CPU-Temperatur springt trotz Wasserkühlung plötzlich hoch

Lesedauer: 13 Min – Beitrag erstellt: 31. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2026

Eine starke Temperaturspitze an der CPU wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, vor allem dann, wenn eine Wasserkühlung verbaut ist. In der Praxis steckt dahinter meist kein einzelner Defekt, sondern eine Kombination aus Kontaktproblemen, fehlerhafter Regelung, Luft im Kreislauf, unpassender Pumpensteuerung oder schlicht hoher Last in kurzen Intervallen. Wer systematisch vorgeht, findet die Ursache meist ohne lange Umwege.

Wichtig ist zuerst zu unterscheiden, ob nur ein kurzer Ausschlag sichtbar wird oder ob die Temperatur dauerhaft hoch bleibt. Ein kurzer Sprung unter Last kann normal sein, etwa bei Boost-Verhalten moderner Prozessoren. Kritisch wird es, wenn die Werte in Sekunden stark steigen, die Kühlung hörbar reagiert oder der Rechner bei geringer Belastung bereits auffällig warm wird.

Die wichtigsten Ursachen im Überblick

  • Ein ungleichmäßiger Sitz des Kühlers auf dem Heatspreader
  • Zu wenig oder falsch aufgetragene Wärmeleitpaste
  • Luftblasen im Pumpen- oder Radiatorbereich
  • Eine zu niedrige Pumpendrehzahl oder ein ungünstiges Lüfterprofil
  • Ein verschmutzter Radiator oder blockierter Luftstrom
  • Zu hohe CPU-Spannung durch BIOS- oder Mainboard-Standardeinstellungen
  • Fehlerhafte Temperatursensoren oder ein missverständlicher Auslesewert

Bevor an der Hardware geschraubt wird, lohnt ein Blick auf die Werte in einem zweiten Tool. Manche Programme zeigen kurze Lastspitzen sehr aggressiv an. Sinnvoll sind daher zwei Messungen parallel, etwa mit einer Monitoring-Software für Temperatur und Drehzahl sowie einer zweiten Anzeige für Takt und Spannung. Stimmen beide Quellen überein, liegt tatsächlich ein thermisches Problem vor.

Erste Prüfung in wenigen Minuten

Starte mit einer einfachen Reihenfolge, damit keine Ursache übersehen wird. Diese Abfolge hilft besonders dann, wenn die Kühlung zwar läuft, die Werte aber unruhig bleiben:

  1. Geh ins BIOS oder in die Mainboard-Software und prüfe Pumpendrehzahl, Lüfterkurven und CPU-Spannung.
  2. Beobachte im Leerlauf die Temperaturen für einige Minuten, ohne Programme zu öffnen.
  3. Starte dann eine kontrollierte Last, etwa einen CPU-Stresstest oder ein bekanntes Benchmark-Tool.
  4. Hör auf ungewöhnliche Geräusche an Pumpe oder Radiator, zum Beispiel Gluckern, Klackern oder stark wechselnde Drehzahlen.
  5. Vergleiche die Ergebnisse mit den Werten direkt nach dem Start des Systems.

Bereits an dieser Stelle lassen sich viele Fehler eingrenzen. Springt die Temperatur nur beim Start einzelner Anwendungen kurz an, ist häufig das Boost-Verhalten der CPU beteiligt. Steigt sie dagegen innerhalb weniger Sekunden stark an und fällt nach Lastende nur langsam zurück, spricht das eher für einen Kühlkontakt oder ein Problem im Kreislauf.

Kühlerkontakt und Wärmeleitpaste sauber prüfen

Der effektivste Wärmeabtransport setzt einen gleichmäßigen Druck zwischen Kühlerboden und CPU voraus. Schon ein minimal schiefer Sitz kann dazu führen, dass die Wärme nur schlecht auf die Kühlfläche übergeht. Besonders bei vormontierten Systemen oder nach Transporten lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Verschraubung.

Für die Kontrolle empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Rechner vollständig ausschalten und vom Strom trennen.
  • Kühler vorsichtig lösen und den Abdruck der Paste ansehen.
  • Ist die Paste nur punktuell verteilt, wurde der Druck wahrscheinlich nicht sauber übertragen.
  • Die alte Schicht vollständig entfernen und frische Wärmeleitpaste in passender Menge auftragen.
  • Den Kühler über Kreuz und mit gleichmäßigem Druck befestigen.

Zu viel Paste verbessert die Wärmeübertragung nicht. Zu wenig ist ebenfalls ungünstig. Entscheidend ist eine dünne, gleichmäßige Schicht, die den Kontakt zwischen beiden Flächen sicherstellt. Bei sehr großen CPU-Heatspreadern kann auch die Verteilung der Paste eine Rolle spielen, weil der Druck nicht überall identisch anliegt.

Pumpe, Drehzahl und Radiator richtig einordnen

Bei einer Wasserkühlung übernehmen Pumpe und Lüfter die eigentliche Arbeit. Wenn die Pumpe zu niedrig läuft oder im falschen Modus angesteuert wird, steigt die Temperatur rasch an. Einige Mainboards setzen den Pumpenanschluss standardmäßig auf eine aggressive Regelung, die für Lüfter gedacht ist. Eine Pumpe sollte dagegen meist mit stabiler, hoher Drehzahl betrieben werden.

Anleitung
1Geh ins BIOS oder in die Mainboard-Software und prüfe Pumpendrehzahl, Lüfterkurven und CPU-Spannung.
2Beobachte im Leerlauf die Temperaturen für einige Minuten, ohne Programme zu öffnen.
3Starte dann eine kontrollierte Last, etwa einen CPU-Stresstest oder ein bekanntes Benchmark-Tool.
4Hör auf ungewöhnliche Geräusche an Pumpe oder Radiator, zum Beispiel Gluckern, Klackern oder stark wechselnde Drehzahlen.
5Vergleiche die Ergebnisse mit den Werten direkt nach dem Start des Systems.

Prüfe im BIOS oder in der Herstellersoftware diese Punkte:

  • Ist der Anschluss tatsächlich als Pumpenanschluss konfiguriert?
  • Läuft die Pumpe mit konstanter Drehzahl?
  • Ist ein Silent-Profil aktiviert, das die Förderleistung drosselt?
  • Drehen die Radiatorlüfter bei steigender Temperatur sichtbar hoch?

Auch der Radiator selbst verdient Aufmerksamkeit. Staub zwischen den Lamellen bremst den Luftdurchsatz deutlich. Ebenso problematisch ist ein ungünstiger Einbauort, bei dem die Lüfter gegen feste Luftbarrieren arbeiten. Eine Reinigung mit Druckluft oder einem weichen Pinsel bringt oft schon spürbare Verbesserung. Wichtig ist dabei, den Luftstrom nicht bloß im Gehäuse zu bewegen, sondern wirklich durch den Radiator zu führen.

Luft im Kreislauf erkennen

Ein häufiger Grund für plötzlich schwankende Werte ist Luft im Kühlsystem. Das kann nach dem Versand, nach längerer Lagerung oder durch die Einbaulage auftreten. Typisch sind wechselnde Geräusche, kurzfristig stark veränderte Temperaturen und ein Verhalten, bei dem die Kühlleistung nicht dauerhaft stabil bleibt.

Besonders aussagekräftig ist die Reaktion beim kurzen Kippen des Gehäuses oder beim Wechsel zwischen Leerlauf und Last. Wandert Luft in den Pumpenbereich, können Geräusche auftreten, die an Knistern oder leichtes Gluckern erinnern. In so einem Fall sollte die Pumpe nicht dauerhaft trocken laufen. Der Radiator muss möglichst so montiert sein, dass sich Luft nicht am Pumpenblock sammelt.

Bei AIO-Systemen hilft oft eine neue Ausrichtung der Schläuche oder ein anderer Montageort. Liegt der Radiator im Frontbereich, sollten die Schläuche im Idealfall unten sitzen, damit Luft im oberen Radiatorbereich verbleibt und nicht in der Pumpe zirkuliert.

BIOS, Spannung und Boost-Verhalten anpassen

Nicht jede hohe Temperatur entsteht durch die Kühlung selbst. Moderne Prozessoren erhöhen Takt und Spannung für sehr kurze Zeiträume, um Lastspitzen abzufangen. Dadurch entstehen im Monitoring schnelle Sprünge, obwohl die Durchschnittslast gar nicht extrem hoch ist. In manchen Fällen ist das Verhalten normal, in anderen treibt ein zu aggressives Mainboard-Profil die Werte unnötig nach oben.

Hilfreich sind folgende Einstellungen:

  • Automatische Spannungsanhebung im BIOS prüfen
  • Exzessive Multi-Core-Enhancements oder ähnliche Leistungsbooster deaktivieren
  • Ein ausgewogenes Leistungsprofil wählen
  • Falls nötig, die CPU-Spannung leicht senken und stabil testen

Ein vorsichtiges Undervolting kann die Temperatur deutlich senken, ohne die Leistung spürbar zu verschlechtern. Dazu sollte jedoch in kleinen Schritten gearbeitet werden. Nach jeder Änderung folgt ein Stabilitätstest unter realer Last. Tritt dabei ein Absturz oder ein Fehler auf, war der Schritt zu weit.

Software und Messwerte richtig deuten

Manche Anzeigen wirken dramatischer, als sie in der Praxis sind. Moderne CPUs takten sehr schnell hoch und wieder herunter, sodass einzelne Kerne kurzzeitig hohe Werte melden können. Das ist kein Widerspruch zu einer funktionierenden Kühlung. Entscheidend ist deshalb nicht nur der höchste Peak, sondern auch die Dauer und das Verhalten aller Kerne unter Last.

Für eine saubere Einschätzung helfen diese Kennzahlen:

  • Durchschnittstemperatur unter Last
  • Maximalwert einzelner Kerne
  • Paketleistung der CPU
  • Pumpen- und Lüfterdrehzahl
  • CPU-Spannung im Belastungsmoment

Wer nur auf einen einzelnen Spitzenwert schaut, übersieht leicht die eigentliche Ursache. Ein Sensorproblem ist ebenfalls möglich, etwa wenn eine Software falsche Werte abfragt oder ein Treiber veraltet ist. Deshalb lohnt es sich, Monitoring-Programme, Chipsatztreiber und Mainboard-Software auf aktuelle Versionen zu bringen.

Wann die Montage neu geprüft werden sollte

Nach längerer Nutzung kann sich auch eine zuvor unauffällige Montage verschlechtern. Wärmeleitpaste trocknet mit der Zeit aus, Federschrauben können an Spannung verlieren oder der Kühler sitzt nach einem Gehäusewechsel nicht mehr perfekt. Wer den Rechner transportiert hat oder das System im Inneren gereinigt hat, sollte die Befestigung noch einmal kontrollieren.

Gerade bei kompakten Gehäusen lohnt der Blick auf den Luftweg. Eine leistungsstarke Kühlung bringt wenig, wenn warme Luft direkt wieder angesaugt wird. Deshalb sollte der Gehäuseinnenraum so organisiert sein, dass kühle Luft von vorne oder unten nachströmt und die erwärmte Luft oben oder hinten abgeführt wird. Kabel, Staubfilter und eng gesetzte Laufwerkskäfige können den Effekt deutlich verringern.

Bleibt die Temperatur trotz sauberer Montage, guter Lüfterkurve und stabiler Pumpe auffällig hoch, sollte auch ein Defekt der AIO in Betracht gezogen werden. Eine schwächelnde Pumpe, ein intern zugesetzter Kühlkanal oder eine nachlassende Förderleistung lassen sich oft nur noch durch Austausch beheben.

Stromversorgung, Temperatur-Offsets und Lastwechsel sauber prüfen

Ein plötzlicher Sprung nach oben muss nicht bedeuten, dass die Kühlung als Ganzes versagt. Häufig reagiert die CPU auf kurze Lastspitzen mit sehr schnellen Takt- und Spannungsänderungen, während die Wasserkühlung physikalisch etwas träge nachzieht. Genau deshalb lohnt es sich, die Stromversorgung der CPU und das Verhalten der Leistungsbegrenzungen zu prüfen. Zu hohe Spannung, aggressive Boost-Profile oder ein zu freigegebener Power-Limit-Rahmen lassen die Abwärme in Sekunden stark ansteigen, obwohl Radiator, Pumpe und Lüfter technisch in Ordnung sind.

Besonders bei modernen Prozessoren ist die gemessene Temperatur nicht nur eine Frage der Kühlleistung, sondern auch der Firmware-Steuerung. Manche Mainboards setzen ab Werk sehr hohe Werte für Kurzzeitstrom und Dauerstrom. Dadurch taktet die CPU länger am Limit, was die Wärmeabgabe unvermittelt erhöht. Wer hier systematisch vorgeht, reduziert zuerst die Ursache der Abwärme und bewertet erst danach die Kühlung.

  • Im UEFI/BIOS die Energiespar- und Boost-Funktionen prüfen.
  • CPU-Spannung nicht unnötig hoch lassen, besonders bei Auto-Settings.
  • Power-Limits, Temperaturziele und Turbo-Verhalten auf Mainboard-Vorgaben kontrollieren.
  • Mit einem festen, realistischen Lasttest statt nur kurzen Peaks messen.

Radiator, Lüfter und Gehäuseführung auf Luftweg und Wärmestau prüfen

Auch eine leistungsstarke AiO oder Custom-Wasserkühlung verliert Wirkung, wenn der Wärmetransport im Gehäuse stockt. Der Radiator braucht ausreichend Frischluft, die Lüfter müssen gegen den tatsächlichen Strömungswiderstand arbeiten können, und im Gehäuse darf sich keine heiße Luft stauen. Ein CPU-Temperatursprung tritt oft dann auf, wenn der Radiator seine Wärme zwar aufnimmt, die erwärmte Luft aber nicht mehr sauber abgeführt wird. Das ist besonders relevant bei dichten Frontpanelen, engen Deckelmontagen oder sehr leisen Lüfterkurven.

Die Ausrichtung des Radiators beeinflusst zusätzlich, wie schnell sich Wärme verteilt. Ein oben montierter Radiator verhält sich anders als ein Frontaufbau. Wichtig ist, dass Ansaug- und Abluftkonzept zusammenpassen und nicht gegeneinander arbeiten. Wer einen geschlossenen Kreislauf im warmen Gehäuse betreibt, bekommt zwar gute Werte im Leerlauf, aber starke Spitzen unter Last. Deshalb sollte nicht nur der Wasserkreislauf selbst betrachtet werden, sondern die komplette Gehäusetopologie.

  1. Lüfterrichtung am Radiator kontrollieren: saugend oder blasend.
  2. Front-, Deckel- und Hecklüfter auf ein klares Luftbild abstimmen.
  3. Staubfilter, Lamellen und enge Gitter auf Durchsatzverlust prüfen.
  4. Radiator und Gehäuse innen von Wärmestaus befreien, Kabel und Einbauten nicht direkt vor den Luftstrom setzen.

Sensoren, Messpunkte und Monitoring-Software richtig einordnen

Temperaturanzeigen liefern nicht immer dasselbe Bild. Viele CPUs melden mehrere Sensorwerte, etwa Pakettemperatur, Kerntemperaturen und Hotspot-Werte. Hinzu kommen zeitversetzte Abtastungen, Mittelwerte und herstellerspezifische Schutzmechanismen. Ein kurzer Ausschlag auf 90 Grad kann daher harmlos sein, solange die Last danach wieder sauber abfällt und die Temperatur nicht im hohen Bereich hängen bleibt. Entscheidend ist die Kombination aus Takt, Spannung, Last, Pumpendrehzahl und Lüfterdrehzahl.

Auch die verwendete Software spielt eine Rolle. Manche Tools zeigen schnelle Spitzen sehr direkt an, andere glätten sie. Wer nur einen einzelnen Wert betrachtet, übersieht oft das eigentliche Muster. Sinnvoll ist ein Vergleich mehrerer Programme sowie eine Beobachtung über mehrere Minuten unter reproduzierbarer Last. Erst dann lässt sich beurteilen, ob die CPU tatsächlich zu heiß wird oder ob nur eine Anzeige sehr empfindlich reagiert.

  • Kerntemperatur, CPU-Paket und Hotspot getrennt betrachten.
  • Kurze Spitzen von dauerhaft hoher Last unterscheiden.
  • Messwerte aus BIOS, Treibern und Monitoring-Tools vergleichen.
  • Temperaturverlauf immer zusammen mit Takt und Spannung auswerten.

Gezielte Gegenmaßnahmen für stabile Werte unter Last

Wer die Ursache eingrenzt, kann die Temperaturen dauerhaft beruhigen. Häufig helfen kleine Anpassungen, die keinen Leistungsabfall im Alltag verursachen. Dazu gehören eine moderatere Lüfterkurve, ein leicht reduziertes Power-Limit oder eine kontrollierte Spannungsabsenkung. Ebenso sinnvoll ist es, die Pumpe dauerhaft in einem Bereich laufen zu lassen, in dem sie zuverlässig fördert und nicht ständig zwischen verschiedenen Regelzonen wechselt. So wird aus einer schwankenden Reaktion ein berechenbares Verhalten.

Bei stark auf Boost optimierten Systemen lohnt sich außerdem ein Blick auf die Lastverteilung der Anwendungen. Einzelne Programme können gezielt einen oder wenige Kerne an die Grenze bringen und dadurch sehr hohe Momentanwerte erzeugen. Dann ist nicht die Kühlreserve insgesamt zu klein, sondern die Steuerung der CPU lässt zu viel Spielraum für kurze Spitzen. In solchen Fällen bringen feinere Einstellungen oft mehr als der Wechsel zu einem größeren Radiator.

  • Lüfterkurve so anpassen, dass sie auf echte Last reagiert und nicht nur auf Leerlaufschwankungen.
  • Pumpe mit konstantem, herstellerseitig empfohlenem Drehzahlbereich betreiben.
  • Power-Limits und Spannungswerte schrittweise senken und jeweils neu testen.
  • Nach jeder Änderung einen längeren Stresstest und einen typischen Alltagslauf vergleichen.

FAQ

Warum steigt die Temperatur trotz Wasserkühlung plötzlich an?

Oft liegt die Ursache nicht an der Wasserkühlung selbst, sondern an einem Zusammenspiel aus Pumpenleistung, schlechter Wärmeübertragung, Luft im Kreislauf oder einem aggressiven Boost-Verhalten der CPU. Auch hohe Raumtemperaturen, ein zugesetzter Radiator oder ein falsch sitzender Kühler können dafür sorgen, dass die Wärme nicht schnell genug abgeführt wird.

Welche Werte sollte ich zuerst kontrollieren?

Am Anfang lohnt sich der Blick auf die Pumpendrehzahl, die Lüfterdrehzahl, die CPU-Pakettemperatur und die Leistungsaufnahme der CPU. Zusätzlich ist wichtig, ob die Temperatur nur in kurzen Spitzen ansteigt oder unter Last dauerhaft hoch bleibt.

Wie erkenne ich, ob die Pumpe richtig arbeitet?

Viele Pumpen melden ihre Drehzahl direkt im BIOS oder in Monitoring-Programmen. Bleibt der Wert auffällig niedrig, springt stark oder ist gar nicht vorhanden, sollte die Stromversorgung, der Anschluss am richtigen Header und die Pumpenkurve überprüft werden.

Kann eine Wasserkühlung auch bei normalem Pumpenlauf zu warm werden?

Ja, denn eine drehende Pumpe allein garantiert noch keine gute Kühlung. Entscheidend sind auch der Anpressdruck des Kühlers, der Zustand der Wärmeleitpaste, ein freier Luftstrom durch den Radiator und ausreichend langsam nach oben abgeführte Wärme.

Welche Rolle spielt der Radiator?

Der Radiator gibt die aufgenommene Wärme an die Umgebung ab, daher kann ein schlechter Luftstrom oder verstaubtes Lamellenpaket die Kühlleistung deutlich mindern. Prüfen sollte man außerdem, ob die Lüfter in die richtige Richtung arbeiten und ob der Radiator nicht von Kabeln, Filtern oder Gehäuseteilen blockiert wird.

Wie wichtig ist die Montage des Kühlers?

Sie ist entscheidend, weil schon kleine Ungleichmäßigkeiten beim Anpressdruck die Temperatur stark beeinflussen können. Ist der Kühler verkantet, zu locker oder ungleichmäßig verschraubt, wird die CPU nicht sauber genug abgedeckt und die Wärme sammelt sich schnell an.

Warum schwanken die Temperaturen im Leerlauf so stark?

Moderne Prozessoren reagieren in Millisekunden auf kleine Lastwechsel, Hintergrunddienste oder Boost-Spitzen. Kurze Sprünge sind deshalb nicht automatisch ein Defekt, solange die Temperatur unter Last wieder stabil bleibt und die Kühlung insgesamt sauber arbeitet.

Wann sollte ich die Wärmeleitpaste erneuern?

Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn die Temperaturen trotz sauberer Montage und intaktem Kühler schlechter werden oder die Paste sichtbar ausgetrocknet ist. Auch nach einem Ab- und Wiederaufbau des Kühlers sollte neues Material verwendet werden, damit sich die Kontaktfläche zuverlässig schließt.

Welche BIOS-Einstellungen helfen bei hohen Temperaturen?

Hilfreich sind meist eine begrenzte CPU-Leistungsaufnahme, ein moderateres Boost-Verhalten und passende Lüfter- sowie Pumpenkurven. Bei manchen Systemen lohnt auch ein leichtes Undervolting, weil dadurch die Abwärme sinkt, ohne die Leistung stark zu beeinträchtigen.

Wann ist ein Defekt an der Wasserkühlung wahrscheinlich?

Ein echter Defekt wird wahrscheinlicher, wenn die Pumpe keine stabile Drehzahl liefert, ungewöhnliche Geräusche macht oder der Radiator trotz Last kaum warm wird. Bleiben die Temperaturen auch nach Reinigung, Neueinbau und korrekten BIOS-Werten auffällig hoch, sollte die Kühlung getestet oder ersetzt werden.

Fazit

Ein plötzlicher Temperaturanstieg lässt sich meist auf wenige technische Ursachen zurückführen, die sich systematisch prüfen lassen. Wer Pumpe, Kontaktfläche, Radiator, Luftstrom und CPU-Verhalten sauber abarbeitet, findet die Schwachstelle in der Regel schnell. So lässt sich die Kühlung wieder auf einen stabilen und belastbaren Betrieb bringen.

Checkliste
  • Ein ungleichmäßiger Sitz des Kühlers auf dem Heatspreader
  • Zu wenig oder falsch aufgetragene Wärmeleitpaste
  • Luftblasen im Pumpen- oder Radiatorbereich
  • Eine zu niedrige Pumpendrehzahl oder ein ungünstiges Lüfterprofil
  • Ein verschmutzter Radiator oder blockierter Luftstrom
  • Zu hohe CPU-Spannung durch BIOS- oder Mainboard-Standardeinstellungen
  • Fehlerhafte Temperatursensoren oder ein missverständlicher Auslesewert

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