Faxgerät sendet über Windows nicht: So findest du die Ursache

Lesedauer: 9 Min – Beitrag erstellt: 15. Oktober 2026, zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026

Sendet ein Faxgerät über den Windows-PC oder eine Faxsoftware nicht, solltest du zuerst klären, ob der Auftrag den PC überhaupt verlässt. Ein Test direkt am Gerät trennt Leitungs- und Gerätefehler zuverlässig von Problemen mit Treiber, Faxsoftware oder Windows. Bleibt bereits der Direktversand erfolglos, liegt die Ursache wahrscheinlich nicht am PC. Funktioniert er, konzentriert sich die weitere Prüfung auf die Windows-Verbindung und den verwendeten Übertragungsweg.

Wichtig ist außerdem die technische Einordnung: Ein Multifunktionsgerät mit eigener Faxbuchse sendet anders als ein USB-Faxmodem oder ein reiner Online-Faxdienst. Nur Geräte mit einem geeigneten analogen Faxmodem beziehungsweise einer entsprechenden Faxfunktion können einen klassischen Faxanruf aufbauen. Eine Druckerinstallation allein macht aus einem Multifunktionsgerät noch kein betriebsbereites Faxgerät.

Zuerst feststellen, an welcher Stelle der Faxversand stoppt

Ein fehlgeschlagener Faxauftrag kann an vier Stellen hängen bleiben: in der Anwendung, in der Windows-Warteschlange, bei der Übergabe an das Gerät oder während des Verbindungsaufbaus zur Gegenstelle. Die sichtbare Reaktion liefert den ersten brauchbaren Hinweis.

  • Der Auftrag erscheint nirgends: Wahrscheinlich wurde in der Anwendung der falsche Drucker oder Faxanbieter ausgewählt, oder die Faxsoftware hat den Auftrag nicht übernommen.
  • Der Auftrag bleibt auf dem PC stehen: Prüfe die Faxsoftware, die Geräteverbindung und gegebenenfalls die zugehörige Warteschlange.
  • Das Gerät wählt nicht: Eine fehlende Leitungsfreigabe, eine falsche Anschlussart oder eine nicht übertragene Rufnummer kommt infrage.
  • Das Gerät wählt, bricht aber ab: Besetztzeichen, falsche Nummer, fehlende Amtsholung, eine ungeeignete VoIP-Verbindung oder Verständigungsprobleme zwischen den Faxgeräten sind mögliche Ursachen.
  • Das Dokument wird eingezogen, aber nicht übertragen: Der Sendebericht oder das Geräteprotokoll sollte einen Status beziehungsweise Fehlerhinweis enthalten.

Notiere den genauen Wortlaut der Meldung und den Zeitpunkt des Abbruchs. Hinweise wie „Besetzt“, „Keine Antwort“, „Kein Freizeichen“ oder „Übertragungsfehler“ beschreiben unterschiedliche Fehlerphasen und sollten nicht mit derselben Maßnahme behandelt werden.

Der Direktversand am Faxgerät ist die wichtigste Gegenprobe

Bei einem Multifunktionsgerät mit eigenem Bedienfeld legst du eine unkritische Testseite ein, gibst eine erreichbare Faxnummer direkt am Gerät ein und startest den Versand ohne Beteiligung des PCs. Verwende möglichst eine Gegenstelle, von der du weißt, dass sie Faxe empfangen kann. Ein Telefonanschluss oder eine Mobilfunknummer ist keine geeignete Testgegenstelle.

Funktioniert dieser Versand, sind Faxmodul, Anschluss und Gegenstelle grundsätzlich erreichbar. Der Fehler liegt dann wahrscheinlich in der Faxsoftware, im Treiber, in der PC-Verbindung oder bei der Übergabe des Auftrags. Scheitert auch der Direktversand, prüfst du zuerst Rufnummer, Verkabelung und Telefonanschluss. Eine Neuinstallation der Windows-Software würde in diesem Fall am eigentlichen Fehler vorbeigehen.

Kann das Gerät einen Sendebericht ausgeben, aktiviere ihn für die Fehlersuche. Maßgeblich sind Status, gewählte Nummer und Abbruchphase. Die genaue Bezeichnung findest du je nach Hersteller im Bereich Fax, Berichte, Journal oder Übertragungsprotokoll. Das Handbuch des exakten Modells erklärt außerdem, welche Buchse für die Amtsleitung vorgesehen ist; Telefon- und Erweiterungsbuchsen sind nicht beliebig austauschbar.

Faxnummer, Amtsholung und Leitung richtig prüfen

Wählt das Gerät, erreicht aber die Gegenstelle nicht, ist die Rufnummer der nächste Prüfpunkt. Entferne für einen Test unnötige Sonderzeichen und kontrolliere Vorwahl, Landeskennung sowie eine eventuell erforderliche Amtsholung. In einer Telefonanlage kann vor der eigentlichen Nummer beispielsweise eine zusätzliche Ziffer und eine Wahlpause nötig sein. Welche Kombination gilt, hängt von der Anlage ab und lässt sich nicht allgemein festlegen.

Ein gemeldetes Besetztzeichen kann tatsächlich von der Gegenstelle stammen. Tritt es jedoch bei mehreren bekannten Faxnummern auf, spricht das eher für eine falsche Wahlregel oder ein Anschlussproblem. „Keine Antwort“ bedeutet dagegen häufig, dass zwar eine Verbindung aufgebaut wurde, die angerufene Seite aber keinen Faxton geliefert hat. Prüfe in diesem Fall die Nummer und lass dir bestätigen, dass die Gegenstelle empfangsbereit ist.

Bei einem klassischen Faxanschluss muss das Leitungskabel an der dafür vorgesehenen Line- oder Amtsbuchse des Geräts stecken. Ein Kabel in einer Buchse für ein nachgeschaltetes Telefon kann zu einem fehlenden Freizeichen führen. Nutze nach Möglichkeit das passende Telefonkabel des Geräts und vermeide zum Test zusätzliche Verteiler, Verlängerungen oder Adapter.

Bei VoIP entscheidet der Router über die Faxverbindung

Viele Telefonanschlüsse werden über einen Router und Internettelefonie bereitgestellt, auch wenn das Faxgerät selbst mit einem analogen Kabel angeschlossen ist. Das Gerät steckt dann üblicherweise an einem analogen Telefonanschluss des Routers oder einer Telefonanlage. Dieser Anschluss muss im Router einer funktionsfähigen Rufnummer zugeordnet und für ausgehende Anrufe freigegeben sein.

Anleitung
1Öffne das Dokument, das du senden möchtest, und rufe die Druckfunktion auf.
2Kontrolliere den vollständigen Namen des gewählten Geräteeintrags. Der Faxeintrag muss zur tatsächlichen Modellreihe beziehungsweise zur eingesetzten Faxsoftware gehören.
3Sende zunächst eine einfache einseitige Datei ohne ungewöhnliche Schriftarten, eingebettete Formulare oder sehr große Grafiken.
4Beobachte, ob sich ein Dialog zur Eingabe der Faxnummer öffnet und ob der Auftrag danach in der vorgesehenen Software erscheint.
5Prüfe am Faxgerät, ob es aufwacht, die Nummer übernimmt und den Wählvorgang startet.

Kann ein angeschlossenes Telefon über dieselbe Buchse nicht telefonieren, liegt das Problem vor der Faxübertragung. Funktionieren normale Gespräche, Faxe brechen aber regelmäßig während der Übertragung ab, kann die Sprachkodierung beziehungsweise Faxunterstützung der Telefonanlage beteiligt sein. Manche Router oder Anbieter unterstützen T.38, andere übertragen Faxsignale über den normalen Sprachkanal. Die Unterstützung und die passende Einstellung sind modell- und anschlussabhängig.

Als vorsichtige Gegenprobe kannst du in den Faxoptionen des Geräts eine niedrigere Übertragungsgeschwindigkeit wählen, sofern das Handbuch diese Einstellung beschreibt. Auch das Fehlerkorrekturverfahren ECM lässt sich bei manchen Modellen testweise umstellen. Diese Änderungen sind keine universelle Lösung: Ändere jeweils nur eine Option, sende dieselbe Testseite erneut und stelle die ursprüngliche Einstellung wieder her, wenn sich nichts verbessert.

Funktioniert das Gerät allein, folgt die Prüfung unter Windows

Nach einem erfolgreichen Direktversand kontrollierst du zunächst, wie der PC den Auftrag übergeben soll. Bei manchen Multifunktionsgeräten installiert der Hersteller neben dem normalen Druckertreiber einen gesonderten Faxdrucker. In der Druckauswahl erscheinen dann beispielsweise ein Druckereintrag und ein separater Eintrag für die Faxfunktion. Wählst du nur den normalen Drucker, wird das Dokument gedruckt oder in dessen Warteschlange abgelegt, aber nicht als Fax versendet.

  1. Öffne das Dokument, das du senden möchtest, und rufe die Druckfunktion auf.
  2. Kontrolliere den vollständigen Namen des gewählten Geräteeintrags. Der Faxeintrag muss zur tatsächlichen Modellreihe beziehungsweise zur eingesetzten Faxsoftware gehören.
  3. Sende zunächst eine einfache einseitige Datei ohne ungewöhnliche Schriftarten, eingebettete Formulare oder sehr große Grafiken.
  4. Beobachte, ob sich ein Dialog zur Eingabe der Faxnummer öffnet und ob der Auftrag danach in der vorgesehenen Software erscheint.
  5. Prüfe am Faxgerät, ob es aufwacht, die Nummer übernimmt und den Wählvorgang startet.

Öffnet sich kein Faxdialog, obwohl der passende Faxdrucker ausgewählt wurde, ist die zugehörige Herstellersoftware möglicherweise unvollständig installiert oder beschädigt. Prüfe die genaue Modellbezeichnung am Typenschild und die installierte Windows-Version. Der Befehl winver öffnet die Versionsanzeige. Lade den Treiber ausschließlich für diese Kombination aus Modell, Windows-Version und Systemarchitektur aus dem offiziellen Supportbereich des Herstellers.

USB-, Netzwerk- und Faxmodem-Verbindungen unterscheiden

Eine USB-Verbindung zum Multifunktionsgerät transportiert den Auftrag vom PC zum Gerät. Sie ersetzt nicht automatisch die Telefonleitung, über die das Gerät das Fax versendet. Prüfe deshalb beide Wege getrennt: Erkennt Windows das Gerät, und besitzt das Faxgerät gleichzeitig eine funktionsfähige Verbindung zum Telefonanschluss?

Bei einem Netzwerkgerät muss der PC das richtige Gerät erreichen. Ein geänderter Netzwerkanschluss oder ein nach einem Routerwechsel neu eingerichtetes Gerät kann dazu führen, dass ein alter Faxdrucker noch vorhanden ist, aber keine Verbindung mehr zum tatsächlichen Gerät hat. Öffne die installierten Drucker in den Windows-Einstellungen, identifiziere doppelte oder ausgegraute Einträge und sende eine normale Testseite an den zugehörigen Drucker. Scheitert bereits dieser Auftrag, behebe zuerst die USB- oder Netzwerkverbindung.

Ein USB-Faxmodem ist technisch ein anderer Fall. Hier übernimmt das Modem selbst die Verbindung zur Telefonleitung; ein Drucker ist dafür nicht erforderlich. Öffne den Geräte-Manager und prüfe, ob das Modem ohne Warnsymbol angezeigt wird. Fehlt es oder erscheint ein Fehler, wechsle zunächst den USB-Anschluss, vermeide testweise einen passiven USB-Hub und installiere den vorgesehenen Treiber. Ein Gerät, das Windows nur als unbekannte Hardware erkennt, kann von einer Faxanwendung nicht zuverlässig angesprochen werden.

Bei Windows Fax und Scan muss ein kompatibles Faxmodem beziehungsweise ein erreichbarer Faxserver eingerichtet sein. Ein gewöhnliches Netzwerk-Multifunktionsgerät erscheint dort nicht automatisch als Faxmodem. Verwendet dein Gerät stattdessen einen herstellereigenen Faxdrucker, erfolgt der Versand über diese Software und nicht zwingend über Windows Fax und Scan.

Einen festhängenden Faxauftrag sauber entfernen

Bleibt ein Auftrag dauerhaft in der Faxsoftware oder einer gerätespezifischen Warteschlange, brich ihn zuerst dort ab. Warte, bis der Status verschwindet, und starte anschließend nur die betroffene Anwendung neu. Sende nicht mehrfach auf Verdacht, denn mehrere freigegebene Aufträge können später nacheinander übertragen werden.

Lässt sich der Auftrag nicht löschen, starte das Faxgerät und den PC kontrolliert neu. Trenne das Gerät erst vom Strom, nachdem laufende Druck-, Scan- oder Faxvorgänge beendet sind. Bei einem Netzwerkgerät sollte auch geprüft werden, ob es nach dem Neustart wieder unter demselben Geräteeintrag erreichbar ist.

Eine vollständige Treiberbereinigung ist erst sinnvoll, wenn der Direktversand funktioniert, die Verbindung zum PC steht und der Faxauftrag trotzdem nicht übergeben wird. Entferne dann die zugehörige Faxsoftware nach den Herstellerhinweisen, starte Windows neu und installiere das passende Komplettpaket. Bewahre vorher gespeicherte Faxkontakte, Deckblätter oder Versandprotokolle auf, falls die Software dafür eine Exportfunktion bietet.

Fehlermeldungen entscheiden über den nächsten Schritt

  • Kein Freizeichen: Prüfe Amtsbuchse, Leitungskabel, Routerzuordnung und eine eventuell nötige Amtsholung. Windows ist hierbei meist nicht die erste Fehlerquelle.
  • Besetzt: Wiederhole den Test später einmal. Tritt der Status bei mehreren Faxnummern auf, kontrolliere Nummernformat und Telefonanlage.
  • Keine Antwort: Vergewissere dich, dass die Zielnummer wirklich zu einem empfangsbereiten Fax gehört. Prüfe außerdem, ob die richtige Vorwahl gewählt wird.
  • Verbindungs- oder Übertragungsfehler: Sende eine einzelne einfache Seite. Bei VoIP können eine niedrigere Faxgeschwindigkeit oder eine angepasste ECM-Einstellung als einzeln geprüfte Gegenprobe dienen.
  • Gerät nicht verfügbar: Prüfe USB- oder Netzwerkverbindung, den richtigen Faxdrucker und den Gerätestatus in Windows.
  • Auftrag bleibt in Vorbereitung: Teste eine einfache Datei und starte die Faxanwendung neu. Scheitert nur ein bestimmtes Dokument, exportiere es zunächst als PDF oder drucke eine reduzierte Fassung in die Faxsoftware.

Ein Fehlercode ohne Hersteller- und Modellbezug ist nur begrenzt aussagekräftig. Suche ihn in der offiziellen Support-Rubrik für Fax, Fehlerbehebung oder Sendeberichte des Geräteherstellers und gleiche ihn mit der vollständigen Modellbezeichnung ab. Derselbe Zahlencode kann bei verschiedenen Produktreihen etwas anderes bedeuten.

So kontrollierst du, ob das Fax wirklich übertragen wurde

Ein verschwundener Auftrag ist noch kein sicherer Versandnachweis. Maßgeblich ist der abgeschlossene Status in der Faxsoftware oder ein Sendebericht des Geräts. Dort sollten mindestens Zielnummer, Zeitpunkt und Ergebnis erkennbar sein. Bei wichtigen Dokumenten empfiehlt sich zusätzlich eine Bestätigung des Empfängers, weil ein technisch erfolgreicher Verbindungsaufbau nicht beweist, dass die richtige Person das Dokument erhalten und gelesen hat.

Die sinnvollste Reihenfolge lautet damit: zuerst eine Testseite direkt am Gerät senden, danach Kabel und Telefonweg prüfen und erst bei erfolgreichem Direktversand Windows, Faxdrucker, Treiber oder Faxmodem untersuchen. So vermeidest du unnötige Neuinstallationen und erkennst früh, ob die Störung am PC, am Gerät oder am Telefonanschluss liegt.

Checkliste
  • Der Auftrag erscheint nirgends: Wahrscheinlich wurde in der Anwendung der falsche Drucker oder Faxanbieter ausgewählt, oder die Faxsoftware hat den Auftrag nicht übernommen.
  • Der Auftrag bleibt auf dem PC stehen: Prüfe die Faxsoftware, die Geräteverbindung und gegebenenfalls die zugehörige Warteschlange.
  • Das Gerät wählt nicht: Eine fehlende Leitungsfreigabe, eine falsche Anschlussart oder eine nicht übertragene Rufnummer kommt infrage.
  • Das Gerät wählt, bricht aber ab: Besetztzeichen, falsche Nummer, fehlende Amtsholung, eine ungeeignete VoIP-Verbindung oder Verständigungsprobleme zwischen den Faxgeräten sind mögliche Ursachen.
  • Das Dokument wird eingezogen, aber nicht übertragen: Der Sendebericht oder das Geräteprotokoll sollte einen Status beziehungsweise Fehlerhinweis enthalten.


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