Linux Mint installieren – die bessere Windows 11-Alternative?

Lesedauer: 5 Min
Aktualisiert: 13. Februar 2026 11:33

Linux Mint installieren ist einfacher, als viele denken. Wer genug von Zwangsupdates, Hardwareanforderungen oder Lizenzfragen hat, findet hier eine stabile Windows 11-Alternative mit vertrauter Oberfläche und geringeren Systemanforderungen.

Die Antwort lautet: Ja, Linux Mint kann Windows 11 für viele Nutzer vollständig ersetzen – besonders auf älterer Hardware. Wichtig ist nur, die Installation sauber vorzubereiten und realistisch einzuschätzen, welche Programme du benötigst.

Wenn dein PC Windows 11 nicht unterstützt oder dir die Systemanforderungen zu hoch sind, lohnt sich ein Blick auf diese Linux-Distribution. Linux Mint basiert auf Ubuntu, gilt als besonders benutzerfreundlich und richtet sich gezielt an Umsteiger von Windows.

Warum überhaupt wechseln?

Windows 11 bringt einige Vorteile, aber auch Einschränkungen. TPM 2.0, Secure Boot und relativ hohe Hardwareanforderungen sorgen dafür, dass viele ältere PCs offiziell nicht unterstützt werden.

Linux Mint läuft dagegen problemlos auf:

  • 4 GB RAM (8 GB empfohlen)
  • älteren Intel- oder AMD-Prozessoren
  • klassischen BIOS-Systemen
  • SSD oder sogar HDD

Das bedeutet: Ein fünf bis zehn Jahre alter Rechner kann damit wieder richtig flott laufen.

Hinzu kommt: Keine Lizenzkosten, keine erzwungenen Updates, weniger Telemetrie.

Für viele ist genau das der entscheidende Punkt.

Welche Version von Linux Mint ist sinnvoll?

Aktuell gibt es mehrere Varianten:

  • Cinnamon (empfohlen für Windows-Umsteiger)
  • MATE (etwas leichter)
  • Xfce (für sehr alte Hardware)

Cinnamon ähnelt optisch stark Windows 7 oder 10. Startmenü links unten, Taskleiste unten, Systemtray rechts – der Umstieg fühlt sich vertraut an.

Wenn dein PC mindestens 8 GB RAM hat, ist Cinnamon die beste Wahl.

Vorbereitung: Was du vor der Installation beachten solltest

Bevor du Linux Mint installieren kannst, sind ein paar Schritte wichtig.

Erstens: Datensicherung.
Sichere Dokumente, Bilder und wichtige Dateien auf eine externe Festplatte oder in die Cloud.

Zweitens: Entscheide, ob du Windows ersetzen oder parallel installieren willst.

Möglichkeiten:

  • Windows komplett löschen
  • Dual-Boot einrichten
  • Linux zuerst testen (Live-Modus)

Gerade Einsteiger sollten den Live-Modus nutzen. Damit startest du Linux Mint vom USB-Stick, ohne etwas zu verändern.

Bootfähigen USB-Stick erstellen

Du benötigst:

Anleitung
1ISO-Datei von der offiziellen Linux Mint Webseite laden.
2USB-Stick anschließen.
3Mit Rufus die ISO auf den Stick schreiben.
4PC neu starten.
5Boot-Menü öffnen (meist F12, F8 oder ESC) — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

  • Einen USB-Stick mit mindestens 8 GB
  • Die Linux Mint ISO-Datei
  • Ein Tool wie Rufus oder balenaEtcher

So gehst du vor:

  1. ISO-Datei von der offiziellen Linux Mint Webseite laden
  2. USB-Stick anschließen
  3. Mit Rufus die ISO auf den Stick schreiben
  4. PC neu starten
  5. Boot-Menü öffnen (meist F12, F8 oder ESC)
  6. USB-Stick auswählen

Nach wenigen Sekunden startet Linux Mint im Live-Modus.

Installation Schritt für Schritt

Wenn dir das System gefällt, klickst du auf „Install Linux Mint“.

Der Installer führt dich durch folgende Punkte:

  • Sprache auswählen
  • Tastaturlayout festlegen
  • WLAN verbinden
  • Installationsart wählen

Hier kommt der wichtigste Punkt:

Windows ersetzen oder behalten?

Der Installer erkennt vorhandene Systeme automatisch.

Optionen:

  • „Festplatte löschen und Linux Mint installieren“
  • „Neben Windows installieren“
  • „Etwas anderes“ (manuelle Partitionierung)

Einsteiger wählen am besten die automatische Variante.

Die Installation dauert meist 10–20 Minuten.

Nach dem Neustart ist dein System einsatzbereit.

Wie gut ist Linux Mint im Alltag?

Überraschend gut.

Internet, Office, Streaming, E-Mail, Bildbearbeitung – alles funktioniert ohne Zusatzaufwand.

Standardprogramme sind bereits installiert:

  • Firefox
  • LibreOffice
  • Dateimanager
  • Softwareverwaltung

Die Softwareverwaltung erinnert stark an einen App Store. Programme werden per Klick installiert.

Was funktioniert anders als unter Windows?

Ein paar Dinge sind anders – aber nicht kompliziert.

Programme werden nicht von Webseiten heruntergeladen, sondern über Paketquellen installiert. Das erhöht die Sicherheit.

Updates kommen gesammelt und übersichtlich.

Treiber werden meist automatisch erkannt. Gerade bei WLAN oder Grafikkarten klappt das erstaunlich reibungslos.

Gaming unter Linux Mint – realistisch betrachtet

Hier muss man ehrlich sein.

Dank Steam und Proton laufen viele Windows-Spiele inzwischen problemlos. AAA-Titel mit Anti-Cheat-Systemen können jedoch Einschränkungen haben.

Wenn Gaming dein Hauptfokus ist, solltest du prüfen, ob deine Lieblingsspiele kompatibel sind.

Für Gelegenheitsspieler reicht Linux Mint oft völlig aus.

Performance-Vergleich zu Windows 11

Auf älteren Rechnern wirkt Linux Mint oft spürbar schneller.

Gründe:

Ein PC mit 8 GB RAM läuft damit oft flüssiger als mit Windows 11.

Gerade auf Notebooks mit älteren SSDs ist der Unterschied deutlich spürbar.

Sicherheit und Datenschutz

Linux Mint gilt als sehr sicher.

Vorteile:

  • Weniger Schadsoftware
  • Keine verpflichtende Online-Kontoanmeldung
  • Transparente Updates
  • Open-Source-Code

Natürlich bedeutet das nicht, dass Linux unverwundbar ist. Dennoch ist das Risiko im Alltag geringer als bei Windows-Systemen.

Typische Probleme beim Umstieg

Ein paar Stolpersteine gibt es.

Beispielsweise:

  • Spezielle Windows-Programme laufen nicht nativ
  • Gewohnte Software fehlt
  • Drucker oder Spezialhardware benötigen manuelle Einrichtung

Viele Windows-Programme können über Wine oder virtuelle Maschinen betrieben werden. Das erfordert jedoch etwas Einarbeitung.

Dual-Boot als sichere Lösung

Wenn du unsicher bist, richte ein Dual-Boot-System ein.

Beim Start kannst du dann wählen:

  • Windows
  • Linux Mint

So testest du das neue System in Ruhe, ohne auf Windows verzichten zu müssen.

Viele Nutzer behalten diese Lösung dauerhaft bei.

Lohnt sich Linux Mint als Windows 11-Alternative?

Für viele ja.

Besonders geeignet für:

  • Office- und Internet-Nutzer
  • Ältere PCs
  • Datenschutzbewusste Anwender
  • Bastler und Technikinteressierte

Weniger geeignet für:

  • Spezialsoftware wie Adobe Creative Suite
  • Bestimmte Unternehmenslösungen
  • High-End-Gaming mit Anti-Cheat

Wer hauptsächlich surft, arbeitet und streamt, vermisst Windows kaum.

Häufige Fragen zu Linux Mint

Ist Linux Mint kostenlos?

Ja. Es fallen keine Lizenzgebühren an.

Kann ich Windows-Programme nutzen?

Teilweise über Wine oder virtuelle Maschinen. Native Linux-Alternativen sind jedoch oft sinnvoller.

Gehen meine Windows-Dateien verloren?

Nur, wenn du die Festplatte komplett löschst. Mit Dual-Boot bleiben sie erhalten.

Ist die Installation kompliziert?

Nein. Der grafische Installer führt Schritt für Schritt durch den Prozess.

Wie lange dauert die Umstellung?

Einige Tage Gewöhnung sind normal. Danach fühlt sich das System vertraut an.

Kann ich Linux Mint wieder entfernen?

Ja. Entweder über Dual-Boot-Entfernung oder durch Neuinstallation von Windows.

Fazit

Linux Mint installieren ist eine ernstzunehmende Option für alle, die Windows 11 nicht nutzen möchten oder können. Die Installation ist unkompliziert, das System stabil und die Oberfläche einsteigerfreundlich.

Auf älterer Hardware bringt Linux Mint oft neues Leben in den Rechner. Wer keine Spezialsoftware benötigt und offen für ein leicht anderes Ökosystem ist, erhält eine leistungsfähige, sichere und kostenfreie Alternative.

Der Umstieg erfordert etwas Neugier – aber keine IT-Ausbildung. Und manchmal ist genau das der befreiende Schritt, den ein alter PC braucht.

Checkliste
  • 4 GB RAM (8 GB empfohlen)
  • älteren Intel- oder AMD-Prozessoren
  • klassischen BIOS-Systemen
  • SSD oder sogar HDD

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Über 15 Jahre Erfahrung mit Windows- und PC-Problemen aller Art. Wir sind Euer Technikratgeber seit 2009.

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