Der Computer reagiert nicht, kein Bild, kein Ton, keine LEDs – und nichts passiert. Die wichtigste Antwort zuerst: In den meisten Fällen liegt kein Totalschaden vor, sondern ein Strom-, Start- oder Hardwareproblem, das sich mit systematischem Vorgehen eingrenzen lässt. Genau das machen wir jetzt.
Ob PC oder Desktop-Rechner: Wenn der Computer nicht angeht, gibt es typische Ursachen, die sich logisch prüfen lassen. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und strukturiert vorzugehen, statt sofort an einen Defekt zu denken.
Erste Einordnung: Was bedeutet „geht nicht an“ genau?
Bevor man Lösungen ausprobiert, lohnt sich eine klare Einordnung. Denn „geht nicht an“ kann mehrere Dinge bedeuten.
Häufige Szenarien:
- Gar keine Reaktion beim Drücken des Einschaltknopfs
- LEDs leuchten kurz auf und gehen wieder aus
- Lüfter drehen, aber kein Bild erscheint
- Der PC startet, schaltet sich aber sofort wieder ab
Jedes dieser Symptome deutet auf eine andere Ursache hin.
Häufigste Ursache: Stromversorgung
In überraschend vielen Fällen liegt das Problem ganz banal an der Stromzufuhr.
Typische Fehlerquellen:
- Netzschalter am Netzteil ist aus
- Steckdosenleiste ist ausgeschaltet
- Netzkabel locker oder defekt
- Mehrfachsteckdose ohne Strom
Was du sofort prüfen solltest:
- Direkt eine andere Steckdose testen
- Steckdosenleiste umgehen
- Netzkabel fest einstecken oder tauschen
Wenn der PC keinerlei Lebenszeichen zeigt, ist das immer der erste Schritt.
Einschaltknopf reagiert nicht
Wenn Strom da ist, aber beim Drücken nichts passiert, kann der Einschaltknopf selbst das Problem sein.
Mögliche Ursachen:
- Defekter Power-Button
- Kabel vom Einschaltknopf am Mainboard gelöst
- Kurzschluss im Gehäuse
Gerade bei älteren PCs oder nach einem Umzug passiert das häufiger, als man denkt.
Netzteil als stille Fehlerquelle
Ein Netzteil kann äußerlich völlig unauffällig sein und trotzdem keinen Strom mehr liefern. Das ist eine der häufigsten Ursachen bei Desktop-PCs.
Typische Anzeichen:
- Kein Lüfterdrehen
- Keine LEDs
- PC reagiert gar nicht
Manchmal stirbt ein Netzteil schleichend, manchmal abrupt. Ohne Messgerät lässt sich das nur durch Testen mit einem anderen Netzteil sicher ausschließen.
PC startet kurz und geht sofort wieder aus
Dieses Verhalten deutet meist auf ein Schutzproblem hin. Der PC erkennt einen Fehler und schaltet sich vorsorglich ab.
Häufige Gründe:
- Überhitzungsschutz
- Kurzschluss durch lose Schraube
- Defekter RAM
- Fehlerhafte Stromversorgung
Ein klassischer Kandidat ist der Arbeitsspeicher.
RAM-Probleme erkennen und eingrenzen
Schon ein leicht verrutschter RAM-Riegel kann verhindern, dass der PC startet.
Was hilft:
- PC komplett vom Strom trennen
- RAM-Riegel herausnehmen
- Kontakte vorsichtig reinigen
- Nur einen Riegel einsetzen
- In einem anderen Steckplatz testen
Viele „tote“ PCs starten danach wieder völlig normal.
Kein Bild, aber PC läuft hörbar
Wenn Lüfter laufen, aber der Bildschirm schwarz bleibt, ist der PC meist nicht komplett aus, sondern bleibt beim Start hängen.
Mögliche Ursachen:
- Monitor oder Kabel defekt
- Falscher Videoausgang gewählt
- Grafikkarte locker
- BIOS-Problem
Unbedingt prüfen:
- Anderes Monitorkabel testen
- Anderen Bildschirm anschließen
- Bei Grafikkarte: Karte neu einsetzen
Gerade HDMI- oder DisplayPort-Kabel sind häufiger defekt als gedacht.
BIOS oder UEFI als Blockade
Manchmal startet die Hardware, aber das System kommt nicht über die Firmware hinaus.
Typische Auslöser:
- Fehlgeschlagenes Update
- Falsche BIOS-Einstellungen
- Leere BIOS-Batterie
Ein Reset auf Werkseinstellungen kann hier helfen. Dazu wird meist die kleine Knopfzelle auf dem Mainboard kurz entfernt oder ein Jumper gesetzt.
Kurzschluss durch angeschlossene Geräte
Auch externe Geräte können den Start verhindern.
Typische Kandidaten:
- USB-Hubs
- Drucker
- externe Festplatten
- defekte USB-Sticks
Ein einfacher Test:
- Alles abziehen, was nicht nötig ist
- Nur Strom, Monitor, Tastatur anschließen
- PC starten
Startet er jetzt, war eines der Geräte der Auslöser.
Laptop geht nicht an: Besonderheiten
Bei Laptops kommen zusätzliche Faktoren ins Spiel.
Häufige Ursachen:
- Akku tiefentladen
- Netzteil defekt
- Ladebuchse beschädigt
Was du tun kannst:
- Akku entfernen (wenn möglich)
- Nur mit Netzteil starten
- Anderes Netzteil testen
Ein tiefentladener Akku kann verhindern, dass der Laptop überhaupt reagiert.
Wann es wahrscheinlich ein Hardwaredefekt ist
Nicht jedes Problem lässt sich selbst lösen. Ein Defekt ist wahrscheinlicher, wenn:
- Der PC keinerlei Reaktion zeigt
- Ein verbrannter Geruch auftritt
- Funken oder Knackgeräusche hörbar waren
- Der PC zuvor instabil lief
In diesen Fällen ist weitere Eigenarbeit riskant.
Weitere Ursachen, die oft übersehen werden, wenn der Computer nicht angeht
Wenn die klassischen Punkte wie Strom, Netzteil und RAM ausgeschlossen sind, bleiben einige weniger offensichtliche Gründe übrig, die in der Praxis erstaunlich häufig auftreten. Genau diese sorgen oft für Ratlosigkeit, weil der PC „von einem Tag auf den anderen“ nicht mehr reagiert.
Frontpanel-Kabel und Mainboard-Anschlüsse
Im Gehäuse laufen mehrere dünne Kabel vom Einschaltknopf zum Mainboard. Schon ein minimal gelöster Stecker reicht aus, damit beim Drücken des Power-Knopfs nichts passiert.
Typische Situationen:
- PC wurde bewegt oder gereinigt
- Staub wurde mit Druckluft entfernt
- Hardware wurde nachgerüstet
Das Power-Switch-Kabel sitzt nur gesteckt, nicht verschraubt. Ein kurzer Check kann hier Wunder wirken.
Schutzabschaltung durch Überstrom oder Überspannung
Moderne Netzteile besitzen Schutzmechanismen. Nach einer Überspannung oder einem Kurzschluss schalten sie sich vollständig ab.
Was dann hilft:
- PC komplett vom Strom trennen
- Netzteil mindestens 5–10 Minuten stromlos lassen
- Danach erneut anschließen und starten
Viele Netzteile „resetten“ sich auf diese Weise selbst.
CMOS-Batterie als unterschätzter Faktor
Eine leere BIOS-Batterie verhindert zwar selten den Start komplett, kann aber in Kombination mit anderen Faktoren genau das auslösen.
Mögliche Symptome:
- PC startet sporadisch
- Lüfter laufen kurz an und stoppen
- Kein Piepton, kein Bild
Der Austausch der Knopfzelle ist günstig und schnell erledigt und wird oft übersehen.
Grafikkarte zieht zu viel oder zu wenig Strom
Gerade leistungsstarke Grafikkarten reagieren empfindlich auf Stromprobleme. Wenn ein zusätzlicher Stromstecker locker sitzt oder fehlt, startet der PC oft gar nicht oder schaltet sich sofort ab.
Typische Anzeichen:
- Lüfter drehen kurz
- Kein Bild
- Sofortiges Abschalten
Ein erneutes Einsetzen der Grafikkarte und das Prüfen aller Stromanschlüsse ist hier Pflicht.
Mainboard-Abstandshalter und Kurzschlüsse
Ein Klassiker bei Selbstbau-PCs oder nach Umbauten: Ein falsch platzierter Abstandshalter verursacht einen Kurzschluss zwischen Mainboard und Gehäuse.
Das Ergebnis:
- PC zeigt keinerlei Reaktion
- Netzteil schaltet sofort ab
- Kein Start möglich
In solchen Fällen hilft nur ein Ausbau des Mainboards und eine saubere Neuinstallation.
Defekte Peripherie blockiert den Start
Auch Tastaturen, Mäuse oder USB-Geräte können den Start verhindern, insbesondere wenn sie intern einen Kurzschluss verursachen.
Auffällig ist:
- PC startet ohne USB-Geräte
- PC startet nicht mit angeschlossenen Geräten
Ein einziger defekter USB-Port oder Stick kann reichen.
Fehlerhafte Steckdose oder Rauminstallation
Klingt banal, ist aber real: Steckdosen liefern manchmal Spannung, aber nicht stabil genug.
Typische Hinweise:
- Andere Geräte funktionieren „komisch“
- Sicherung flog kürzlich raus
- PC startet in einem anderen Raum problemlos
Ein Test an einer anderen Steckdose ist immer sinnvoll.
Laptop-spezifische Sonderfälle
Bei Laptops gibt es noch ein paar zusätzliche Ursachen, die oft falsch interpretiert werden.
Dazu zählen:
- internes Schutzrelais nach Tiefentladung
- defektes Ladekabel mit Wackelkontakt
- beschädigte Ladebuchse
Ein Laptop kann dabei völlig „tot“ wirken, obwohl intern nichts defekt ist.
Warum spontane Ausfälle selten Zufall sind
Auch wenn es sich so anfühlt: Ein PC geht selten ohne Vorwarnung kaputt. Meist gab es vorher subtile Hinweise.
Rückblickend berichten viele:
- gelegentliche Abstürze
- unerklärliche Neustarts
- Lüfter liefen plötzlich lauter
- PC brauchte länger zum Start
Diese Zeichen deuten oft auf ein Netzteil- oder Temperaturproblem hin, das irgendwann eskaliert.
Wann ein Test außerhalb des Gehäuses sinnvoll ist
Bei hartnäckigen Fällen hilft der sogenannte Minimalaufbau.
Das bedeutet:
- Mainboard aus dem Gehäuse nehmen
- Nur CPU, ein RAM-Riegel, Netzteil anschließen
- Kein Laufwerk, keine Grafikkarte (falls integrierte Grafik vorhanden)
Startet der PC so, liegt das Problem fast immer am Gehäuse oder an Zusatzhardware.
Psychologischer Faktor: Warum man oft am falschen Ende sucht
Viele springen sofort zu komplexen Erklärungen wie „Mainboard tot“ oder „CPU defekt“. Tatsächlich sind CPU-Defekte extrem selten.
In der Praxis sind es viel häufiger:
- Netzteil
- RAM
- Kabel
- Stromversorgung
Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich viel unnötigen Aufwand.
Häufige Fragen: Computer geht nicht an
Warum reagiert mein PC überhaupt nicht?
Meist liegt es an Stromversorgung, Netzteil oder Einschaltknopf. Diese Punkte zuerst prüfen.
Kann ein RAM-Riegel den Start komplett verhindern?
Ja. Schon ein minimaler Kontaktfehler reicht aus.
Was bedeutet es, wenn der PC sofort wieder ausgeht?
Das ist meist ein Schutzmechanismus bei Strom- oder Hardwarefehlern.
Kann ein Monitor den Eindruck erwecken, der PC sei tot?
Ja. Wenn der Bildschirm kein Signal anzeigt, wirkt es oft so, als starte der PC nicht.
Ist ein BIOS-Reset gefährlich?
Nein. Er setzt nur Einstellungen zurück, keine Daten gehen verloren.
Kann Windows selbst schuld sein?
Nein. Wenn der PC gar nicht angeht, liegt das Problem vor dem Betriebssystem.
Lohnt sich eine Reparatur noch?
Das hängt vom Alter und der betroffenen Komponente ab. Netzteile und RAM lohnen sich oft.
Was ist der häufigste Grund insgesamt?
Defekte oder falsch angeschlossene Stromversorgung.
Zusammenfassung
Wenn der Computer nicht angeht, liegt das meist an Strom, Netzteil, RAM oder einer lockeren Verbindung. Mit systematischem Ausschlussverfahren lassen sich die meisten Ursachen schnell eingrenzen. Wichtig ist, nicht planlos zu tauschen, sondern Schritt für Schritt vorzugehen.
Fazit
Ein PC, der nicht startet, wirkt im ersten Moment dramatisch, ist aber selten ein Totalausfall. In vielen Fällen reicht eine einfache Maßnahme, um ihn wieder zum Leben zu erwecken. Wer strukturiert prüft, spart Zeit, Nerven und oft auch Geld.





