Windows „Systemschutz konnte nicht erstellt werden“ – Lösung

Lesedauer: 6 Min
Aktualisiert: 11. November 2025 21:40

Wenn Windows beim Einrichten eines Wiederherstellungspunkts meldet „Der Systemschutz konnte nicht erstellt werden“, liegt meist ein Fehler im Volume Shadow Copy-Dienst, in beschädigten Systemdateien oder an unzureichendem Speicherplatz. Zum Glück lässt sich das Problem in wenigen Schritten beheben.

Was bedeutet die Meldung „Systemschutz konnte nicht erstellt werden“?

Die Meldung erscheint, wenn Windows den Wiederherstellungspunkt nicht erfolgreich anlegen kann. Das bedeutet konkret: Der sogenannte „Systemschutz“ – also die Sicherungsfunktion für Systemdateien und Registrierungseinträge – ist deaktiviert, beschädigt oder blockiert. Häufig sind Hintergrundprozesse, deaktivierte Dienste oder defekte Schattenkopien die Ursache.

Ein funktionierender Systemschutz ist wichtig, um nach Updates oder Treiberproblemen schnell zum vorherigen Zustand zurückzukehren. Wenn diese Funktion ausfällt, können spätere Wiederherstellungen scheitern – daher sollte das Problem sofort behoben werden.

Häufige Ursachen des Fehlers

Mehrere Gründe können den Systemschutz blockieren. Typische Ursachen sind:

  • Der Dienst Volumeschattenkopie (VSS) ist deaktiviert oder fehlerhaft.
  • Temporäre Dateien oder alte Wiederherstellungspunkte belegen zu viel Speicherplatz.
  • Antivirenprogramme verhindern den Zugriff auf Systemdateien.
  • Beschädigte Systemdateien oder fehlerhafte Windows-Komponenten.
  • Fehlerhafte Festplattensektoren oder fehlende Administratorrechte.

In den meisten Fällen genügt es, Dienste und Systemdateien zu überprüfen oder den verfügbaren Speicherplatz anzupassen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So löst du das Problem

1. Volumeschattenkopie-Dienst prüfen

  1. Öffne mit Windows-Taste + R das Ausführen-Fenster.
  2. Gib services.msc ein und bestätige.
  3. Suche den Eintrag Volumeschattenkopie.
  4. Stelle den Starttyp auf Automatisch und starte den Dienst neu.

Fehlt der Dienst oder lässt sich nicht starten, hilft meist eine Systemprüfung (siehe Punkt 3).

Anleitung
1Öffne mit Windows-Taste + R das Ausführen-Fenster.
2Gib services.msc ein und bestätige.
3Suche den Eintrag Volumeschattenkopie.
4Stelle den Starttyp auf Automatisch und starte den Dienst neu.

2. Systemschutz aktivieren

  1. Öffne die Systemsteuerung > System und Sicherheit > System.
  2. Wähle links Erweiterte Systemeinstellungen.
  3. Klicke unter „Systemschutz“ auf Konfigurieren.
  4. Setze den Haken bei Systemschutz aktivieren.
  5. Stelle den Maximalen Speicherplatz auf 5–10 % deiner Systempartition ein.

Speichere die Änderungen und teste anschließend, ob der Wiederherstellungspunkt erstellt werden kann.

3. Systemdateien prüfen

Wenn Systemkomponenten beschädigt sind, hilft der Befehl sfc /scannow:

  1. Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator.
  2. Gib den Befehl sfc /scannow ein und bestätige mit Enter.
  3. Warte, bis die Überprüfung abgeschlossen ist, und starte den PC neu.

Findet SFC Fehler, führt anschließend DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth aus, um beschädigte Systemabbilder zu reparieren.

4. Alte Wiederherstellungspunkte löschen

Manchmal sind alte oder beschädigte Punkte schuld:

  1. Öffne Systemsteuerung > System > Computerschutz.
  2. Wähle das Laufwerk aus und klicke auf Konfigurieren.
  3. Klicke auf Löschen, um alte Punkte zu entfernen.
  4. Starte den Computer neu und teste erneut.

5. Speicherplatz und Berechtigungen prüfen

  • Stelle sicher, dass auf Laufwerk C: mindestens 5 GB frei sind.
  • Starte Windows als Administrator.
  • Prüfe, ob dein Benutzerkonto über Administratorrechte verfügt.

Wenn der Fehler weiterhin auftritt, deaktiviere kurzzeitig Virenscanner oder Sicherheitssoftware, da diese oft Schattenkopien blockieren.

Tiefere Analyse: Logdateien und Ereignisanzeige nutzen

Wenn keine der genannten Methoden hilft, liefert die Ereignisanzeige wertvolle Hinweise:

  1. Öffne sie mit eventvwr.msc.
  2. Gehe zu Windows-Protokolle > Anwendung.
  3. Suche nach Einträgen von VSS oder Systemwiederherstellung.

Hier werden Fehlercodes angezeigt, die du gezielt recherchieren kannst. Typische Codes wie 0x81000203 oder 0x80042302 deuten auf Dienstprobleme hin.
Wenn du diese findest, starte den Dienst „Microsoft Software Shadow Copy Provider“ neu oder setze die Dienste auf Automatik.

Alternative Lösungen: Wiederherstellungspunkt per Befehl erstellen

Wenn die grafische Oberfläche streikt, hilft die Kommandozeile:

  1. Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator.
  2. Führe folgenden Befehl aus: wmic.exe /Namespace:\\root\default Path SystemRestore Call CreateRestorePoint "Manueller Punkt", 100, 7
  3. Erfolgt die Meldung „Method execution successful“, wurde der Punkt erstellt.

Scheitert der Befehl, liegt das Problem tiefer – dann sollte DISM oder eine Neuinitialisierung des Systemschutzes folgen.

Wenn alles fehlschlägt: Systemschutz zurücksetzen

In seltenen Fällen ist der Systemschutz komplett beschädigt. Dann hilft das Zurücksetzen über PowerShell:

  1. Öffne PowerShell als Administrator.
  2. Führe nacheinander diese Befehle aus: Disable-ComputerRestore -Drive "C:\" Enable-ComputerRestore -Drive "C:\" vssadmin Resize ShadowStorage /For=C: /On=C: /MaxSize=10GB
  3. Starte Windows neu und erstelle anschließend manuell einen Wiederherstellungspunkt.

Diese Methode setzt die Schattenkopie-Funktion vollständig neu auf und behebt die meisten hartnäckigen Fehler.

Typische Fehlercodes und ihre Bedeutung

FehlercodeBedeutungLösung
0x81000203Systemschutz deaktiviertIn Systemsteuerung aktivieren
0x80042302VSS-Dienst läuft nichtVolumeschattenkopie starten
0x80042306Fehlerhafte SchattenkopienAlte Punkte löschen
0x80042318Konflikt mit SoftwareSicherheitssoftware prüfen
0x80070005Zugriffsrechte fehlenAls Administrator ausführen

Diese Übersicht hilft dir, gezielt nach der Ursache zu suchen, ohne jede Option manuell testen zu müssen.

Praktische Tipps für die Zukunft

  • Erstelle regelmäßig manuelle Wiederherstellungspunkte, besonders vor Updates.
  • Aktiviere automatische Systemschutzpunkte über den Aufgabenplaner.
  • Verwende gelegentlich Tools wie CCleaner mit deaktivierter Wiederherstellungspunktereinigung.
  • Bewahre mindestens 10 GB freien Speicherplatz auf Laufwerk C:.
  • Führe monatlich eine Systemdateiprüfung durch.

So bleibt dein System stabil, und du kannst jederzeit sicher zu einem funktionierenden Zustand zurückkehren.

Häufig gestellte Fragen zum Systemschutz

Warum schlägt das Erstellen eines Wiederherstellungspunkts fehl?

Oft ist der Volumeschattenkopie-Dienst deaktiviert oder beschädigt. Auch fehlender Speicherplatz oder Drittanbieter-Software kann die Funktion blockieren.

Kann ich den Systemschutz gefahrlos deaktivieren?

Ja, technisch schon – aber es ist nicht empfehlenswert. Ohne Systemschutz kannst du keine Wiederherstellungspunkte mehr nutzen, was spätere Fehlerbehebungen erschwert.

Wie oft sollte ich Wiederherstellungspunkte erstellen?

Am besten nach jeder größeren Änderung, etwa bei Windows-Updates, Treiberinstallationen oder Softwareupdates. Automatische Punkte decken nicht alle Änderungen ab.

Was tun, wenn der Befehl „sfc /scannow“ keine Fehler findet?

Dann lohnt sich ein zusätzlicher DISM-Scan. Wenn auch dieser fehlerfrei bleibt, kann ein Registry-Fehler vorliegen. In dem Fall hilft meist das Neuaktivieren des Systemschutzes.

Kann eine externe Festplatte als Speicherort dienen?

Nein, Windows unterstützt Wiederherstellungspunkte nur auf internen Laufwerken mit aktiviertem NTFS-Dateisystem. Externe Laufwerke werden nicht berücksichtigt.

Wie erkenne ich, ob der Systemschutz aktiv ist?

Unter „Systemeigenschaften > Computerschutz“ siehst du neben jedem Laufwerk, ob der Schutz „Ein“ oder „Aus“ ist. Steht dort „Aus“, musst du ihn manuell aktivieren.

Warum hilft manchmal nur ein Neustart?

Ein Neustart setzt blockierte Prozesse und Dienste zurück. Dadurch können VSS und Systemschutz nach Fehlermeldungen oft wieder ordnungsgemäß arbeiten.

Kann der Fehler auch durch ein Windows-Update entstehen?

Ja, gelegentlich deaktivieren Updates den Dienst automatisch oder verändern Berechtigungen. Nach großen Updates sollte man den Status des Systemschutzes prüfen.

Was ist, wenn gar keine Wiederherstellungspunkte angezeigt werden?

Dann wurden sie gelöscht oder nie erstellt. Aktiviere den Schutz neu und lege sofort einen Punkt an – danach funktioniert die Funktion wieder dauerhaft.

Wie kann ich überprüfen, ob Wiederherstellungspunkte funktionieren?

Wähle unter „Systemeigenschaften > Systemschutz“ den Punkt Systemwiederherstellung und starte den Assistenten. Wenn vorhandene Punkte angezeigt werden, ist alles korrekt eingerichtet.

Zusammenfassung

Der Windows-Fehler „Systemschutz konnte nicht erstellt werden“ weist auf ein Problem mit Diensten, Berechtigungen oder Systemdateien hin. In den meisten Fällen lässt er sich durch das Aktivieren des Volumeschattenkopie-Dienstes, das Prüfen der Systemdateien und das Löschen alter Wiederherstellungspunkte beheben. Hilft das nicht, ist ein Reset des Systemschutzes über PowerShell die letzte, aber sehr effektive Option. Wenn du regelmäßig Wiederherstellungspunkte anlegst und deinen Speicher im Blick behältst, wirst du diesen Fehler in Zukunft vermeiden. Probiere es aus – es lohnt sich!

Checkliste
  • Der Dienst Volumeschattenkopie (VSS) ist deaktiviert oder fehlerhaft.
  • Temporäre Dateien oder alte Wiederherstellungspunkte belegen zu viel Speicherplatz.
  • Antivirenprogramme verhindern den Zugriff auf Systemdateien.
  • Beschädigte Systemdateien oder fehlerhafte Windows-Komponenten.
  • Fehlerhafte Festplattensektoren oder fehlende Administratorrechte.

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