Windows 11 VBS aktivieren oder deaktivieren – Virtualization Based Security verstehen

Lesedauer: 6 Min
Aktualisiert: 3. Januar 2026 14:53

Windows 11 VBS aktivieren oder deaktivieren ist eine der grundlegendsten Sicherheitsentscheidungen, die sich direkt auf Leistung, Kompatibilität und Schutzwirkung des Systems auswirkt. Virtualization Based Security läuft tief im Hintergrund, bleibt für viele unsichtbar – beeinflusst aber, wie sicher Windows mit Speicher, Treibern und sensiblen Prozessen umgeht. Genau deshalb sorgt VBS regelmäßig für Verwirrung: Ist es sinnvoll? Bremst es den PC aus? Und wann sollte man es bewusst abschalten?

Die klare Antwort lautet: VBS erhöht die Sicherheit deutlich, ist aber nicht in jeder Situation die beste Wahl. Wer versteht, wie Virtualization Based Security arbeitet, kann eine fundierte Entscheidung treffen – statt blind einen Schalter umzulegen.

Was bedeutet Virtualization Based Security überhaupt?

Virtualization Based Security, kurz VBS, nutzt Hardware-Virtualisierung, um besonders sensible Teile von Windows in einen abgeschotteten Bereich auszulagern. Dieser Bereich ist vom normalen Betriebssystem getrennt und selbst dann geschützt, wenn Schadsoftware Administratorrechte erlangt.

Windows erstellt dafür eine isolierte Umgebung, die auf den Virtualisierungsfunktionen der CPU basiert. Kritische Prozesse laufen nicht mehr direkt im normalen Speicher, sondern in dieser geschützten Zone.

Das Ziel ist klar: Angriffe auf Kernel, Anmeldeinformationen und sicherheitskritische Dienste sollen massiv erschwert werden.

Was genau schützt VBS unter Windows 11?

VBS ist kein einzelnes Feature, sondern eine Sicherheitsplattform, auf der mehrere Schutzmechanismen aufbauen.

Typische Funktionen, die VBS nutzen:

  • Credential Guard
  • Hypervisor-geschützte Codeintegrität
  • Schutz vor Kernel-Manipulation
  • Abschottung sensibler Speicherbereiche

Besonders relevant ist der Schutz von Anmeldeinformationen. Ohne VBS liegen diese deutlich leichter zugänglich im Arbeitsspeicher.

Warum setzt Windows 11 so stark auf VBS?

Windows 11 wurde mit deutlich höheren Sicherheitsanforderungen entwickelt als frühere Versionen. Microsoft geht davon aus, dass:

  • Hardware-Virtualisierung verfügbar ist
  • moderne CPUs eingesetzt werden
  • Sicherheitsfunktionen standardmäßig aktiv sind

VBS ist dabei ein zentrales Element. Viele weitere Sicherheitsfeatures funktionieren zuverlässiger oder überhaupt erst sinnvoll, wenn Virtualization Based Security aktiv ist.

Wie erkenne ich, ob VBS aktiv ist?

Windows macht es Nutzern nicht besonders leicht, den Status auf einen Blick zu erkennen.

Ein typischer Weg:

  • Windows-Sicherheit öffnen
  • Gerätesicherheit auswählen
  • Details zur Kernisolierung prüfen

Zusätzlich zeigt die Systemübersicht an, ob Virtualisierung aktiv ist und ob sicherheitsbasierte Isolation verwendet wird.

VBS aktivieren – was passiert dann?

Wird VBS aktiviert, verändert sich die Art, wie Windows mit Speicher und Prozessen umgeht.

Konkret bedeutet das:

  • Bestimmte Speicherbereiche sind isoliert
  • Treiber werden strenger geprüft
  • Kernel-Zugriffe sind stärker eingeschränkt
  • Angriffe auf Anmeldeinformationen werden deutlich erschwert

Für den Nutzer läuft das alles im Hintergrund. Sichtbar wird VBS meist nur durch verändertes Systemverhalten oder Kompatibilitätsfragen.

Leistungsunterschiede durch VBS – realistisch betrachtet

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist der Leistungsverlust. Die Realität ist differenziert.

Auf modernen Systemen mit:

  • aktueller CPU
  • SSD oder NVMe
  • ausreichend RAM

liegt der Leistungsverlust meist im Bereich von 1 bis 5 Prozent. In vielen Alltagsszenarien ist das nicht spürbar.

Auf älteren oder schwächeren Systemen kann VBS dagegen:

  • Ladezeiten verlängern
  • Frametimes in Spielen beeinflussen
  • CPU-Last leicht erhöhen

Besonders empfindlich reagieren Workloads, die stark kernel- oder treiberlastig sind.

VBS und Gaming – ein häufiger Konflikt

Im Gaming-Bereich ist VBS besonders umstritten. Manche Spiele reagieren empfindlich auf zusätzliche Sicherheitslayer, insbesondere wenn Anti-Cheat-Systeme tief ins System eingreifen.

Typische Effekte:

  • leicht reduzierte FPS
  • höhere Latenzen
  • Inkompatibilitäten mit älteren Spielen

Deshalb deaktivieren viele Spieler VBS bewusst – nicht aus Unwissenheit, sondern aus Leistungsgründen.

VBS im Arbeits- und Business-Umfeld

In professionellen Umgebungen sieht die Bewertung anders aus. Dort überwiegt der Sicherheitsgewinn klar den minimalen Leistungsverlust.

Besonders relevant ist VBS bei:

  • sensiblen Daten
  • mobilen Arbeitsplätzen
  • Zugriff auf interne Netzwerke
  • Schutz vor Credential-Theft

Viele Unternehmen setzen VBS gezielt voraus oder aktivieren es zentral.

Abhängigkeit von Hardware und BIOS-Einstellungen

VBS funktioniert nur, wenn die Hardware korrekt vorbereitet ist.

Voraussetzungen sind:

  • aktivierte Virtualisierung im BIOS/UEFI
  • Unterstützung durch die CPU
  • kompatible Treiber

Ist eine dieser Komponenten nicht korrekt eingerichtet, bleibt VBS inaktiv oder arbeitet instabil.

Typische Probleme bei aktivem VBS

Nicht jedes System läuft reibungslos mit aktivierter Virtualization Based Security.

Häufige Symptome:

  • bestimmte Treiber funktionieren nicht
  • Virtualisierungssoftware verhält sich ungewöhnlich
  • Performanceeinbußen bei Spezialsoftware
  • ältere Tools starten nicht mehr

In vielen Fällen liegt das Problem nicht an Windows, sondern an Software, die mit modernen Sicherheitsmechanismen nicht kompatibel ist.

VBS deaktivieren – wann das sinnvoll sein kann

Es gibt Szenarien, in denen eine Deaktivierung sinnvoll ist:

  • Gaming-PCs mit Fokus auf maximale Leistung
  • ältere Hardware
  • Spezialsoftware mit Kernel-Zugriff
  • Test- oder Entwicklungsumgebungen

Wichtig ist: Das Abschalten reduziert die Sicherheit, beseitigt aber bestimmte Kompatibilitäts- oder Leistungsprobleme.

Risiken bei deaktiviertem VBS

Ohne VBS sind bestimmte Angriffe deutlich einfacher:

  • Auslesen von Anmeldeinformationen
  • Kernel-Exploits
  • Manipulation von Treibern

Das bedeutet nicht, dass ein System ohne VBS sofort unsicher ist – aber die Angriffsfläche ist größer.

Zusammenspiel mit anderen Sicherheitsfunktionen

VBS entfaltet seine Wirkung besonders im Zusammenspiel mit:

  • Secure Boot
  • TPM
  • Kernisolierung
  • modernen Treibermodellen

Wird VBS deaktiviert, verlieren diese Funktionen einen Teil ihrer Schutzwirkung.

Typische Alltagsszenarien

Ein Arbeitslaptop nutzt VBS und läuft stabil, sicher und unauffällig.
Ein Gaming-PC verliert ein paar Prozent Leistung und deaktiviert VBS bewusst.
Ein älterer Rechner zeigt Ruckler und profitiert von einer Abschaltung.

Diese Unterschiede zeigen: Es gibt keine pauschale Empfehlung.

Entscheidungshilfe: Aktivieren oder deaktivieren?

Eine grobe Orientierung:

  • Büro, Arbeit, mobile Nutzung → VBS aktiv
  • Gaming, maximale Leistung → VBS prüfen, ggf. deaktivieren
  • sensible Daten → VBS aktiv
  • alte Hardware → individuell testen

Häufige Fragen zu VBS unter Windows 11

Ist VBS standardmäßig aktiv?

Auf vielen neuen Geräten ja, besonders wenn sie mit Windows 11 ausgeliefert wurden. Bei Upgrades kann es deaktiviert bleiben.

Kann ich VBS jederzeit wieder aktivieren?

Ja. Nach einer Änderung ist in der Regel ein Neustart erforderlich.

Beeinflusst VBS VirtualBox oder VMware?

Ja, in manchen Konfigurationen kann es zu Konflikten kommen. Moderne Versionen sind meist kompatibel, ältere nicht.

Macht VBS meinen PC langsamer?

Minimal, abhängig von Hardware und Nutzung. Im Alltag oft nicht spürbar.

Ist VBS für Privatanwender sinnvoll?

Ja, insbesondere wenn sensible Daten verarbeitet werden oder der Rechner mobil genutzt wird.

Kann ich VBS selektiv nutzen?

Nein. Es handelt sich um eine grundlegende Sicherheitsarchitektur, nicht um eine App-Einstellung.

Ist VBS ein Ersatz für Virenschutz?

Nein. Es ergänzt andere Schutzmechanismen, ersetzt sie aber nicht.

Wird VBS in Zukunft wichtiger?

Sehr wahrscheinlich. Microsoft baut zunehmend darauf auf.

Zusammenfassung

Virtualization Based Security ist ein zentraler Baustein der Sicherheitsarchitektur von Windows 11. Es schützt besonders sensible Bereiche des Systems durch hardwaregestützte Isolation und erschwert moderne Angriffe erheblich. Der Preis dafür ist ein meist geringer, in bestimmten Szenarien aber spürbarer Leistungsverlust. Ob VBS aktiviert oder deaktiviert werden sollte, hängt stark vom Einsatzzweck ab. Wer Sicherheit priorisiert, profitiert klar von aktivem VBS. Wer maximale Leistung benötigt, sollte bewusst abwägen – informiert statt pauschal.

Checkliste
  • Credential Guard
  • Hypervisor-geschützte Codeintegrität
  • Schutz vor Kernel-Manipulation
  • Abschottung sensibler Speicherbereiche

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