Windows kann auf dem Datenträger nicht installiert werden – Ursachen und Lösungen

Lesedauer: 7 Min
Aktualisiert: 14. Februar 2026 15:51

Die Meldung „Windows kann auf dem Datenträger nicht installiert werden“ erscheint häufig während der Windows-Installation und wirkt im ersten Moment wie ein Totalschaden. In den meisten Fällen steckt jedoch nur ein Partitions- oder BIOS-Problem dahinter.

Die Antwort lautet: Meist passt der Partitionsstil (MBR oder GPT) nicht zum gewählten Startmodus (Legacy oder UEFI) – oder die Festplatte enthält fehlerhafte Partitionen.

Das bedeutet: Mit der richtigen Einstellung oder einer sauberen Neuformatierung lässt sich das Problem schnell beheben.

Warum erscheint diese Fehlermeldung?

Während der Installation prüft Windows:

• Partitionsstil (MBR oder GPT)
• BIOS-Modus (UEFI oder Legacy)
• Datenträgerstruktur
• Vorhandene Systempartitionen

Wenn diese Punkte nicht zusammenpassen, blockiert Windows die Installation.

Typische Fehlermeldungen lauten:

• „Windows kann auf diesem Datenträger nicht installiert werden. Der ausgewählte Datenträger entspricht dem GPT-Partitionsstil.“
• „Windows kann auf diesem Datenträger nicht installiert werden. Der Datenträger hat eine MBR-Partitionstabelle.“

GPT vs. MBR – der entscheidende Unterschied

Kurz erklärt:

MBR (Master Boot Record)
• Älterer Standard
• Maximal 2 TB
• Unterstützt Legacy-BIOS

GPT (GUID Partition Table)
• Moderner Standard
• Unterstützt große Laufwerke
• Erforderlich für UEFI

Windows 11 benötigt zwingend UEFI und GPT.

Wenn dein System im Legacy-Modus startet, aber die SSD GPT formatiert ist, erscheint die Fehlermeldung.

Lösung 1: BIOS-Modus prüfen

Starte ins BIOS (meist mit F2, F10, Entf oder F12).

Dort prüfen:

• Boot Mode
• UEFI oder Legacy

Für Windows 11 muss UEFI aktiviert sein.

Falls Legacy aktiv ist:

• Auf UEFI umstellen
Secure Boot aktivieren
• TPM 2.0 prüfen

Danach Installation erneut starten.

Lösung 2: Datenträger komplett neu formatieren

Wenn alte Partitionen Probleme verursachen, hilft eine vollständige Bereinigung.

Anleitung
1Shift + F10 drücken.
2diskpart eingeben.
3list disk.
4select disk 0 (oder richtige Nummer).
5clean — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Achtung: Dabei werden alle Daten gelöscht.

Während der Installation:

  1. Shift + F10 drücken
  2. diskpart eingeben
  3. list disk
  4. select disk 0 (oder richtige Nummer)
  5. clean
  6. convert gpt
  7. exit

Danach Installation neu starten.

Lösung 3: Falscher USB-Stick-Modus

Wenn der Installationsstick im falschen Modus erstellt wurde, kann das Problem ebenfalls auftreten.

Wichtig:

Media Creation Tool verwenden
• USB-Stick neu erstellen
• UEFI-kompatible Installation wählen

Ein falsch erstellter Stick startet oft im Legacy-Modus.

Lösung 4: SSD oder Festplatte überprüfen

Fehlerhafte Laufwerke können ebenfalls Installationsprobleme verursachen.

Prüfen:

• Wird die SSD korrekt im BIOS erkannt?
• Ist AHCI aktiviert?
• Gibt es SMART-Fehler?

Falls möglich, SSD mit Hersteller-Tool prüfen.

Windows kann auf diesem Datenträger nicht installiert werden – Sonderfälle

Mehrere Laufwerke angeschlossen

Wenn mehrere Festplatten verbaut sind, kann Windows die falsche Partition wählen.

Empfehlung:

• Während der Installation nur das Ziel-Laufwerk angeschlossen lassen

Das verhindert Verwirrung.

RAID-Modus aktiviert

Ist im BIOS RAID aktiviert, fehlen oft Treiber.

In diesem Fall:

• RAID deaktivieren (wenn nicht benötigt)
• Oder passenden Treiber während Installation laden

Windows 11 spezielle Anforderungen beachten

Windows 11 verlangt zusätzlich:

• TPM 2.0
• Secure Boot
• UEFI-Modus
• GPT-Partition

Fehlt eine dieser Voraussetzungen, schlägt die Installation fehl.

Häufige Fehlerursachen im Überblick

• BIOS im Legacy-Modus
• Datenträger im falschen Partitionsstil
• Alte Windows-Partitionen
• Defekter Installationsstick
• SSD nicht korrekt angeschlossen

In 80 % der Fälle liegt es am MBR/GPT-Konflikt.

Schrittweise Problemlösung in Kurzform

  1. BIOS auf UEFI stellen
  2. Secure Boot prüfen
  3. SSD im AHCI-Modus betreiben
  4. Datenträger mit diskpart bereinigen
  5. Installation neu starten

Systematisch vorgehen spart Zeit.

Hintergründe zur Partitionsstruktur verstehen

Wenn Windows meldet, dass es auf dem Datenträger nicht installiert werden kann, steckt häufig eine alte oder widersprüchliche Partitionsstruktur dahinter. Viele Datenträger enthalten noch Überreste früherer Installationen, versteckte Wiederherstellungspartitionen oder unvollständige Bootloader. Für das Windows-Setup ist das wie ein „Durcheinander auf der Startlinie“. Das System erkennt zwar Speicherplatz, kann aber keine saubere Systempartition anlegen.

Gerade wenn zuvor mehrere Betriebssysteme installiert waren oder der Datenträger zwischen unterschiedlichen PCs gewechselt wurde, bleiben oft Strukturen zurück, die nicht sofort sichtbar sind. Windows reagiert darauf mit einer Blockade, um eine instabile Installation zu verhindern. Eine vollständige Bereinigung des Datenträgers sorgt hier für klare Verhältnisse.

UEFI, Secure Boot und TPM als gemeinsame Voraussetzung

Besonders bei Windows 11 spielen Firmware-Einstellungen eine zentrale Rolle. UEFI ersetzt das klassische BIOS und arbeitet eng mit GPT-Partitionen zusammen. Ist das System im Legacy-Modus aktiv, während der Datenträger GPT-formatiert ist, entsteht ein technischer Widerspruch.

Hinzu kommen Secure Boot und TPM 2.0. Beide Sicherheitsfunktionen müssen aktiviert sein, damit Windows 11 korrekt installiert werden kann. Viele Nutzer übersehen, dass TPM im BIOS zwar vorhanden, aber deaktiviert ist. Ein kurzer Blick in die Firmware-Einstellungen kann hier den entscheidenden Unterschied machen.

Wenn die SSD korrekt erkannt wird, aber Installation blockiert

Manchmal erscheint die SSD ganz normal im Installationsmenü, lässt sich jedoch nicht auswählen. Das kann mehrere Gründe haben:

• Alte Systemreservierte Partitionen blockieren die Neuinstallation
• Die Partition ist schreibgeschützt
• Der Controller läuft im falschen Modus

Besonders der SATA-Modus ist entscheidend. Moderne Systeme sollten im AHCI-Modus arbeiten. Ist RAID aktiviert, obwohl kein RAID-Verbund genutzt wird, fehlen dem Setup oft passende Treiber. Das Resultat ist eine Fehlermeldung, obwohl technisch alles vorhanden ist.

Mehrere Datenträger im System

Ein häufig unterschätztes Problem entsteht, wenn mehrere Laufwerke im PC verbaut sind. Windows versucht bei der Installation automatisch, eine kleine Bootpartition auf einem der Datenträger anzulegen. Wenn mehrere SSDs oder HDDs angeschlossen sind, kann das Setup durcheinanderkommen.

Die saubere Lösung besteht darin, während der Installation nur das Ziellaufwerk angeschlossen zu lassen. So wird sichergestellt, dass alle notwendigen Systemdateien auf demselben Datenträger landen.

Alte MBR-Struktur auf moderner Hardware

Viele ältere PCs oder aufgerüstete Systeme nutzen noch den MBR-Partitionsstil. Für Windows 11 ist dieser nicht mehr geeignet. Selbst wenn genügend Speicherplatz vorhanden ist, blockiert das Setup.

Hier hilft nur die Umstellung auf GPT. Das bedeutet allerdings in der Regel, dass der Datenträger neu formatiert werden muss. Wer noch wichtige Daten darauf gespeichert hat, sollte diese unbedingt vorher sichern.

NVMe-SSDs und fehlende Treiber

Bei sehr neuen NVMe-SSDs kann es vorkommen, dass das Windows-Setup keinen passenden Treiber integriert hat. Besonders bei älteren Installationsmedien fehlt manchmal die Unterstützung für neue Controller.

In solchen Fällen muss während der Installation ein Treiber manuell geladen werden. Hersteller bieten entsprechende Dateien auf ihren Supportseiten an. Nach dem Laden des richtigen Treibers erscheint das Laufwerk korrekt und die Installation kann fortgesetzt werden.

Fehlerhafte Installationsmedien

Ein beschädigter USB-Stick oder ein falsch erstelltes Installationsmedium kann ebenfalls zu dieser Fehlermeldung führen. Wird der Stick nicht korrekt im UEFI-Modus erstellt, startet das Setup im falschen Modus.

Deshalb empfiehlt sich das offizielle Media Creation Tool von Microsoft. Es erstellt automatisch ein kompatibles Installationsmedium, das sowohl UEFI als auch GPT korrekt unterstützt.

Datenträger enthält dynamische Partitionen

Ein Sonderfall sind dynamische Datenträger. Windows kann darauf nicht ohne Weiteres installiert werden. Falls der Datenträger zuvor als dynamisches Volume genutzt wurde, muss er wieder in einen Basisdatenträger umgewandelt werden.

Das erfolgt in der Regel durch vollständiges Löschen der Partitionstabelle. Danach steht dem Setup ein sauberer Basisdatenträger zur Verfügung.

Hardwareprobleme nicht ausschließen

In seltenen Fällen steckt tatsächlich ein Hardwareproblem dahinter. Eine SSD mit defekten Speicherzellen oder eine instabile Stromversorgung kann Schreibvorgänge verhindern. Das Setup bricht dann ab oder verweigert die Installation.

Ein SMART-Test oder ein kurzer Austauschtest mit einer anderen SSD bringt hier schnell Klarheit.

Langfristige Stabilität durch saubere Neuinstallation

Wer von einem älteren Windows-System kommt, profitiert oft von einer vollständigen Neuinstallation statt eines Upgrades. Dabei werden alte Partitionen entfernt, neue Strukturen angelegt und das System startet mit einer klar definierten GPT-Struktur.

Das sorgt nicht nur für eine erfolgreiche Installation, sondern oft auch für bessere Performance und weniger spätere Fehler.

Häufige Fragen zur Meldung „Windows kann auf dem Datenträger nicht installiert werden“

Gehen meine Daten verloren?

Ja, wenn du den Datenträger bereinigst. Vorher sichern.

Muss ich GPT verwenden?

Für Windows 11 ja. Für Windows 10 optional.

Was ist besser – GPT oder MBR?

GPT ist moderner und stabiler.

Kann ich MBR in GPT umwandeln ohne Datenverlust?

Mit speziellen Tools ja, aber während der Installation wird meist alles gelöscht.

Warum wird meine SSD nicht angezeigt?

Möglicherweise fehlt der SATA- oder NVMe-Treiber oder der Modus ist falsch eingestellt.

Ist das ein Hardwaredefekt?

In den meisten Fällen nein – es handelt sich um ein Konfigurationsproblem.

Fazit

Die Meldung „Windows kann auf dem Datenträger nicht installiert werden“ klingt dramatisch, ist aber meist ein Konfigurationsproblem zwischen BIOS-Modus und Partitionsstil.

Mit UEFI, GPT und einem sauber vorbereiteten Datenträger lässt sich Windows in der Regel problemlos installieren.

Ruhig Schritt für Schritt prüfen – und das System läuft meist schneller als gedacht.

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