Ein veralteter DNS-Cache kann verhindern, dass eine Website erreichbar ist, obwohl die Internetverbindung funktioniert. Unter Windows löschst du die zwischengespeicherten Namensauflösungen meist mit dem Befehl ipconfig /flushdns in wenigen Sekunden. Dafür brauchst du normalerweise ein Eingabeaufforderungsfenster mit Administratorrechten. Deine persönlichen Dateien und gespeicherten Browserdaten werden dabei nicht gelöscht.
Prüfe vor dem Zurücksetzen kurz, ob nur eine einzelne Website betroffen ist oder ob auch andere Internetseiten nicht laden. Öffnet sich dieselbe Adresse auf einem anderen Gerät im gleichen Netzwerk, liegt die Ursache eher beim Windows-PC, beim DNS-Dienst oder im Browser-Cache.
DNS-Cache unter Windows mit der Eingabeaufforderung zurücksetzen
Die zuverlässigste Standardmethode funktioniert über die Eingabeaufforderung. Windows speichert DNS-Antworten vorübergehend, damit bekannte Webadressen schneller gefunden werden. Nach dem Leeren fragt das System die Zuordnung zwischen Domain und IP-Adresse erneut beim konfigurierten DNS-Server ab.
- Drücke die Windows-Taste und gib cmd oder Eingabeaufforderung ein.
- Klicke auf Als Administrator ausführen. Bestätige die Sicherheitsabfrage mit Ja, falls sie erscheint.
- Gib den Befehl ipconfig /flushdns ein und drücke die Eingabetaste.
- Warte auf die Meldung, dass der DNS-Auflösungscache erfolgreich geleert wurde.
Die Erfolgsmeldung zeigt, dass Windows den lokalen Zwischenspeicher zurückgesetzt hat. Öffne danach die betroffene Website erneut. Verwende dabei möglichst ein neues Browserfenster oder lade die Seite mit Strg und F5 vollständig neu.
Was tun, wenn der Befehl nicht funktioniert?
Wird der Befehl nicht erkannt oder erscheint eine Fehlermeldung, prüfe zuerst die Schreibweise. Der Schrägstrich gehört zum Befehl, und zwischen ipconfig und /flushdns muss ein Leerzeichen stehen.
Falls Windows den Vorgang wegen fehlender Berechtigungen ablehnt, wurde die Eingabeaufforderung wahrscheinlich nicht erhöht gestartet. Schließe das Fenster und öffne es erneut über das Kontextmenü mit Administratorrechten. Ein Administratorkennwort kann erforderlich sein, wenn du ein verwaltetes Arbeitsgerät verwendest.
Bei einer Meldung über einen nicht verfügbaren DNS-Client-Dienst kann der Windows-Dienst für die Namensauflösung angehalten oder fehlerhaft sein. Drücke Windows-Taste und R, gib services.msc ein und suche nach DNS-Client. Der Dienst sollte ausgeführt werden. Änderungen an Diensten solltest du auf Firmenrechnern nur nach den Vorgaben der IT-Abteilung vornehmen.
Alternative über PowerShell
Du kannst den DNS-Zwischenspeicher auch mit PowerShell leeren. Die Methode eignet sich besonders, wenn du bereits mit Windows-Terminal oder PowerShell arbeitest.
- Öffne das Startmenü und suche nach PowerShell oder Windows Terminal.
- Wähle die Option zum Starten mit Administratorrechten.
- Führe den Befehl Clear-DnsClientCache aus.
- Teste anschließend die zuvor nicht erreichbare Website.
Bleibt das Fenster ohne sichtbare Rückmeldung, ist das nicht automatisch ein Fehler. PowerShell gibt bei diesem Befehl häufig keine Erfolgsmeldung aus. Eine erneute DNS-Abfrage beim Öffnen einer Website genügt als Funktionstest.
DNS-Einträge anzeigen und die Änderung prüfen
Mit ipconfig /displaydns zeigt Windows die aktuell zwischengespeicherten DNS-Einträge an. Direkt nach dem Leeren ist die Liste meist kürzer oder enthält die zuvor besuchte Domain nicht mehr. Sobald du Websites öffnest, baut Windows den Cache wieder auf.
Diese Anzeige beweist nicht, dass eine Website erreichbar sein muss. Sie zeigt nur, welche DNS-Informationen lokal gespeichert sind. Ein Eintrag kann deshalb vorhanden sein, während der Webserver selbst ausfällt oder eine Firewall die Verbindung blockiert.
Wenn die Website danach weiterhin nicht lädt
Das Leeren des DNS-Caches behebt nur veraltete oder fehlerhafte lokale Namensauflösungen. Es ändert weder den DNS-Server im Router noch die DNS-Einstellungen deines Internetanbieters. Prüfe deshalb die Ursache in dieser Reihenfolge:
- Öffne mehrere andere Websites, um einen allgemeinen Internetausfall auszuschließen.
- Teste die betroffene Adresse in einem anderen Browser oder in einem privaten Fenster.
- Starte den PC und bei Bedarf den Router neu.
- Prüfe, ob VPN-, Proxy- oder Sicherheitssoftware die Verbindung beeinflusst.
- Kontrolliere die DNS-Servereinstellungen des verwendeten Netzwerkadapters.
- Frage bei einer Firmen- oder Schulverbindung die zuständige Administration.
Wenn nur der Browser betroffen ist, kann zusätzlich sein eigener DNS-Cache eine Rolle spielen. In Chromium-basierten Browsern findest du entsprechende Netzwerkoptionen je nach Version unter den Datenschutz- oder Sicherheitseinstellungen. Da Menübezeichnungen variieren, ist die integrierte Suche der jeweiligen Einstellungen der sicherste Weg.
DNS-Cache und Browser-Cache nicht verwechseln
Der Windows-DNS-Cache speichert vor allem die Zuordnung einer Domain zu einer IP-Adresse. Der Browser-Cache enthält dagegen Dateien wie Bilder, Skripte und Seitenbestandteile. Das Löschen des Windows-Caches entfernt daher keine Cookies, keinen Browserverlauf und keine gespeicherten Kennwörter.
Wird eine Website mit einer alten Darstellung geladen, hilft eher ein vollständiges Neuladen oder das Löschen der zwischengespeicherten Browserdaten. Wird dagegen die Domain nicht gefunden oder erscheint ein Hinweis auf eine DNS-Auflösung, ist der Windows-Befehl ein sinnvoller erster Schritt.
Kurze Prüfliste nach dem Zurücksetzen
- Wurde die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten geöffnet?
- Wurde ipconfig /flushdns ohne Tippfehler ausgeführt?
- Erscheint die Erfolgsmeldung oder wurde der Befehl ohne Fehlermeldung verarbeitet?
- Wurde die Website vollständig neu geladen?
- Sind auch andere Domains betroffen?
- Funktioniert die Adresse auf einem anderen Gerät oder in einem anderen Netzwerk?
Häufige Fragen zum DNS-Cache unter Windows
Werden beim Leeren des DNS-Caches Dateien oder Passwörter gelöscht?
Nein. Der Vorgang entfernt nur lokal gespeicherte DNS-Zuordnungen. Dokumente, Browserdaten, Cookies und Kennwörter bleiben erhalten.
Benötige ich Administratorrechte?
Für ipconfig /flushdns ist ein erhöhtes Eingabeaufforderungsfenster die sichere Standardwahl. Auf manchen Windows-Installationen kann der Befehl auch ohne erhöhte Rechte ausgeführt werden, bei Berechtigungsfehlern solltest du ihn jedoch als Administrator starten.
Wie oft sollte der DNS-Cache geleert werden?
Eine regelmäßige Bereinigung ist normalerweise nicht nötig. Sinnvoll ist der Vorgang, wenn eine Domain auf eine alte Adresse zeigt, nach einem Serverumzug nicht erreichbar ist oder Windows eine DNS-bezogene Fehlermeldung anzeigt.
Funktioniert die Methode auch unter Windows 10 und Windows 11?
Der Befehl ipconfig /flushdns ist in beiden Systemversionen verfügbar. Die Schritte zum Öffnen der Eingabeaufforderung können je nach Startmenü und installierten Updates leicht anders aussehen.
Was bedeutet die Meldung, dass der DNS-Auflösungscache nicht geleert werden konnte?
Dann läuft der DNS-Client-Dienst möglicherweise nicht oder Windows verhindert den Zugriff. Prüfe den Dienst DNS-Client in der Diensteverwaltung und starte die Eingabeaufforderung erneut mit Administratorrechten.
Kann ich den DNS-Server durch diesen Befehl wechseln?
Nein. Der Befehl löscht nur lokal gespeicherte Einträge. Einen anderen DNS-Server richtest du in den Eigenschaften des Netzwerkadapters, im Router oder über die Vorgaben einer verwalteten Netzwerkumgebung ein.
Warum tritt der Fehler nach dem Leeren weiterhin auf?
Dann liegt die Ursache möglicherweise beim DNS-Server, Router, VPN, Proxy, Browser oder beim Zielserver. Vergleiche die Erreichbarkeit mit einem anderen Gerät und prüfe anschließend die Netzwerk- und DNS-Einstellungen.
Der sinnvollste nächste Schritt
Starte zuerst eine administrative Eingabeaufforderung und führe ipconfig /flushdns aus. Tritt die Störung danach weiterhin auf, solltest du nicht mehrfach denselben Befehl wiederholen, sondern zwischen Windows-, Browser-, Netzwerk- und Serverursache unterscheiden.





