Eingabeaufforderung als Administrator. Der folgende Befehl liest ausschließlich aus und verändert das System nicht:
reg query "HKLMSYSTEMCurrentControlSetControlPrint" /v RpcAuthnLevelPrivacyEnabled
Wird der Wert gefunden, zeigt die Ausgabe seinen Typ und seine Daten an. 0x0 entspricht dem Zahlenwert 0, 0x1 dem Zahlenwert 1. Meldet Windows, dass der angegebene Registrierungswert nicht gefunden wurde, ist er nicht ausdrücklich gesetzt. Das ist kein Beleg für eine beschädigte Registry; Windows verwendet dann sein systemseitiges Standardverhalten.
Nur bei bestätigtem RPC-Problem ändern
Sichere vor einer Änderung mindestens den betroffenen Schlüssel. Öffne den Registrierungs-Editor mit regedit, navigiere zu HKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMCurrentControlSetControlPrint und exportiere den Schlüssel über Datei und Exportieren. Achte darauf, dass der ausgewählte Zweig und nicht die gesamte Registry exportiert wird.
Danach kannst du im rechten Bereich einen DWORD-Wert (32-Bit) namens RpcAuthnLevelPrivacyEnabled anlegen und seine Daten auf 0 setzen. Die Bezeichnung DWORD-Wert (32-Bit) gilt auch auf einem 64-Bit-Windows; daraus folgt nicht, dass du einen QWORD-Wert anlegen sollst.
Alternativ setzt der folgende Administratorbefehl denselben Wert am Host:
reg add "HKLMSYSTEMCurrentControlSetControlPrint" /v RpcAuthnLevelPrivacyEnabled /t REG_DWORD /d 0 /f
Der Befehl verändert das RPC-Sicherheitsverhalten des lokalen Druckservers. Starte danach den Host neu. Ein Neustart ist gegenüber dem isolierten Neustart der Druckwarteschlange leichter nachvollziehbar, weil dadurch auch abhängige Komponenten sauber neu geladen werden.
Entferne auf dem Client anschließend nur dann eine bereits fehlerhaft angelegte Druckerverbindung, wenn sie dort sichtbar ist, und verbinde den freigegebenen Drucker neu. Du kannst dazu im Explorer den Host über \DRUCK-PC öffnen und den freigegebenen Drucker auswählen. War die Maßnahme erfolgreich, lässt sich die Verbindung ohne 0x0000011b herstellen und eine Windows-Testseite erreicht die Warteschlange des Hosts.
So stellst du den sicheren Standard wieder her
Die Kompatibilitätseinstellung sollte nicht unbemerkt dauerhaft bestehen bleiben. Sobald beide Geräte aktualisiert, Treiber vereinheitlicht oder das ursprüngliche Verbindungsproblem anderweitig behoben wurde, teste die Freigabe wieder ohne den manuell gesetzten Wert.
Mit diesem Administratorbefehl löschst du ausschließlich RpcAuthnLevelPrivacyEnabled; der Schlüssel Print und andere Druckereinstellungen bleiben erhalten:
reg delete "HKLMSYSTEMCurrentControlSetControlPrint" /v RpcAuthnLevelPrivacyEnabled /f
Starte den Host neu und verbinde den Client erneut. Funktioniert das Drucken weiterhin, ist kein Kompatibilitätswert mehr nötig. Kehrt 0x0000011b zurück, prüfe den Update-Verlauf beider PCs, den installierten Herstellertreiber und die Möglichkeit, den Drucker direkt über das Netzwerk anzusprechen. Bei einem Drucker mit eigener Netzwerkverbindung ist die direkte Installation auf jedem PC oft sauberer als eine Freigabe über einen ständig laufenden Windows-Rechner.
Point and Print ist nicht dasselbe wie Printer Sharing
Bei einer Verbindung mit einem freigegebenen Drucker kann Windows einen passenden Treiber vom Druckserver benötigen. Dieses Verfahren wird durch Point-and-Print-Richtlinien abgesichert. Registry-Schlüssel in diesem Bereich werden im Internet mitunter als allgemeine Lösung für Druckerfreigaben dargestellt, obwohl sie ein anderes Problem behandeln.
Typische Richtlinienwerte liegen unter Bereichen wie:
HKEY_LOCAL_MACHINESOFTWAREPoliciesMicrosoftWindows NTPrintersPointAndPrint
Ändere dort keine Werte nur deshalb, weil eine Treiberinstallation Administratorrechte verlangt. Gerade Einstellungen, die Warnungen oder erhöhte Rechte bei der Treiberinstallation abschwächen, können die Sicherheit des Systems deutlich reduzieren. Der bessere Weg besteht darin, einen vertrauenswürdigen, zur Windows-Architektur passenden Druckertreiber auf dem Host und gegebenenfalls lokal auf dem Client zu installieren.
Auf einem verwalteten Firmen-PC können Gruppenrichtlinien Registry-Werte automatisch setzen und erneut überschreiben. In diesem Fall sind lokale Änderungen nicht dauerhaft und möglicherweise durch die Organisation untersagt. Mit gpedit.msc lassen sich Richtlinien nur auf Windows-Editionen mit lokalem Gruppenrichtlinien-Editor untersuchen; sein Fehlen ist bei anderen Editionen kein Systemfehler. Zuständig ist bei verwalteten Geräten die Administration, weil sie freigegebene Druckserver und zulässige Treiber festlegt.
Freigabe erreichbar, Verbindung trotzdem nicht möglich
Bleibt das Problem ohne eindeutigen Registry-Fehler bestehen, arbeite die folgenden Prüfungen in dieser Reihenfolge ab. So vermeidest du Eingriffe, die mit der eigentlichen Ursache nichts zu tun haben.
- Host-Verfügbarkeit prüfen: Der PC mit der Freigabe muss eingeschaltet, mit dem Netzwerk verbunden und darf nicht im Energiesparmodus unerreichbar sein.
- Freigabenamen kontrollieren: Der UNC-Pfad besteht aus Hostname und Freigabename, beispielsweise
\DRUCK-PCLASER-BUERO. Der in Windows angezeigte Druckername kann vom Freigabenamen abweichen. - Druckwarteschlange kontrollieren: Öffne
services.mscund suche den Dienst Druckwarteschlange. Er sollte ausgeführt werden. Stoppt er nach dem Start erneut, spricht das eher für einen Treiber- oder Warteschlangenfehler als für eine fehlende Freigabe. - Firewall-Regeln prüfen: Erlaube im privaten Netzwerk die Windows-Funktion Datei- und Druckerfreigabe. Schalte die Firewall nicht vollständig ab; ein erfolgreicher Test mit abgeschalteter Firewall würde nur den Filter als Ursache eingrenzen und hinterließe das System unnötig offen.
- Anmeldedaten beachten: Ist die kennwortgeschützte Freigabe aktiv, benötigt der Client gültige Anmeldedaten für ein Konto auf dem Host. Ein leeres Kennwort ist keine empfehlenswerte Umgehung.
- Treiber abgleichen: Installiere bevorzugt einen signierten Treiber des Druckerherstellers beziehungsweise den von Windows angebotenen passenden Treiber. Alte Pakete können die Verbindung oder die Druckwarteschlange stören.
Für eine Gegenprobe kannst du auf dem Client Drucker oder Scanner hinzufügen öffnen und die Option für einen nicht aufgeführten Drucker wählen. Dort lässt sich ein freigegebener Drucker über seinen Namen angeben. Die genaue Darstellung des Dialogs kann sich zwischen Windows-Versionen unterscheiden; der UNC-Pfad bleibt jedoch nach dem Muster \HOSTFREIGABE aufgebaut.
Fehler, die bei Registry-Lösungen häufig entstehen
Ein falscher Registrierungszweig ist besonders leicht zu übersehen. Der RPC-Wert gehört für die hier beschriebene Druckserver-Kompatibilität unter HKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMCurrentControlSetControlPrint auf den Host. Wird er nur auf dem Client gesetzt, behebt er das Serververhalten nicht.
- Lege den Wert exakt als
RpcAuthnLevelPrivacyEnabledan. Ein Schreibfehler erzeugt lediglich einen wirkungslosen zusätzlichen Eintrag. - Verwende
REG_DWORDbeziehungsweiseDWORD-Wert (32-Bit), nicht Zeichenfolge oder QWORD. - Setze den Wert nicht vorsorglich auf allen Computern. Erst das passende Fehlerbild rechtfertigt den Test.
- Lösche niemals den gesamten Schlüssel
Print, um einen einzelnen Wert zurückzunehmen. - Deaktiviere weder Firewall noch kennwortgeschützte Freigabe dauerhaft, nur um die Verbindung zu erzwingen.
- Übertrage Registry-Dateien nicht ungeprüft zwischen PCs. Eine importierte Datei kann weitere Werte enthalten, die im Registrierungs-Editor nicht sofort auffallen.
Erfolg nicht nur an der Druckerverbindung messen
Eine hinzugefügte Druckerverknüpfung beweist noch nicht, dass Printer Sharing vollständig funktioniert. Öffne am Client die Druckereigenschaften und drucke eine Testseite. Beobachte danach auf dem Host die Warteschlange. Erscheint der Auftrag dort, erreicht die Freigabekommunikation den Druckserver. Bleibt er anschließend hängen, liegt das Problem eher zwischen Warteschlange, Treiber und physischem Drucker.
Prüfe zum Abschluss, ob die Freigabe nur im vorgesehenen privaten oder verwalteten Netzwerk erreichbar ist. Notiere außerdem, wenn RpcAuthnLevelPrivacyEnabled auf 0 gesetzt bleiben musste. Dadurch lässt sich die Ausnahme später gezielt entfernen, statt dass eine vorübergehende Fehlerbehebung dauerhaft zum unbekannten Sicherheitszustand wird.
Die richtige Reihenfolge lautet damit: Freigabe am Host bestätigen, Erreichbarkeit über den UNC-Pfad testen, Netzwerkprofil und Dienste prüfen, den Fehlercode erfassen und erst danach den passenden Registry-Bereich untersuchen. So behebst du sowohl echte RPC-Probleme als auch gewöhnliche Freigabefehler, ohne Point-and-Print-Schutz oder andere Druckrichtlinien unnötig abzuschwächen.





