Wenn die Windows Systemwiederherstellung nicht funktioniert, liegt meist ein tieferes Problem im System vor. Trotzdem lässt sich dein PC in den meisten Fällen retten, wenn du die richtigen Schritte kennst. Hier erfährst du, warum die Wiederherstellung fehlschlägt, wie du sie wieder zum Laufen bringst und welche Alternativen es gibt, um dein System zu retten.
Die Windows Systemwiederherstellung ist eine der zuverlässigsten Funktionen, um dein System auf einen früheren Zustand zurückzusetzen. Doch wenn sie plötzlich nicht mehr startet oder mit einer Fehlermeldung abbricht, ist das mehr als nur ärgerlich – vor allem, wenn wichtige Daten oder Programme betroffen sind. Zum Glück gibt es mehrere Lösungswege, mit denen du dein System wieder stabil bekommst.
Warum die Systemwiederherstellung nicht funktioniert
Es gibt viele Gründe, warum die Windows Systemwiederherstellung fehlschlägt. Einer der häufigsten ist eine beschädigte Wiederherstellungspartition oder ein deaktivierter Schutzmechanismus. Auch Antivirensoftware kann den Prozess blockieren. Manchmal sind fehlerhafte Updates oder fehlende Systemdateien die Ursache.
Typische Fehlermeldungen sind:
- „Die Systemwiederherstellung wurde nicht erfolgreich abgeschlossen.“
- „Fehler 0x80070005 – Zugriff verweigert.“
- „Fehler 0x81000203 – Der Schattenkopieanbieter ist deaktiviert.“
In all diesen Fällen bedeutet es: Windows konnte die nötigen Dateien nicht korrekt laden oder ändern. Doch mit den richtigen Schritten lässt sich das Problem fast immer lösen.
Erste Maßnahme: Systemschutz aktivieren
Prüfe zuerst, ob der Systemschutz überhaupt eingeschaltet ist. Ohne aktivierten Systemschutz erstellt Windows keine Wiederherstellungspunkte – und kann somit auch nichts zurücksetzen.
- Öffne die Systemsteuerung.
- Wähle System und Sicherheit > System.
- Klicke auf Computerschutz.
- Wähle dein Laufwerk (meist C:) und klicke auf Konfigurieren.
- Aktiviere die Option Computerschutz aktivieren.
Stelle außerdem sicher, dass genügend Speicherplatz für Wiederherstellungspunkte reserviert ist. Ein Wert von 5–10 GB ist in der Regel ausreichend.
Systemdateien überprüfen
Wenn die Systemwiederherstellung fehlschlägt, könnten beschädigte Systemdateien schuld sein. Windows bietet dafür eigene Tools:
- sfc /scannow
Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator und gib diesen Befehl ein. Er überprüft alle Systemdateien und ersetzt fehlerhafte Versionen. - DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth
Dieser Befehl stellt beschädigte Komponenten des Windows-Abbilds wieder her. Er kann nach einem Windows-Update-Fehler besonders hilfreich sein.
Nach Abschluss beider Scans empfiehlt sich ein Neustart. Anschließend kannst du versuchen, die Systemwiederherstellung erneut zu starten.
Systemwiederherstellung über den abgesicherten Modus starten
Wenn Windows im normalen Modus blockiert, kann der abgesicherte Modus helfen. Dort werden nur die nötigsten Treiber geladen, was Konflikte mit Hintergrunddiensten verhindert.
- Drücke Shift + Neustart.
- Wähle Problembehandlung > Erweiterte Optionen > Starteinstellungen.
- Klicke auf Neu starten.
- Wähle Abgesicherter Modus mit Eingabeaufforderung.
Gib dort den Befehl rstrui.exe ein und starte die Wiederherstellung erneut. In vielen Fällen klappt sie hier problemlos.
Alternative Wiederherstellung über Installationsmedium
Wenn dein System gar nicht mehr startet oder die Wiederherstellung auch im abgesicherten Modus scheitert, nutze das Windows-Installationsmedium (USB-Stick oder DVD).
- Starte den PC über das Installationsmedium.
- Wähle Computerreparaturoptionen.
- Klicke auf Systemwiederherstellung.
- Wähle den gewünschten Wiederherstellungspunkt.
Damit greifst du auf dieselbe Funktion zu, aber außerhalb des laufenden Systems – was oft Fehler umgeht, die im normalen Betrieb auftreten.
Wiederherstellungspunkt manuell erstellen und testen
Manchmal hilft es, einen neuen Wiederherstellungspunkt zu erstellen, um zu prüfen, ob das Feature grundsätzlich funktioniert:
- Gehe zu Systemsteuerung > System > Computerschutz.
- Klicke auf Erstellen.
- Gib eine Beschreibung ein, z. B. „Testpunkt“.
- Führe anschließend eine Wiederherstellung zu diesem Punkt durch.
Wenn dieser Versuch funktioniert, liegt der Fehler meist an einem älteren, beschädigten Wiederherstellungspunkt.
Virenscanner oder Sicherheitssoftware deaktivieren
Ein häufiger Stolperstein: Sicherheitssoftware blockiert Systemprozesse. Deaktiviere vorübergehend dein Antivirenprogramm oder starte den PC mit minimalen Diensten. Manche Tools verhindern den Zugriff auf Wiederherstellungspunkte, weil sie diese fälschlich als Bedrohung erkennen.
Nach dem erfolgreichen Zurücksetzen kannst du den Virenschutz natürlich wieder aktivieren.
Wenn nichts mehr hilft: Zurücksetzen mit Erhalt der Dateien
Wenn die Systemwiederherstellung dauerhaft scheitert, bleibt der Windows-Reset als letzte Option. Dabei kannst du deine persönlichen Daten behalten:
- Öffne die Einstellungen.
- Wähle System > Wiederherstellung.
- Klicke unter „Diesen PC zurücksetzen“ auf Los geht’s.
- Wähle Eigene Dateien behalten.
Windows installiert sich neu, ohne deine persönlichen Daten zu löschen – Programme müssen jedoch neu installiert werden.
Systemabbild-Sicherung als Plan B
Wenn du regelmäßig ein Systemabbild erstellst, kannst du dein komplettes System exakt auf den Zeitpunkt der Sicherung zurücksetzen. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn Wiederherstellungspunkte unbrauchbar geworden sind.
Tipp: Lege regelmäßig ein Systemabbild auf einer externen Festplatte an. Das geht über Systemsteuerung > Sichern und Wiederherstellen (Windows 7).
Häufige Ursachen im Überblick
| Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Systemwiederherstellung bricht ab | Antivirensoftware blockiert | Sicherheitssoftware vorübergehend deaktivieren |
| Kein Wiederherstellungspunkt vorhanden | Systemschutz deaktiviert | Computerschutz aktivieren |
| Fehler 0x80070005 | Fehlende Berechtigungen | Als Administrator ausführen |
| Fehler 0x81000203 | Schattenkopie-Dienst deaktiviert | Dienst starten |
| Fehler 0x80042302 | Volume Shadow Copy defekt | „sfc /scannow“ und „DISM“ ausführen |
Hintergrundwissen: Wie funktioniert die Systemwiederherstellung eigentlich?
Die Windows Systemwiederherstellung speichert regelmäßig Schnappschüsse deines Systems – sogenannte Wiederherstellungspunkte. Sie enthalten Informationen über Systemdateien, installierte Programme und Einstellungen. Wenn etwas schiefläuft, kannst du dein System auf diesen Zeitpunkt zurücksetzen, ohne persönliche Dateien zu verlieren.
Was sie nicht kann: gelöschte Dokumente oder Fotos zurückholen. Sie dient ausschließlich der Systemstabilität. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig zusätzlich Backups deiner Daten zu machen.
Wie du künftige Probleme vermeidest
Damit die Systemwiederherstellung künftig zuverlässig funktioniert:
- Aktiviere den Systemschutz dauerhaft.
- Überprüfe regelmäßig, ob Wiederherstellungspunkte erstellt werden.
- Nutze zusätzlich ein Backup-Tool.
- Halte deine Treiber und Windows-Version aktuell.
So bist du auch für unerwartete Fehler bestens gewappnet.
Praktischer Tipp für den Notfall
Wenn gar nichts mehr geht, kannst du über den Befehl „rstrui.exe /offline“ im Reparaturmodus versuchen, das System offline wiederherzustellen. Diese Methode funktioniert auch, wenn das Hauptsystem beschädigt ist – sie greift direkt auf die Wiederherstellungspartition zu.
Was du unbedingt vermeiden solltest
Viele Nutzer löschen versehentlich alte Wiederherstellungspunkte, um Speicherplatz zu sparen. Das kann fatal sein, wenn ein Fehler auftritt. Lösche alte Punkte nur, wenn du sicher bist, dass dein System stabil läuft.
Ebenso gefährlich: Systemoptimierer, die Wiederherstellungspunkte automatisch bereinigen. Diese Tools bringen kaum echten Nutzen, können aber Wiederherstellungsdaten zerstören.
Wie du erkennst, ob dein System wieder stabil ist
Nach einer erfolgreichen Wiederherstellung sollte dein PC:
- schneller starten,
- keine Fehlermeldungen mehr zeigen,
- und installierte Programme korrekt laden.
Wenn weiterhin Probleme auftreten, ist oft ein tiefergehender Systemfehler vorhanden. Dann lohnt sich ein Blick ins Ereignisprotokoll (eventvwr.msc) oder ein Inplace-Upgrade von Windows.
Kleine Rettungshelfer: Drittanbieter-Tools
Manchmal ist die Windows-interne Wiederherstellung einfach zu störrisch. In diesem Fall können Tools wie Macrium Reflect oder EaseUS Todo Backup helfen. Sie erstellen eigene Sicherungspunkte und erlauben, ganze Partitionen wiederherzustellen.
Diese Programme sind besonders hilfreich, wenn du häufig Software testest oder Systemänderungen vornimmst.
Warum Geduld hier der beste Freund ist
Eine Systemwiederherstellung kann je nach Umfang 15 bis 60 Minuten dauern. Brich sie nicht ab, auch wenn sie scheinbar hängt – das kann zu noch größeren Problemen führen. Geduld zahlt sich aus: Viele Nutzer berichten, dass die Wiederherstellung nach längerer Wartezeit doch erfolgreich abgeschlossen wurde.
Häufig gestellte Fragen zur Systemwiederherstellung
Warum schlägt die Windows Systemwiederherstellung immer fehl?
Oft liegt das an deaktivierten Systemdiensten, beschädigten Wiederherstellungspunkten oder Antivirenprogrammen, die Eingriffe blockieren. Führe die Wiederherstellung im abgesicherten Modus aus oder überprüfe die Dienste für „Schattenkopie“.
Kann ich die Systemwiederherstellung rückgängig machen?
Ja. Nach erfolgreicher Wiederherstellung kannst du sie über denselben Menüpunkt wieder rückgängig machen. So bekommst du dein System exakt in den vorherigen Zustand zurück.
Was passiert mit meinen Dateien nach der Wiederherstellung?
Persönliche Dateien wie Fotos oder Dokumente bleiben unangetastet. Es werden nur Systemdateien, Einstellungen und Programme zurückgesetzt.
Wie oft erstellt Windows Wiederherstellungspunkte?
Standardmäßig automatisch bei größeren Systemänderungen – z. B. bei Treiber- oder Windows-Updates. Du kannst sie aber auch manuell anlegen.
Wie kann ich prüfen, ob Wiederherstellungspunkte existieren?
Öffne die Systemsteuerung > System > Computerschutz. Dort siehst du alle vorhandenen Wiederherstellungspunkte samt Datum.
Gibt es Alternativen zur Systemwiederherstellung?
Ja, etwa ein Systemabbild oder Drittanbieter-Tools zur Sicherung. Auch die Funktion „Diesen PC zurücksetzen“ ist eine gute Alternative.
Wie sicher ist die Systemwiederherstellung?
Sehr sicher – solange keine Systemoptimierer oder externe Tools eingreifen. Microsoft hat den Mechanismus stark abgesichert, um versehentliche Datenverluste zu vermeiden.
Was tun, wenn gar kein Wiederherstellungspunkt mehr vorhanden ist?
Dann bleibt nur ein Zurücksetzen mit Erhalt der Dateien oder die Wiederherstellung über ein zuvor erstelltes Systemabbild.
Wie lange dauert eine Wiederherstellung im Schnitt?
Je nach Systemleistung und Datenmenge zwischen 15 und 60 Minuten. Auf älteren HDDs kann es länger dauern.
Wie kann ich künftig Datenverluste vermeiden?
Lege regelmäßige Backups auf einer externen Festplatte oder in der Cloud an. So bist du unabhängig von Wiederherstellungspunkten geschützt.
Zusammenfassung
Wenn die Windows Systemwiederherstellung nicht funktioniert, ist das kein Grund zur Panik. Meist steckt ein kleiner, behebbarer Fehler dahinter – etwa ein deaktivierter Dienst oder ein blockierendes Programm. Durch Tools wie „sfc /scannow“ oder das Starten im abgesicherten Modus lässt sich das Problem in den meisten Fällen lösen. Und selbst wenn alles scheitert, bleibt mit der Funktion „Diesen PC zurücksetzen“ noch ein sicherer Weg, dein System zu retten.
Wer regelmäßig Wiederherstellungspunkte und Backups erstellt, kann sich im Ernstfall entspannt zurücklehnen – denn dann ist dein System nur wenige Klicks vom Ursprungszustand entfernt.





