Ein VPN mit Zertifikat scheitert unter Windows meist nicht an einer einzigen Stelle, sondern an der Kombination aus Zertifikat, Speicherort, Zuordnung und Verbindungsprofil. Damit die Anmeldung wieder funktioniert, solltest du zuerst prüfen, ob das Zertifikat überhaupt im richtigen Zertifikatsspeicher liegt und ob es noch gültig ist.
Danach lohnt sich der Blick auf das VPN-Profil, die verwendete Authentifizierung und mögliche Sperren durch Richtlinien oder Sicherheitssoftware. Erst wenn diese Grundlagen passen, sind tiefere Schritte wie Neuimport, Neuaufbau des Profils oder ein Blick in die Ereignisanzeige sinnvoll.
Typische Ursachen eingrenzen
Bevor du an Einstellungen arbeitest, solltest du den Fehler genauer zuordnen. Entscheidend ist, ob Windows das Zertifikat gar nicht anbietet, ob die Auswahl ausgegraut ist oder ob die Anmeldung erst beim Verbindungsaufbau abbricht.
- Das Zertifikat ist abgelaufen oder noch nicht gültig.
- Der private Schlüssel fehlt.
- Das Zertifikat liegt im falschen Speicher.
- Der VPN-Typ passt nicht zur Zertifikatsverwendung.
- Eine Richtlinie oder Sicherheitssoftware blockiert die Anmeldung.
Diese Einordnung spart Zeit, weil sich viele Fehler schon am Speicherort und an der Zertifikatszuordnung erkennen lassen. Wer hier sauber prüft, muss seltener das gesamte VPN-Profil neu aufbauen.
Zertifikat in Windows prüfen
Öffne zunächst die Zertifikatsverwaltung und schau nach, ob das Zertifikat in deinem Benutzerkonto oder im lokalen Computer vorhanden ist. Für viele VPN-Verbindungen ist der Speicherort entscheidend, weil Windows Benutzer- und Computerzertifikate getrennt behandelt.
- Drücke Windows-Taste + R.
- Gib certmgr.msc ein, wenn das Zertifikat im Benutzerkontext verwendet wird.
- Nutze certlm.msc, wenn das VPN ein Computerzertifikat erwartet.
- Öffne den Bereich Persönlich und prüfe die Einträge.
Wichtig ist, dass das Zertifikat nicht nur sichtbar ist, sondern auch einen privaten Schlüssel besitzt. In der Zertifikatsanzeige steht dann meist ein passender Hinweis in den Details oder ein Schlüsselsymbol am Eintrag.
Gültigkeit und Verwendungszweck kontrollieren
Ein abgelaufenes Zertifikat wird von Windows nicht mehr akzeptiert. Auch ein Zertifikat mit falscher Verwendung kann Probleme machen, selbst wenn es optisch korrekt aussieht.
Öffne die Eigenschaften des Zertifikats und prüfe das Ablaufdatum, den Aussteller und die erweiterten Verwendungszwecke. Für VPN-Verbindungen ist je nach Aufbau oft eine Clientauthentifizierung erforderlich.
VPN-Profil auf den richtigen Typ prüfen
Viele Verbindungsfehler entstehen, weil das VPN-Profil und das Zertifikat nicht zusammenpassen. Das betrifft vor allem den VPN-Typ, die Authentifizierungsmethode und die Art, wie Windows das Zertifikat zuordnen soll.
Öffne die Verbindungseigenschaften in den Windows-Einstellungen oder in der Systemsteuerung und vergleiche die Angaben mit den Anforderungen der Verbindung. Besonders wichtig sind L2TP/IPsec, IKEv2 und andere Verfahren, bei denen Zertifikate häufig fest eingeplant sind.
- Prüfe den VPN-Typ in den Verbindungseigenschaften.
- Kontrolliere, ob Zertifikat oder Kennwort als Anmeldung vorgesehen ist.
- Vergleiche die Serveradresse mit den Vorgaben des Profils.
- Entferne testweise alte oder doppelte VPN-Einträge.
Wenn ein Profil schon mehrfach angepasst wurde, ist ein frischer Eintrag oft sinnvoller als langes Suchen in alten Resten. Ein sauber neu angelegtes Profil beseitigt fehlerhafte Zuordnungen und alte Caches.
Privaten Schlüssel und Import prüfen
Ein Zertifikat allein reicht nicht aus, wenn der private Schlüssel fehlt. Das passiert häufig nach einem unvollständigen Export, einem fehlerhaften Import oder wenn nur die öffentliche Zertifikatsdatei vorhanden ist.
Beim Import solltest du deshalb darauf achten, dass eine PFX- oder P12-Datei mit Schlüssel verwendet wird. Eine reine CER- oder CRT-Datei enthält in vielen Fällen nur den öffentlichen Teil und kann für die Anmeldung nicht ausreichen.
Neuimport ohne Altlasten
Wenn der erste Import schiefgelaufen ist, lösche den fehlerhaften Eintrag nur dann, wenn du eine saubere Sicherung oder eine neue Exportdatei hast. Danach importierst du die Datei erneut und achtest auf den richtigen Speicherort.
Bei Importdialogen ist es sinnvoll, die automatische Platzierung zu überprüfen. Windows ordnet Zertifikate nicht immer so zu, wie es für VPN-Zwecke nötig ist.
Richtlinien, Berechtigungen und Sicherheitssoftware
In Firmennetzen bestimmen Gruppenrichtlinien oft, welches Zertifikat verwendet werden darf. Dann erscheint das Zertifikat zwar auf dem System, wird aber von der Verbindung trotzdem nicht akzeptiert.
Auch Sicherheitsprogramme können die Anmeldung beeinflussen, wenn sie Zertifikatspeicher, Netzwerkverkehr oder VPN-Treiber überwachen. Teste in einem solchen Fall mit deaktivierter Zusatzsoftware, sofern das in deiner Umgebung erlaubt und sicher ist.
- Prüfe Gruppenrichtlinien für Zertifikate und VPN.
- Kontrolliere Berechtigungen für den privaten Schlüssel.
- Testweise Sicherheitssoftware kurz deaktivieren.
- Nach einem Test wieder den normalen Schutz aktivieren.
Falls du mit einem Firmen-PC arbeitest, kann die IT die Zertifikatszuordnung zentral vorgeben. Dann hilft meist nur die Abstimmung mit der zuständigen Verwaltung, weil lokale Änderungen über Richtlinien überschrieben werden.
Treiber, Netzwerk und Windows-Komponenten einbeziehen
Auch wenn das Problem nach einem Zertifikat aussieht, können Netzwerkkomponenten den Verbindungsaufbau behindern. Ein fehlerhafter VPN-Treiber, ausstehende Windows-Updates oder beschädigte Netzwerkeinstellungen wirken sich direkt auf die Anmeldung aus.
Installiere ausstehende Updates, starte den Rechner neu und prüfe, ob sich das Verhalten danach ändert. Bei hartnäckigen Fehlern hilft es, die Netzwerkadapter zu deaktivieren und wieder zu aktivieren oder das VPN-Profil neu anzulegen.
Wenn du mehrere VPN-Programme installiert hast, entferne unnötige Reste. Unterschiedliche Clients oder alte Treiberpakete können dieselbe Verbindung stören und die Zertifikatsprüfung durcheinanderbringen.
Fehler mit Ereignisanzeige und Verbindungsprotokoll sichtbar machen
Die Ereignisanzeige ist hilfreich, wenn Windows zwar einen Fehler meldet, die Ursache aber nicht klar erkennbar ist. Dort findest du Hinweise zu Zertifikatsfehlern, Authentifizierungsproblemen und abgewiesenen Verbindungen.
Suche in den Windows-Protokollen nach Einträgen rund um Netzwerk, RasClient, IKE oder EAP. Die genaue Meldung zeigt oft, ob der Fehler bei der Zertifikatsprüfung, bei der Aushandlung oder bei der Gegenstelle liegt.
Für tiefergehende Prüfungen kann auch ein Blick in die Verbindungseigenschaften des VPN-Clients helfen. Manche Programme bieten eigene Protokolle oder Diagnosefunktionen, die den Punkt benennen, an dem der Aufbau scheitert.
Wenn der Neuaufbau sinnvoller ist
Bleibt der Fehler trotz korrektem Zertifikat bestehen, ist ein kompletter Neuaufbau oft der schnellste Weg. Dabei entfernst du das alte Profil, importierst das Zertifikat erneut und richtest die Verbindung mit frischen Einstellungen ein.
Das ist besonders dann sinnvoll, wenn mehrere Änderungen zusammengekommen sind oder wenn das Profil schon aus älteren Windows-Versionen übernommen wurde. Ein sauberer Neuaufbau reduziert versteckte Altlasten und stellt sicher, dass Windows den aktuellen Zertifikatspfad nutzt.
Vor dem Löschen solltest du die nötigen Zugangsdaten, Serverinformationen und Exportdateien bereithalten. So kannst du die Verbindung ohne Umwege neu aufsetzen.
Ein nicht erkennbares VPN-Zertifikat liegt selten nur an einer einzigen Einstellung. Häufig greifen mehrere Ebenen ineinander: Zertifikatsspeicher, privater Schlüssel, Profiltyp, Vertrauenskette, Richtlinien und die VPN-Authentifizierung selbst. Wer systematisch vorgeht, trennt zuerst Anzeigeprobleme von echten Importfehlern und prüft danach die Stellen, an denen Windows Zertifikate bewertet. So lässt sich meist zügig eingrenzen, ob das Zertifikat fehlt, unvollständig importiert wurde oder zwar vorhanden ist, aber vom VPN-Dienst nicht akzeptiert wird.
Zertifikat, Schlüssel und Speicherort sauber auseinanderhalten
Windows behandelt ein Zertifikat nur dann als nutzbar, wenn es zusammen mit dem passenden privaten Schlüssel vorliegt. Ein Zertifikat ohne Schlüssel kann zwar sichtbar sein, ist für die Anmeldung an vielen VPNs aber wertlos. Entscheidend ist außerdem der Speicherort. Manche Verbindungen erwarten das Zertifikat im Lokalen Computer, andere im aktuellen Benutzer. Wird es im falschen Bereich abgelegt, taucht es zwar in der Verwaltung auf, bleibt im VPN-Dialog aber unsichtbar.
Prüfen Sie deshalb zuerst die drei Grundpunkte:
- Das Zertifikat ist nicht nur importiert, sondern enthält einen privaten Schlüssel.
- Es liegt im Speicher, den das VPN-Profil tatsächlich abfragt.
- Der Zertifikatsspeicher ist nicht durch Dubletten, alte Einträge oder Teilimporte verfälscht.
In der Zertifikatsverwaltung erkennen Sie einen vorhandenen privaten Schlüssel daran, dass der Eintrag mit einem Schlüsselsymbol markiert ist oder in den Details ein Zugriff auf den privaten Schlüssel erwähnt wird. Fehlt dieser Hinweis, muss die Datei meist erneut importiert oder aus einer vollständigen Exportdatei neu eingespielt werden.
Vertrauenswürdige Kette und Aussteller überprüfen
Ein VPN-Zertifikat wird nicht nur anhand seines eigenen Inhalts bewertet. Windows prüft zusätzlich, ob die komplette Vertrauenskette nachvollziehbar ist. Dazu gehören Zwischenzertifikate und die Stammzertifizierungsstelle. Fehlt ein Zwischenzertifikat, endet die Kette an einer unbekannten Stelle, und die Anmeldung wird abgelehnt, obwohl das eigentliche Client-Zertifikat korrekt aussieht.
Gehen Sie in diesem Bereich gezielt vor:
- Öffnen Sie das Zertifikat und wechseln Sie auf die Registerkarte mit dem Pfad der Zertifizierung.
- Kontrollieren Sie, ob alle Stationen der Kette als vertrauenswürdig angezeigt werden.
- Prüfen Sie, ob das ausstellende Stammzertifikat im passenden Speicher vorhanden ist.
- Importieren Sie fehlende Zwischenzertifikate in den Speicher für Zwischenzertifizierungsstellen.
- Stellen Sie sicher, dass die Stammstelle in den vertrauenswürdigen Stammzertifizierungsstellen liegt.
Besonders bei Firmennetzwerken werden Zertifikate oft über eine interne PKI ausgestellt. Dann reicht das Client-Zertifikat allein nicht aus. Das VPN erwartet zusätzlich, dass Windows die interne CA kennt und der Aussteller bis zur Stammstelle als vertrauenswürdig gilt. Ist diese Kette unvollständig, hilft meist kein erneuter Verbindungsversuch, sondern nur das Nachziehen der fehlenden Zertifikate.
VPN-Profil und Authentifizierung auf denselben Aufbau bringen
Neben dem Zertifikat selbst muss das VPN-Profil zu seiner Verwendung passen. Viele Verbindungsprobleme entstehen, weil das Profil auf eine andere Authentifizierung eingestellt ist, als die Gegenstelle verlangt. Gerade bei Windows-VPNs spielen IKEv2, SSTP, L2TP/IPsec und benutzerzertifikatsbasierte Anmeldung unterschiedliche Rollen. Ein Zertifikat, das für den einen Modus vorgesehen ist, wird im anderen nicht berücksichtigt.
Darauf sollten Sie im Verbindungsprofil achten:
- Der Verbindungsaufbau nutzt das vom Anbieter geforderte Protokoll.
- Die Anmeldung ist auf Zertifikat, EAP oder MS-CHAP nicht versehentlich falsch kombiniert.
- Bei IKEv2 sind Geräte- und Benutzerauthentifizierung sauber getrennt.
- Der Servername im Profil entspricht dem Namen im Serverzertifikat oder den Vorgaben des VPN-Gateways.
- Es werden keine alten Legacy-Einstellungen verwendet, die moderne Zertifikatsprüfungen blockieren.
Besonders wichtig ist die Zuordnung zwischen Benutzer- und Gerätezertifikat. Einige Unternehmenslösungen erwarten das Zertifikat im Computerkonto, weil es schon vor der Benutzeranmeldung zur Verfügung stehen muss. Andere Varianten arbeiten nur mit dem Benutzerprofil. Wer den falschen Modus wählt, sucht oft an der falschen Stelle nach dem Fehler.
SAN, EKU und Schlüssellänge mit den Vorgaben abgleichen
Ein Zertifikat kann formal gültig sein und dennoch nicht zum VPN passen. Windows prüft neben der Laufzeit auch die Verwendung, die im Zertifikat hinterlegt ist. Dafür sind unter anderem die erweiterten Schlüsselverwendungen und der Subject Alternative Name relevant. Fehlt die passende Anwendungserweiterung für die Client-Authentifizierung, wird das Zertifikat in vielen Fällen nicht zur Anmeldung angeboten oder vom Server zurückgewiesen.
Kontrollieren Sie diese Punkte besonders genau:
- Die erweiterte Schlüsselverwendung enthält „Clientauthentifizierung“.
- Der Betreff oder SAN entspricht dem erwarteten Benutzer- oder Gerätenamen.
- Die Schlüssellänge erfüllt die Richtlinie des VPN-Servers.
- Der verwendete Algorithmus wird von Windows und dem Gateway gleichermaßen unterstützt.
- Das Zertifikat ist nicht nur technisch gültig, sondern auch für genau diesen Zweck ausgestellt.
Gerade in Umgebungen mit strengen Sicherheitsrichtlinien werden ältere Algorithmen wie schwache RSA-Schlüssel oder veraltete Signaturen nicht mehr akzeptiert. Dann hilft auch ein sauber importiertes Zertifikat nicht weiter, wenn die Gegenstelle moderne kryptografische Anforderungen durchsetzt. In solchen Fällen muss das Zertifikat neu ausgestellt werden.
Importpfad und Dateiformat ohne Umwege wählen
Nicht jede Zertifikatsdatei ist gleich aufgebaut. Windows verarbeitet PFX- oder P12-Dateien anders als CER- oder CRT-Dateien. Für eine VPN-Anmeldung reicht oft die reine öffentliche Zertifikatsdatei nicht aus, weil der private Schlüssel fehlt. Wer versehentlich die falsche Datei importiert, sieht anschließend nur den öffentlichen Teil, aber nicht das nutzbare Gesamtpaket.
Für den sauberen Import ist diese Reihenfolge sinnvoll:
- Prüfen Sie zuerst, ob eine PFX- oder P12-Datei vorliegt.
- Stellen Sie sicher, dass das Kennwort der Datei bekannt ist.
- Importieren Sie die Datei in den Speicher, den das VPN benötigt.
- Wählen Sie beim Import die Option, den privaten Schlüssel mit einzubeziehen.
- Kontrollieren Sie anschließend, ob der Schlüssel nach dem Import sichtbar ist.
Wenn ein Zertifikat bereits mehrfach importiert wurde, können doppelte Einträge entstehen. Das verwirrt nicht nur die Verwaltung, sondern auch einige VPN-Dialoge, die dann das falsche Zertifikat anbieten oder gar keines auswählen lassen. In solchen Fällen ist ein bereinigter Neuimport oft hilfreicher als das bloße Hinzufügen weiterer Kopien.
Registrierung, Richtlinien und automatische Verteilung prüfen
In Unternehmensumgebungen stammt das Zertifikat häufig nicht von Hand, sondern über Richtlinien, Skripte oder MDM-Systeme. Dann kann Windows zwar lokal alles richtig anzeigen, aber eine Gruppenrichtlinie überschreibt den Eintrag beim nächsten Abgleich wieder. Auch Intune, AD-Gruppenrichtlinien oder Zertifikatsvorlagen können einen funktionierenden Aufbau verhindern, wenn sie nicht zum eingesetzten VPN-Client passen.
Typische Stolperstellen sind:
- Eine Richtlinie verteilt das Zertifikat in den falschen Speicher.
- Der Benutzer hat keine Leserechte auf den privaten Schlüssel.
- Eine Sicherheitsrichtlinie verbietet die Verwendung exportierbarer Schlüssel.
- Die VPN-Software erwartet ein anderes Zertifikatsattribut als die Vorlage erzeugt.
- Mehrere Richtlinien konkurrieren und erzeugen inkonsistente Zustände.
Wer den Ursprung der Verteilung kennt, sollte zuerst dort ansetzen. Ein Zertifikat, das lokal manuell repariert wird, kann beim nächsten Richtlinien-Refresh wieder in den fehlerhaften Zustand zurückfallen. Deshalb lohnt sich der Abgleich zwischen lokaler Zertifikatsverwaltung, Gruppenrichtlinien-Resultat und den Vorgaben der Zertifikatsvorlage.
Windows-Dienste und Systemprüfung gezielt einsetzen
Die Zertifikatsverarbeitung hängt auch von Windows-Komponenten ab, die im Hintergrund laufen. Dazu zählen der Kryptografiedienst, die Benutzerprofilverwaltung und einzelne Netzwerkdienste. Wenn diese Dienste gestört sind, werden Zertifikate nicht korrekt geladen, gespeichert oder an das VPN übergeben.
Ein sinnvoller Prüfablauf umfasst folgende Schritte:
- Starten Sie die Dienste für Kryptografie und Remotezugriff neu.
- Prüfen Sie, ob nach einem Neustart der Zertifikatsspeicher sauber geladen wird.
- Führen Sie eine Systemdateiprüfung aus, falls Windows-Komponenten beschädigt wirken.
- Testen Sie die Verbindung mit einem neu gestarteten Benutzerprofil.
- Vergleichen Sie das Verhalten nach einem sauberen Neustart mit dem Zustand vor der Anmeldung zusätzlicher Software.
Auch Windows-Updates spielen hier hinein. Nach einem Funktionsupdate oder einem Sicherheitsupdate können ältere VPN-Komponenten anders reagieren als vorher. Wer die Ursache eingrenzen will, sollte nicht nur auf das Zertifikat selbst schauen, sondern auch auf Änderungen am Systemdatum, an der Zeitsynchronisation und an der lokalen Kryptografie-Engine.
Mit einer kontrollierten Neuvergabe dauerhaft stabilisieren
Manche Probleme lösen sich nicht durch Nachbessern am bestehenden Zertifikat, sondern nur durch eine neue Ausstellung. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn der ursprüngliche Antrag fehlerhaft war, die Vorlage falsch konfiguriert ist oder das Zertifikat bereits durch mehrere Export- und Importvorgänge beschädigt wurde. Eine saubere Neuerstellung sorgt dafür, dass Schlüssel, Verwendungszweck und Speicherort von Beginn an zusammenpassen.
Für eine stabile Neuvergabe empfiehlt sich dieses Vorgehen:
- Alte Einträge und Dubletten vollständig entfernen.
- Den gewünschten Zielspeicher vor dem Import festlegen.
- Die Zertifikatsvorlage auf Client-Authentifizierung prüfen.
- Die Vertrauenskette auf Server- und Clientseite vervollständigen.
- Nach dem Import sofort einen Funktionstest mit der vorgesehenen VPN-Verbindung durchführen.
So lässt sich ein Zustand vermeiden, in dem Windows zwar ein Zertifikat führt, das VPN es aber wegen fehlender Eigenschaften ignoriert. Wer die gesamte Kette aus Ausstellung, Import, Speicherort, Richtlinie und VPN-Profil zusammen betrachtet, behebt die Ursache meist dauerhaft statt nur den sichtbaren Fehler.
FAQ
Woran erkenne ich zuerst, ob das Zertifikat überhaupt passend importiert wurde?
Öffnen Sie den Zertifikatsspeicher des aktuellen Benutzers oder des lokalen Computers und prüfen Sie, ob das Zertifikat unter dem richtigen Zweig liegt. Für viele VPN-Verbindungen muss es im Speicher mit dem privaten Schlüssel vorhanden sein, sonst kann Windows es nicht für die Anmeldung verwenden.
Warum wird ein vorhandenes Zertifikat nicht im VPN-Profil angezeigt?
Oft passt der Zertifikatsspeicherort nicht zum VPN-Typ, oder das Profil erwartet ein anderes Identifikationsmerkmal. Prüfen Sie außerdem, ob der Verwendungszweck für Clientauthentifizierung freigegeben ist und ob das Profil tatsächlich dieses Zertifikat referenziert.
Wie prüfe ich, ob der private Schlüssel fehlt?
Im Zertifikatsmanager erscheint bei einem vollständigen Eintrag der Hinweis, dass ein privater Schlüssel vorhanden ist. Fehlt dieser Eintrag, hilft meist nur ein erneuter Import aus einer PFX- oder P12-Datei, weil reine CER- oder CRT-Dateien den Schlüssel nicht enthalten.
Welche Rolle spielt die Zertifikatskette?
Windows akzeptiert ein Endzertifikat häufig nur dann, wenn die Zwischen- und Stammzertifikate sauber vertrauenswürdig sind. Liegt die Kette unvollständig vor, sollte die fehlende CA in den passenden Speicher importiert und anschließend die Verbindung erneut getestet werden.
Wie kontrolliere ich, ob die Uhrzeit den Zugriff blockiert?
Ein falsches Datum oder eine abweichende Uhrzeit führt schnell zu einer ungültigen Vertrauenskette. Stellen Sie die Zeitsynchronisation in den Windows-Datums- und Uhrzeiteinstellungen auf automatisch und prüfen Sie danach die Verbindung noch einmal.
Was mache ich, wenn das VPN-Profil mit dem Zertifikat nicht zusammenspielt?
Bearbeiten Sie das Profil in den VPN-Einstellungen und vergleichen Sie Authentifizierungsart, Tunneltyp und Zertifikatszuordnung mit den Vorgaben des Anbieters. Bei vielen Setups muss das Profil auf Zertifikatsanmeldung umgestellt oder vollständig neu angelegt werden, damit Windows das richtige Material verwendet.
Warum kann eine Gruppenrichtlinie alles wieder überschreiben?
In verwalteten Umgebungen setzen Richtlinien oft Speicherorte, Vertrauensstellungen oder Importregeln fest. Prüfen Sie mit dem Administrator oder über die lokalen Richtlinien, ob ein abweichender Zertifikatsspeicher oder eine Sperre für den Zugriff auf private Schlüssel aktiv ist.
Welche Windows-Komponenten sollten bei der Fehlersuche mitlaufen?
Für VPNs spielen Dienste wie der entsprechende Verbindungsdienst, die Zertifikatdienste und die Netzwerkauthentifizierung eine Rolle. Wenn diese Dienste gestoppt oder beschädigt sind, hilft ein Neustart der Dienste oder eine Reparatur der Windows-Netzwerkkomponenten.
Wie gehe ich vor, wenn Sicherheitssoftware den Zugriff beeinflusst?
Testen Sie den Verbindungsaufbau kurzzeitig mit deaktivierter Sicherheitssoftware, sofern die Richtlinien das erlauben. Manche Produkte blockieren den Zugriff auf den Schlüsselspeicher, verändern TLS-Prüfungen oder stören den Zugriff auf die benötigte CA-Kette.
Wann ist ein kompletter Neuaufbau die sauberste Lösung?
Wenn Import, Speicherort, Kette und Profil bereits mehrfach geprüft wurden und der Fehler bestehen bleibt, ist ein Neuaufbau oft der schnellste Weg. Entfernen Sie das alte Profil, löschen Sie doppelte oder beschädigte Einträge und importieren Sie das Zertifikat mit allen Bestandteilen noch einmal frisch.





