So erkennen Sie bösartige Makros in Office Dokumenten

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 13. Juli 2026, zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026

Makros in Word- und Excel-Dateien sind nicht automatisch gefährlich. Kritisch wird es dann, wenn ein Dokument Aktionen ausführen will, die Sie nicht erwartet haben, etwa externe Verbindungen herstellen, Dateien nachladen oder Sicherheitseinstellungen umgehen. Wer solche Signale früh erkennt, kann das Risiko deutlich senken, bevor ein Klick Schaden anrichtet.

Wichtig ist zuerst, die Art des Dokuments und sein Verhalten einzuordnen. Prüfen Sie, ob die Datei von einer bekannten Stelle stammt, ob der Inhalt überhaupt ein Makro braucht und ob Office bereits Warnhinweise zeigt. Danach lohnt sich ein Blick auf Dateiendung, Schutzansicht, digitale Signaturen und auffällige Aufforderungen im Dokument selbst.

Woran Sie verdächtige Office-Dateien erkennen

Ein Makro kann in einem normalen Arbeitsablauf sinnvoll sein, etwa für Automatisierungen in Excel. Bedenklich wird es bei Dateien, die mit Druck arbeiten oder Umwege verlangen, damit Inhalte sichtbar werden. Typisch sind Hinweise wie das Aktivieren von Inhalten, das Öffnen trotz Schutzwarnung oder die Aufforderung, Sicherheitsfunktionen zu umgehen.

Auch die Kombination aus Dateityp und Verhalten ist ein guter Prüfpunkt. Dokumente mit aktiven Inhalten tragen oft Endungen wie DOCM, XLSM oder PPTM. Wenn eine Datei eigentlich nur gelesen werden soll, aber sofort eine Aktion verlangt, ist Zurückhaltung die richtige Reaktion.

Erste Prüfung direkt in Word und Excel

Öffnen Sie das Dokument zunächst in der geschützten Ansicht, falls Office diese anbietet. In dieser Ansicht lassen sich viele Inhalte lesen, ohne dass aktive Funktionen sofort laufen. Wenn das Dokument trotzdem aufdringlich auf Bearbeitung oder Inhaltsaktivierung drängt, ist das ein Warnsignal.

  • Schauen Sie in der gelben Informationsleiste nach Aktivierungsaufforderungen.
  • Kontrollieren Sie die Dateiendung und vergleichen Sie sie mit dem erwarteten Zweck.
  • Prüfen Sie, ob das Dokument aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und zeitlich plausibel ist.
  • Öffnen Sie Anhänge mit Makros nur dann weiter, wenn sie wirklich erwartet wurden.

In vielen Fällen reicht schon dieser erste Blick, um riskante Dateien auszusortieren. Je mehr das Dokument Sie zu schnellem Handeln drängt, desto vorsichtiger sollten Sie sein.

Typische Warnsignale im Inhalt

Bösartige Inhalte verstecken sich häufig hinter harmlos wirkenden Texten oder Buttons. Verdächtig sind Anweisungen, die Sicherheitsmeldungen abwerten, zusätzliche Schritte zum Lesen verlangen oder Sie zu Downloads außerhalb des Dokuments führen. Auch makellose Layouts sind kein Beweis für Seriosität, denn die sichtbare Oberfläche kann bewusst harmlos gebaut sein.

Ein weiteres Signal sind ungewöhnliche Formulierungen in Kombination mit technischen Begriffen. Wenn ein Dokument etwa behauptet, ohne Aktivierung lasse sich der Inhalt nicht korrekt anzeigen, ist das kein normaler Arbeitsablauf. Dasselbe gilt, wenn Sie dazu aufgefordert werden, Bearbeitung freizugeben, obwohl das Dokument nur informativ sein sollte.

Makros prüfen, ohne sie auszuführen

Wenn Sie gezielt nachsehen wollen, ob ein Dokument Makros enthält, gehen Sie über die Dateiinformationen und nicht über das Aktivieren des Inhalts. In den Office-Programmen lässt sich der Dateityp meist direkt an der Endung erkennen. Zusätzlich kann die Dokumentinformation Hinweise geben, ob das Formular, die Tabelle oder die Präsentation aktive Elemente enthält.

Anleitung
1Schließen Sie das Dokument ohne Inhalte zu aktivieren.
2Trennen Sie es von Ordnern, die Sie regelmäßig für Arbeit oder Synchronisierung nutzen.
3Prüfen Sie die Herkunft und den Anlass des Empfangs.
4Scannen Sie die Datei mit dem aktuellen Virenschutz.
5Öffnen Sie nur dann weiter, wenn Zweck, Absender und Inhalt zusammenpassen.

Für eine sichere Kontrolle eignet sich es, das Dokument erst lokal zu speichern und dann die Eigenschaften zu betrachten. Ungewöhnliche Herkunft, komprimierte Anlagen oder doppelte Endungen wie PDF-DOCM-Kombinationen sind verdächtig. Je weniger transparent der Ursprung ist, desto eher sollten Sie die Datei geschlossen halten.

So reagieren Sie richtig bei Verdacht

Wenn Sie unsicher sind, öffnen Sie die Datei nicht weiter und trennen Sie sie vom Arbeitsablauf. Löschen Sie sie nicht sofort, falls Sie sie noch untersuchen müssen, aber verschieben Sie sie in einen isolierten Ordner. So vermeiden Sie, dass das Dokument versehentlich erneut geöffnet wird.

  1. Schließen Sie das Dokument ohne Inhalte zu aktivieren.
  2. Trennen Sie es von Ordnern, die Sie regelmäßig für Arbeit oder Synchronisierung nutzen.
  3. Prüfen Sie die Herkunft und den Anlass des Empfangs.
  4. Scannen Sie die Datei mit dem aktuellen Virenschutz.
  5. Öffnen Sie nur dann weiter, wenn Zweck, Absender und Inhalt zusammenpassen.

Bei echten Unsicherheiten ist Zurückhaltung der bessere Weg. Gerade Office-Dateien wirken oft seriös, obwohl sie nur einen kleinen Auslöser brauchen, um unerwünschte Aktionen anzustoßen.

Sichere Einstellungen in Office nutzen

Viele Risiken lassen sich schon durch die richtigen Standardeinstellungen verringern. Halten Sie die Makroausführung grundsätzlich restriktiv und erlauben Sie aktive Inhalte nur in Fällen, die Sie wirklich kennen. Automatische Aktivierung ist für Alltagsnutzer keine gute Wahl.

Hilfreich sind auch aktuelle Updates für Office und Windows. Sie schließen Lücken, über die manipulierte Dokumente Schaden anrichten könnten. Wenn Sie regelmäßig mit Dateien aus externen Quellen arbeiten, lohnt sich zusätzlich ein sauber gepflegter Virenschutz mit Echtzeitprüfung.

Dokumente aus E-Mail und Messenger besonders prüfen

Anhänge sind ein häufiger Einstiegspunkt für manipulierte Dateien. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn die Nachricht einen engen Zeitdruck aufbaut oder den Anhang als dringend darstellt. Auch unpersönliche Ansprachen oder ein unklarer Zusammenhang zwischen Nachricht und Datei gehören zu den Warnsignalen.

Speichern Sie solche Dateien zuerst lokal und betrachten Sie sie in Ruhe. Öffnen Sie sie nicht direkt aus dem Posteingang oder aus einem Chatfenster heraus. So behalten Sie mehr Kontrolle über den ersten Zugriff und sehen schneller, ob etwas nicht zusammenpasst.

Was im Arbeitsalltag wirklich hilft

Im Alltag bewährt sich ein einfacher Ablauf: erst Herkunft prüfen, dann Dateityp ansehen, danach das Verhalten in Office bewerten. Wer diese Reihenfolge einhält, reduziert das Risiko deutlich, ohne bei jeder Datei lange suchen zu müssen. Bei wiederkehrenden Absendern lohnt es sich, bekannte Muster festzuhalten und Abweichungen sofort zu prüfen.

Für Teams ist es sinnvoll, Dateien mit aktiven Inhalten nur über klare Freigaben zu akzeptieren. Je klarer der Weg über Ablage, Prüfung und Freigabe geregelt ist, desto weniger Chancen haben manipulierte Dokumente. Das gilt besonders dort, wo viele Nutzer mit denselben Vorlagen oder Vorarbeiten arbeiten.

Wenn bereits etwas ausgeführt wurde

Falls Sie ein verdächtiges Dokument geöffnet und Inhalte aktiviert haben, handeln Sie ohne Verzögerung. Trennen Sie den Rechner vom Netzwerk, wenn Sie ungewöhnliches Verhalten bemerken, und starten Sie einen vollständigen Virenscan. Ändern Sie danach wichtige Passwörter nur von einem sauberen Gerät aus, falls Konten oder Zugangsdaten betroffen sein könnten.

Zusätzlich sollten Sie prüfen, ob Office, Browser und Windows auf dem neuesten Stand sind. Wenn das System Symptome zeigt, die nicht mehr zu erklären sind, kann auch eine Wiederherstellung auf einen früheren Zustand sinnvoll sein. Erst wenn der Rechner wieder sauber wirkt, sollten Sie weiterarbeiten oder die Datei erneut bewerten.

Makro-Dokumente sauber einordnen

Ein Office-Dokument ist nicht automatisch riskant, nur weil es Makros enthält. Entscheidend ist der Zusammenhang: Wer hat die Datei erstellt, über welchen Weg kam sie an, und passt der Inhalt überhaupt zum Absender? Genau an dieser Stelle lässt sich die Prüfung sinnvoll beginnen. Eine Rechnung mit aktivierten Makros, die von einer privaten Mailadresse kommt, verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit als eine interne Vorlage aus der firmeneigenen Vorlagenbibliothek.

Prüfen Sie deshalb zuerst Metadaten und Herkunft. In Word und Excel helfen Ihnen die Dateiinformationen, Kommentare, Autorenhinweise und gespeicherte Pfade. Besonders auffällig sind Dateien, die kurz vor dem Versand noch mehrfach geändert wurden, einen unklaren Ursprung haben oder bei denen der angegebene Zweck nicht zum Aufbau passt. Auch ungewöhnliche Dateinamen, doppelte Erweiterungen oder eine fehlende digitale Signatur sind wichtige Hinweise.

Praktisch bewährt sich eine kurze Reihenfolge:

  • Dateityp und Endung prüfen, bevor Sie etwas öffnen.
  • Metadaten mit dem erwarteten Absender vergleichen.
  • Auf Signaturen, Vorlagenpfade und letzte Änderungen achten.
  • Bei Abweichungen die Datei getrennt vom Arbeitskontext behandeln.

Makro-Inhalte ohne Ausführung bewerten

Die technische Prüfung beginnt nicht erst beim Start der Datei, sondern schon vor dem Aktivieren von VBA-Inhalten. Viele Office-Dokumente verraten bereits im Aufbau, ob etwas nicht stimmig ist. Dazu gehören unerwartete Formularfelder, eingebettete OLE-Objekte, verschachtelte Verknüpfungen oder sehr kurze Dokumente mit auffällig viel Steuerlogik im Hintergrund. Solche Elemente sind nicht automatisch schädlich, aber sie erhöhen den Prüfbedarf.

Öffnen Sie in Word den Dokumentinspektor und in Excel die Informationen zu eingebetteten Inhalten und Verknüpfungen. Entfernen Sie verdächtige externe Verweise nicht vorschnell, sondern dokumentieren Sie sie zuerst. Bei unbekannten Dateien lohnt sich außerdem der Blick in die Eigenschaften: Makrofähige Formate wie .docm, .xlsm oder .pptm sind legitim, sollten aber immer mit dem Inhalt und dem Versandweg zusammenpassen. Eine scheinbar normale .docx-Datei mit aktivem Makroverhalten ist dagegen ein deutlich stärkeres Warnsignal.

Hilfreich ist zudem eine Aufteilung nach Risiko:

  1. Dokument nur im geschützten Modus öffnen.
  2. Verknüpfungen und eingebettete Objekte identifizieren.
  3. Makrohinweise, Signaturen und Dateiformat abgleichen.
  4. Bei Unklarheiten Datei isolieren und nicht weiterbearbeiten.

Office-Funktionen für eine sichere technische Prüfung

Wer Makros in Office erkennen will, sollte die eingebauten Analyse- und Sicherheitsfunktionen kennen. In der Trust Center-Umgebung lassen sich vertrauenswürdige Speicherorte, geschützte Ansicht und Benachrichtigungen zu aktiven Inhalten kontrollieren. Diese Einstellungen helfen nicht nur beim Schutz, sondern auch beim Einordnen einer Datei. Wenn ein Dokument nur läuft, weil es aus einem Vertrauensspeicher stammt, muss dieser Pfad überprüft werden. Ein falsch gesetzter Ordner kann ebenso gefährlich sein wie der Makrocode selbst.

Gehen Sie die relevanten Stellen systematisch durch:

  • Datei > Informationen: Prüfen Sie Schutzstatus, Eigenschaften und Hinweisfelder.
  • Datei > Optionen > Trust Center: Kontrollieren Sie Makroeinstellungen, geschützte Ansicht und vertrauenswürdige Orte.
  • Entwicklertools: Nutzen Sie den Zugriff auf VBA-Projekt und Steuerelemente nur in kontrollierter Umgebung.
  • Überprüfen > Dokument prüfen: Suchen Sie nach versteckten Inhalten, Verknüpfungen und Metadaten.

In Unternehmen ist zusätzlich wichtig, ob Gruppenrichtlinien oder Schutzrichtlinien vorgeben, wie Dateien behandelt werden. Wenn Benutzer lokale Ausnahmen anlegen dürfen, verlieren Standardregeln schnell ihre Wirkung. Deshalb gehört zur technischen Prüfung auch die Frage, ob die Office-Umgebung selbst sauber konfiguriert ist.

Typische Bausteine verdächtiger VBA-Logik

Makros fallen nicht nur durch ihre Existenz auf, sondern durch das, was sie tun sollen. Viele schädliche Varianten laden Inhalte nach, starten Prozesse, ändern Registry-Einträge oder umgehen Benutzerabfragen. Auffällig sind oft sehr kurze Makros mit verschleiertem Text, ungewöhnlichen Variablennamen oder einer Kette aus Zeichenumwandlungen, die am Ende eine ausführbare Adresse oder einen Befehl ergibt. Auch Schlafbefehle, lange Schleifen und mehrere Stufen der Entschlüsselung sind typische Merkmale.

Wer den Code sichtet, sollte besonders auf diese Muster achten:

  • AutoOpen, Document_Open oder ähnliche Startpunkte.
  • Aufrufe wie CreateObject, Shell oder WScript.
  • Externe URLs, IP-Adressen oder verdächtige Dateipfade.
  • Zeichenketten, die erst zur Laufzeit zusammengesetzt werden.
  • Manipulationen an Sicherheitswarnungen, Registry oder Add-ins.

Ein einzelnes dieser Merkmale beweist noch nichts. In Kombination ergeben sie aber ein klares Bild. Besonders kritisch wird es, wenn der Makrocode keine fachliche Funktion hat, sondern nur Vorbereitung, Tarnung oder Nachladen übernimmt. Dann steht nicht das Dokument im Vordergrund, sondern die technische Nutzlast.

Sauberes Vorgehen bei einem auffälligen Fund

Die eigentliche Arbeit beginnt nach der Erkennung. Trennen Sie die Datei zuerst vom laufenden Arbeitsprozess und verschieben Sie sie in einen isolierten Prüfbereich. Nutzen Sie dafür einen Ort, der nicht automatisch mit Office synchronisiert oder indiziert wird. Danach sichern Sie Hashwerte, Dateiname, Herkunft und Zeitstempel. Diese Angaben helfen bei der späteren Bewertung und bei einer möglichen Weitergabe an die IT oder das Security-Team.

Für die weitere Bearbeitung bietet sich eine feste Reihenfolge an:

  1. Datei nicht erneut im normalen Benutzerprofil öffnen.
  2. Kopie für die Analyse anlegen, Original unverändert sichern.
  3. Makros in einem kontrollierten Umfeld auslesen statt starten.
  4. Externe Verweise, Netzwerkziele und eingebettete Objekte dokumentieren.
  5. Ergebnis an zuständige Stellen melden und Sperrmaßnahmen prüfen.

Ist der Rechner bereits mit der Datei in Berührung gekommen, gehören auch Ablauf, temporäre Office-Dateien und eventuell gestartete Prozesse in die Kontrolle. So lassen sich Indikatoren finden, die im Dokument selbst nicht sichtbar waren. Wer nur den Inhalt prüft, übersieht sonst schnell die Spur, die das Dokument beim Öffnen hinterlassen hat.

Arbeitsabläufe so gestalten, dass riskante Dateien früher auffallen

Ein belastbarer Schutz entsteht nicht nur durch einzelne Klicks, sondern durch klare Abläufe im Alltag. Empfehlenswert ist eine feste Regel, dass Office-Dateien mit Makros grundsätzlich nicht ungeprüft weitergeleitet oder direkt aus dem Posteingang geöffnet werden. Zusätzlich helfen definierte Speicherorte, Schreibschutz für Vorlagen und ein Verbot lokaler Ausnahmen ohne Freigabe. Je enger die Abläufe dokumentiert sind, desto leichter lassen sich Abweichungen erkennen.

In Teams mit höherem Dateiaufkommen lohnt sich eine Kombination aus organisatorischen und technischen Maßnahmen:

  • Nur signierte Vorlagen für wiederkehrende Prozesse zulassen.
  • Makrofähige Formate in getrennten Ordnern verwalten.
  • Eingehende Dateien vor dem Öffnen auf einem Prüfplatz kontrollieren.
  • Verknüpfungen zu externen Quellen regelmäßig validieren.
  • Schulungen auf wenige, klare Prüfschritte fokussieren.

Damit wird die Erkennung nicht zur Einzelentscheidung einer Person, sondern Teil eines festen Sicherheitsprozesses. Genau das senkt das Risiko, dass eine manipulierte Datei unbemerkt in den Arbeitsfluss gelangt. Wer Office-Dokumente so behandelt, erkennt Auffälligkeiten früher und reagiert deutlich zielgerichteter.

Häufige Fragen

Woran lässt sich ein Office-Dokument mit Makro-Risiko schnell einordnen?

Ein erster Blick auf Dateityp, Herkunft und Inhalt liefert bereits viel Orientierung. Besonders aufmerksam sollten Sie bei Dateien werden, die unerwartet aus dem Posteingang kommen, einen unüblichen Betreff haben oder von einer bekannten Person stammen, aber sprachlich nicht zu früheren Nachrichten passen. Auch Archivdateien, doppelte Endungen und unerwartete Aufforderungen zum Aktivieren von Inhalten verdienen besondere Beachtung.

Welche Dateiendungen sind für Makros besonders relevant?

Makros treten vor allem in älteren oder speziellen Office-Formaten auf, etwa bei Word, Excel oder Access. Endungen wie .docm, .xlsm, .pptm und .xlam sind dafür typische Hinweise. Dateien mit den Endungen .docx, .xlsx und .pptx können zwar ebenfalls verdächtig wirken, enthalten aber regulär keine Makros.

Wie prüfe ich eine Datei, ohne sie zu öffnen?

Am sichersten ist der Blick auf die Dateieigenschaften im Explorer oder Finder. Dort sehen Sie die Endung, die Größe und oft den Ursprung der Datei. Wenn ein Dokument aus einer E-Mail stammt, sollte es vor dem Öffnen gespeichert und mit den Sicherheitsfunktionen des Systems oder einer aktuellen Schutzlösung überprüft werden.

Welche Hinweise im Dokument selbst sprechen für Manipulation?

Auffällige Schreibfehler, ungewöhnlich dringende Formulierungen und Platzhalter mit Anweisungen zum Aktivieren von Inhalten sind typische Signale. Auch Texte, die nur darauf ausgelegt sind, Sie zum Klicken, Aktivieren oder Freigeben zu bewegen, sollten Sie ernst nehmen. In manchen Dateien sind die Makro-Hinweise geschickt im Dokument verteilt oder erst an späterer Stelle platziert.

Was ist der Unterschied zwischen einem Makro und schädlichem Makrocode?

Ein Makro ist zunächst nur eine Automatisierung in einem Office-Programm. Gefährlich wird es, wenn der Code Funktionen zum Herunterladen, Starten oder Verstecken weiterer Befehle enthält. Verdächtig sind vor allem Makros, die ohne nachvollziehbaren Nutzen Systembefehle aufrufen, Verbindungen ins Netzwerk herstellen oder Sicherheitsabfragen umgehen.

Wie kann ich den Makroinhalt prüfen, ohne ihn auszuführen?

Öffnen Sie die Datei nur mit deaktivierten Makros und wechseln Sie dann in die Entwickler- oder Makroansicht. Dort lassen sich VBA-Projekte, Modulnamen und auffällige Verweise oft schon erkennen. Bei Verdacht auf Verschleierung sind verkürzte Bezeichner, stark verschachtelte Funktionen und ungewöhnliche Zeichenfolgen wichtige Warnzeichen.

Welche Office-Einstellungen erhöhen die Sicherheit im Alltag?

In den Trust-Center-Optionen sollten Makros standardmäßig deaktiviert bleiben. Zusätzlich ist es sinnvoll, Dokumente aus dem Internet mit geschützter Ansicht zu öffnen und nur vertrauenswürdige Speicherorte freizugeben. In Unternehmen helfen zentrale Richtlinien, damit Nutzer keine Ausnahmen manuell eintragen müssen.

  • In Word, Excel und PowerPoint: Trust Center öffnen und Makroeinstellungen prüfen.
  • Geschützte Ansicht für Dateien aus unsicheren Quellen aktivieren.
  • Nur klar definierte vertrauenswürdige Speicherorte zulassen.
  • Automatische Inhaltsaktivierung konsequent unterbinden.

Wie gehe ich mit einer Datei aus einer E-Mail um, die dringend wirkt?

Öffnen Sie Anhänge nie aus Zeitdruck heraus. Prüfen Sie zuerst Absenderadresse, Betreff, Schreibstil und den tatsächlichen Dateityp. Wenn die Nachricht eine Aktion verlangt, etwa das Aktivieren von Inhalten oder das Einschalten der Bearbeitung, ist Zurückhaltung die bessere Wahl.

Was tun, wenn ein Dokument im Team weitergereicht wurde?

Ein bereits intern weitergeleitetes Dokument ist nicht automatisch vertrauenswürdig. Prüfen Sie, wer die Datei ursprünglich erhalten hat, woher sie stammt und ob sie verändert wurde. Für solche Fälle ist eine klare Ablage mit Freigabeprozess sinnvoll, damit nicht jede Person dieselbe riskante Datei erneut öffnet.

Welche Rolle spielt ein aktueller Virenscanner bei Office-Dateien?

Ein aktueller Schutzscanner erkennt viele bekannte Schadmuster, ersetzt aber keine Prüfung durch den Nutzer. Besonders bei neuartigen oder gezielt angepassten Dateien kann die Analyse unvollständig bleiben. Deshalb sollte der Scanner immer nur ein Baustein sein und nicht die einzige Sicherheitsstufe.

Wie handle ich, wenn ich bereits auf Inhalte geklickt habe?

Trennen Sie das Gerät möglichst rasch vom Netzwerk und dokumentieren Sie, was geöffnet oder aktiviert wurde. Danach sollten Sie die Datei sichern, ohne sie weiter zu verwenden, und die Sicherheitsverantwortlichen informieren. Je schneller die Prüfung beginnt, desto besser lassen sich Folgeschritte eingrenzen.

Fazit

Verdächtige Makros lassen sich mit einer Kombination aus Dateiprüfung, sicheren Office-Einstellungen und sauberem Umgang mit Anhängen zuverlässig einordnen. Wer Endungen, Herkunft, Dokumentinhalt und die Makroansicht systematisch überprüft, reduziert das Risiko deutlich. Im Alltag zählt vor allem ein fester Ablauf, der keine Ausnahmen aus Bequemlichkeit zulässt.

Checkliste
  • Schauen Sie in der gelben Informationsleiste nach Aktivierungsaufforderungen.
  • Kontrollieren Sie die Dateiendung und vergleichen Sie sie mit dem erwarteten Zweck.
  • Prüfen Sie, ob das Dokument aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und zeitlich plausibel ist.
  • Öffnen Sie Anhänge mit Makros nur dann weiter, wenn sie wirklich erwartet wurden.

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